Berliner Brücke (Duisburg)
Straßenbrücke in Duisburg, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
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Die Berliner Brücke in Duisburg ist mit einer Länge von 1824 Metern die sechstlängste Straßenbrücke Deutschlands. Die 1963 eröffnete Brücke führt die Bundesautobahn 59 über das Gebiet der Duisburg-Ruhrorter Häfen, den Rhein-Herne-Kanal und die Ruhr. Somit verbindet sie den nördlichen mit dem südlichen Teil Duisburgs auf der rechten Rheinseite.
| Überführt | Bundesautobahn 59 | |
| Querung von | Duisburg-Ruhrorter Häfen | |
| Unterführt | Rhein-Herne-Kanal, Ruhr | |
| Ort | Duisburg | |
| Konstruktion | Balkenbrücke, Spannbetonbrücke | |
| Gesamtlänge | 1824 m | |
| Breite | etwa 25 m | |
| Längste Stützweite | 150 m | |
| Fahrzeuge pro Tag | 92.803 (2024)[1] | |
| Baukosten | 49 Millionen DM | |
| Baubeginn | 1960 | |
| Fertigstellung | 1963 | |
| Eröffnung | 6. September 1963 | |
| Lage | ||
| Koordinaten | 51° 27′ 2″ N, 6° 46′ 44″ O | |
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Konstruktion
Das Bauwerk wird amtlich als mehrere Brücken geführt (von Nord nach Süd):
| Brücke | Länge in m | Konstruktionsart |
|---|---|---|
| Stadtparkbrücke | 328,15 | Spannbeton |
| Güterbahnhofsbrücke | 314,34 | Stahl |
| Hafenbeckenbrücke | 274,17 | Stahl |
| Industriebrücke | 316,32 | Spannbeton |
| Rhein-Herne-Kanalbrücke | 219,13 | Spannbeton |
| Ruhrbrücke | 347,30 | Stahl |
| Ruhrdeichbrücke | 24,97 | Stahlbeton |
Der Teil, der den Rhein-Herne-Kanal überquert, die Kanalbrücke, wurde als Kastenträger mit Spannbeton errichtet. Die Stützweiten über dem Kanal betragen 67,65 + 84,80 + 66,68 m, die Breite beträgt für jeden Überbau 12,25 m.
Der Ruhrabschnitt der Brücke liegt bei Ruhrkilometer 4,316 und 4,324. Er ist ein Kastenträger aus den Baustählen St52 und St37. Die Stützweiten betragen über der Ruhr 89,91 + 150 + 105,55 m. Über der Ruhr ist die Brücke 13,25 m und 13,75 m breit. Die Durchfahrtshöhen an der Ruhr betragen 8,92 m und 9,37 m.
Unmittelbar an die Ruhrdeichbrücke schließt sich südlich das Kreuz Duisburg mit der BAB 40 an.
Geschichte
Bau
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Duisburg zur autofreundlichen Stadt entwickelt. Die Brücke ist ein Teil der Nord-Süd-Straße, der ersten Stadtautobahn (West-)Deutschlands, heute ein Teilstück der Bundesautobahn 59. Da vonseiten des Bundes auf die finanzielle Unterstützung des Projekts verzichtet wurde, finanzierte die Stadt den Bau der Straße in Eigenregie. Bereits 1960 wurden die Verantwortlichen in West-Berlin auf das Bauprojekt aufmerksam. Am 8. Juli 1960 besuchte der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, die Grundsteinlegung.[2]
Willy Brandt eröffnete die Berliner Brücke am 6. September 1963 nach dreijähriger Bauzeit. Als Zeichen der Verbundenheit mit den Einwohnern von Berlin erhielt sie den Namen „Berliner Brücke“, was auch durch die Doppelplastik „Begegnungen“ der Berliner Künstlerin Ursula Hanke-Förster am südlichen Brückenende ausgedrückt wird.[3] Diese zeigt zwei stilisierte Gruppen von Menschen, welche sich – durch die neugebaute Straße getrennt – gegenseitig zuwinken.
Der Bau der Brücke war mit einigen Schwierigkeiten verbunden. So bemängelte die Duisburger Lokalpresse die Verzögerung der Einweihung um ein halbes Jahr. Die veranschlagte Gesamtsumme für den Bau – 49.942.000 DM – wurde dabei nicht überschritten.[4]
Zwischenfälle
Am 16. April 2018 kam es gegen vier Uhr morgens durch Brandstiftung zu einem Feuer unterhalb der Brücke. Dieses griff vom angezündeten LKW auf weitere PKW über und beschädigte die Brückenkonstruktion so stark, dass die Brücke in Fahrtrichtung Dinslaken für mehr als eine Woche gesperrt werden musste. Nach Begutachtung des Schadens konnten die Fahrspuren eingeengt wieder freigegeben werden. Der Bewehrungsstahl hatte das Feuer vergleichsweise gut überstanden, wies aber nicht die erwartete Grundqualität auf.[5] Die aufwendigen Reparaturarbeiten an Beton und Stahlseilen dauerten bis März 2019. Die Schadenssumme wurde von Straßen NRW mit rund 1,7 Millionen Euro angegeben.[6]
Bereits 2009 hatte es unter der Brücke einen Brand gegeben.[7]
Sanierung, Verkehrseinschränkungen und Neubau
Rund 50 Jahre nach ihrer Eröffnung stand 2014 erstmals eine umfassende Sanierung der Brücke an. Zunächst wurde ab dem 1. Mai die Fahrtrichtung Düsseldorf vollgesperrt. Ab dem 4. August wechselte die Baustelle auf die Fahrbahn Richtung Dinslaken. Am 26. Oktober wurde auch diese Fahrtrichtung wieder freigegeben. Aufgrund weiterer Schäden am Bauwerk, die sich erst bei der Sanierung zeigten, erhöhten sich die Kosten der Maßnahme von 51 Millionen auf 68 Millionen Euro.[8]
Nachdem die Autobahn GmbH im Oktober 2024 erhebliche Mängel an der Tragfähigkeit der Brücke feststellte, wurde die Brücke umgehend für Schwertransporte über 48 Tonnen gesperrt. Aufgrund der Schäden und der prognostizierten Restnutzungsdauer bis 2029 erließ das Fernstraßen-Bundesamt im Mai 2025 eine vorläufige Anordnung zum Neubau der Berliner Brücke.[9] Diese wurde nötig, da die Stadt Duisburg im nördlich angrenzenden Abschnitt im Bereich Meiderich eine Tunnellösung und in Hamborn eine Überdeckelung fordert, während die Autobahn GmbH die Autobahn oberirdisch und mit Lärmschutzwänden verbreitern möchte. Somit kann die Brücke bereits ersetzt werden, während die Diskussion über den anschließenden Ausbau weiterhin erfolgen kann. Um die alte Brücke bis zur Fertigstellung des Neubaus nutzbar zu halten, erfolgte im Sommer 2025 eine weitere Sanierung unter mehrwöchiger Vollsperrung, um an mehreren kritischen Stellen der Stahlbrücken Verstärkungsbleche zu montieren.[10]
Im Januar 2026 begannen die vorbereitenden Maßnahmen für den Neubau der Brücke. Am 4. Mai 2026 erfolgte der von Anwohnerprotesten begleitete offizielle Spatenstich durch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Das erste Teilbauwerk soll bis Herbst 2029 westlich neben der bestehenden Brücke errichtet werden. Im Anschluss erfolgt der Abriss des alten Bauwerks und an dessen Stelle der Neubau der zweiten, östlichen Brückenhälfte.[11]
Literatur
- O. A.: Die Berliner Brücke. In: Duisburger Jahrbuch 2004. Mercator-Verlag, Duisburg 2004, ISBN 3-87463-355-1. S. 98–103.


