Bernhard Brand

Schweizer Hochschullehrer, Diplomat und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Bernhard Brand (* 23. August 1525 in Basel; † 13. Juli 1594 ebenda) war ein Schweizer Hochschullehrer, Diplomat und Politiker.

Leben

Bernhard Brand war ein Sohn des Theodor Brand (1488–1558), Scherer und Wundarzt sowie Ratsmitglied und Bürgermeister von Basel, und dessen Ehefrau Chrischona, geb. Kösin (Koesy). Er studierte Rechtswissenschaften in Basel und Paris und erwarb 1548 das Licentiat der Rechte. Im gleichen Jahr wurde er Professor der Institutionen und Domherr zu St. Peter in Basel.

1552 trat Brand in französische Dienste und wurde Fähnrich bei Hauptmann Bartle Hartmann im Heer König Heinrichs II. Er machte einen Zug nach Frankreich mit, kehrte aber noch im Winter desselben Jahres zurück. 1554 übernahm er die Landvogtei Homburg. 1557 trat er bis zum Frieden von Cateau-Cambrésis wieder in französische Dienste. 1560 wurde er Ratsherr seiner Zunft, 1563 Mitglied des geheimen Rats. Er war Deputat und Dreierherr und wurde als Gesandter zu Kaiser Ferdinand I. entsandt, um die Bestätigungsurkunde der Freiheiten Basels in Empfang zu nehmen, bei dieser Gelegenheit wurde er in den Adelsstand erhoben. 1570 wurde Brand zum Oberstzunftmeister (zweithöchstes Amt nach dem Bürgermeister) ernannt. Durch Kauf des Schlosses wurde er 1572 Herr zu Wildenstein. 1577 wurde er erneut Vogt auf Farnsburg. 1591 war er wieder im Staatsdienst. Gemeinsam mit seinem Schwager Johannes Herwagen d. J. ist Brand auch als Drucker nachweisbar.[1]

Familie

Bernhard Brand war zweimal verheiratet, in erster Ehe 1547 mit Rahel Herwagen(1529–1568), einer Tochter des Druckers Johannes Herwagen d. Ä.; in zweiter Ehe heiratete er 1568 Margaretha Wagner von Mülhausen (1549–1610), welche die Stieftochter von Hans Philipp von Offenburg war. Aus dieser Ehe gingen u. a. die folgenden Kinder hervor:

Beziehungen zur Familie Russinger

Die Russinger waren ein angesehenes Schweizer Geschlecht, welches ursprünglich aus Rapperswil kam. Die Russinger waren in früheren Zeiten Ministerialen der Grafen von Rapperswil. Bernhard Brand war gleich zweimal mit den Russingern verschwägert, einmal über die Schwester und einmal über seine Frau: 1. Bernhard Brands Schwester Margarethe Brand (1521–1589) war mit Hans Jakob Russinger (1520–1557) verheiratet. 2. Der Sohn dieses gerade genannten Hans Jakob Russinger war Theodor Russinger (1553–1610), er war mit Anna Wagner von Mülhausen verheiratet, die wiederum eine Schwester von Bernhard Brands Ehefrau Margaretha Wagner von Mülhausen (1549–1610) war.

Exkurs: Entstehungsgeschichte der Bestätigungsurkunde der Freiheiten Basel

Um eine Bestätigungsurkunde der Freiheiten Basels vom deutschen Kaiser Ferdinand zu bekommen, war der Basler Stadtrat bereit hohe Ausgaben in Kauf zu nehmen (den hohen Besuchen wurde nicht nur freies Quartier, sondern obendrein auch noch reiche Geschenke dargeboten). Natürlich musste ein solches Vorhaben in feierlicher Weise vorher angekündigt und sorgfältig geplant werden. Letztendlich nahm der deutsche Kaiser Ferdinand die Einladung des Basler Stadtrats an und er kam am 8. Januar 1563 nach Basel, nachdem er zuvor in Freiburg das Weihnachtsfest gefeiert hatte. Er wurde von Bürgermeister Kaspar Krug (Nachfolger des Vaters Theodor Brand) und sechs Räten (Ulrich Schultheiß, Heinrich Petri, Hans Rudolf Fäsch, Bernhard Brand, Hans Eßlinger und Theodor Merian) feierlich empfangen. Es wurde ein grosses Fest veranstaltet und dem Kaiser wurden reiche Geschenke dargeboten. Der Historiker Christian Wurstisen beschreibt dies so[2]:

„Morndrigs, als der Kaiser im Hof hinter Ramstein, im jetzigen Bischofshof, seiner Andacht Folg gethan, offerierten ihm die Häupter, mit etlichen von Räthen begleitet, ein silbei Trinkgeschirr für hundert und zwanzig Gulden, darin ein tausend Goldflorin, item vierzig Saum Weins, darunter 12 des berühmten zweiundzwanzigjährigen heißen Sommerweins, einhundert Säck Habern, zwei Stuck Hochgewilds, Alat, Hecht und Karpfen bei dritthalb hundert, welches er alles mit gnädigstem Bedanken annähme. Ferner wurden die fürnchmsten Seiner Majestät mitreitende Räth, sammt andern Grafen und Herrn, ein jeder nach Gebühr, mit Wein und Habern verehret.“

Das Ergebnis des Kaiserbesuchs in Basel war die Zusage zu der Bestätigungsurkunde der Freiheiten Basels. Die von Kaiser Ferdinand I. persönlich unterschriebene und mit dem kaiserlichen Siegel (aurea bulla) versehene Bestätigungsurkunde wurde dann am 1. März 1563 in Innsbruck von Bernhard Brand in Empfang genommen und nach Basel gebracht. Die über 450 Jahre alte Urkunde ist noch heute gut erhalten geblieben, sie wird im Staatsarchiv Basel verwahrt (Signatur St. Urk. 3195)[3].

Literatur

  • Gaston Louis Mayer: Ahnenliste der Geschwister Landerer aus La Chaux de Fonds, Bürger von Basel. Karlsruhe 1983, S. 60.

Einzelnachweise

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