Theodor Russinger
Basler Bürger und Ratsherr
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Theodor Russinger (* 22. Oktober 1553 in Basel; † 11. November 1610 in ebenda) war ein einflussreicher Basler Bürger und Ratsherr. Weiterhin diente Russinger über mehrere Jahre als Zunftmeister der E. E. Zunft zu den Weinleuten (erstmals gewählt 1593, ebenso 1595, 1597, 1601, 1603 und 1605).[1] Zusätzlich war Theodor Russinger im Jahr 1590 Landvogt des Maggiatals und im Jahr 1598 Vogt zu Luggaris[2].
Herkunft und Familie
Theodor Russinger entstammte dem angesehenen Schweizer Geschlecht der Russinger, welches ursprünglich aus Rapperswil kam. Er war ein Sohn des Gerichtsschreibers Johann Jakob Russinger(1510–1557) und Margaretha Brand (1521–1589). Theodor Russinger war mit Anna Wagner, einer Tochter von Werner Wagner und Margaretha von Rappenberg, verheiratet. In der sogenannten Beinheimischen Handschrift sind in Teil I auf der Seite 58 die Wappentafeln von Theodor Russinger und Anna Wagner abgebildet. Die Schwester von Anna Wagner war mit Bernhard Brand (1525–1594) verheiratet, dieser war zunächst 1553 Vogt auf Homburg, dann war er von 1570 bis 1577 Oberstzunftmeister, ab 1577 Vogt auf Farnsburg und letztendlich 1591–1594 wieder Oberstzunftmeister.
Ein Enkel seines um einige Jahre älteren Halbbruders Marx Russinger (1540–1583) war der erfolgreiche Handelsmann Emanuel Russinger (1618–1681). Dieser kaufte ein Landgut in Riehen und erweiterte das Anwesen durch den Ankauf benachbarter Grundstücke. Die herrschaftliche Anlage ist heute noch an der Baselstrasse 71–77 vorhanden, es wurde lange Zeit nach dem jeweiligen Besitzer genannt (also z. B. Russingerhof). In der heutigen Zeit trägt das ehemalige Herrschaftsgut den Namen Berowergut.[3]
Historisches Erbe

Bekannt geworden ist Theodor Russinger vor allem durch den sogenannten Russinger-Harnisch. Dieser prachtvolle Reiterharnisch aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts trägt auf dem Bruststück in herzförmiger Umrahmung Theodor Russingers Initialen „T.R.“ und wird im Historischen Museum Basel ausgestellt. In der Beschreibung des Historischen Museum Basel heisst es:[4]
„Aus den zahlreichen Harnischteilen, die das Basler Zeughaus im 19. Jahrhundert dem Historischen Museum übergab, lassen sich insgesamt drei Halbharnische zusammensetzen … Das schönste Stück der Sammlung ist der sogenannte Russinger-Harnisch. Er besteht aus Sturmhaube mit Gittervisier und Nackenschirm, Kragen, Armzeug, Handschuhen, Brust, Rücken und Beintaschen. Als besonderes Zierelement halten zwei messingvergoldete Löwenköpfchen mit einem Ring im Rachen die Vorderflüge des Armzeugs fest.“
Weblinks
- Alois Stadler: Familie Russinger. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 14. Juni 2010.