Biała Nyska

Ortschaft der Landgemeinde Nysa (Neisse) in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Biala Nyska (deutsch Bielau) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Nysa im Powiat Nyski der Woiwodschaft Opole in Polen.

Schnelle Fakten Basisdaten, Wirtschaft und Verkehr ...
Biała Nyska
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Biała Nyska (Polen)
Biała Nyska (Polen)
Biała Nyska
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Opole
Powiat: Nysa
Gmina: Nysa
Geographische Lage: 50° 26′ N, 17° 18′ O
Höhe: 200 m n.p.m.
Einwohner: 884 (30. Juni 2015[1])
Postleitzahl: 48-351
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: ONY
Wirtschaft und Verkehr
Straße: NysaKałków
Nächster int. Flughafen: Breslau
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Schlosstor

Geographie

Biala Nyska liegt etwa sechs Kilometer südwestlich von Nysa und 61 Kilometer südwestlich von Opole an der Freiwalder Biele. Nördlich liegt der Neisser Stausee an der stillgelegten Bahnlinie der ehemaligen Neisser Kreisbahn.

Nachbarorte von Biala Nyska sind im Norden Nysa, im Osten Podkamień (Steinhübel), im Südwesten Morów (Mohrau) und im Westen Siestrzechowice (Grunau).

Geschichte

Johannes-Kirche
Ehemaliges Bahnhofsgebäude

Der Ort Bielau wurde erstmals im Jahre 1231 in zwei Urkunden als „Bela“ erwähnt. Der Ort hatte damals einen Scholzen. Der Bistum Breslau|Breslauer Bischof Lorenz überließ das Gebiet einem Grafen Siegfried zur Umsetzung nach Deutschem Recht. 1284 wurde Bielau unter den 65 Dörfern genannt, die Herzog Heinrich IV. vom Bischof Thomas II. von Breslau zurückforderte, weil die Breslauer Bischöfe im Zuge der Besiedlung des Bistumslandes diese Orte auf dem Gebiet des Grenzwaldes angelegt hatten. Bischof und Herzog führten einen erbitterten Streit (Kirchenstreit 1282–1288), der mit dem großen Kirchenprivileg des Herzogs 1290 ein Ende fand. Durch das Privileg erhielt der Bischof eine weitgehende Landeshoheit im Bistumsland; die 65 umstrittenen Dörfer blieben bischöflich. 1377 wurde der Ort als Belaw[2] erwähnt. Für 1592 ist ein Schreiber bezeugt, der vermutlich in der Schule unterrichtete.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Bielau mit dem größten Teil des Fürstentums Neisse an Preußen.

Als Neisse 1807 in den Koalitionskriegen belagert wurde, legte der französische General Vandamme sein Hauptquartier in das Bielauer Schloss. Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Bielau ab 1816 zum Landkreis Neisse im Regierungsbezirk Oppeln. 1842 wurde ein neues Schulhaus erbaut. 1845 bestanden im Dorf ein Schloss, eine katholische Pfarrkirche, eine katholische Schule und 108 weitere Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals in Bielau 900 Bewohnern, davon 53 evangelisch.[2] Das Rittergut (310 Hektar) gehörte seit 1851 dem Adelsgeschlecht Falkenhausen. Zur Herrschaft Bielau gehörten die Rittergüter Eilau, Mohrau und Steinhübel (mit insgesamt 875 Hektar). 1855 lebten 938 Bewohner in Bielau. Für das Jahr 1865 sind belegt: eine Scholtisei, 15 Bauernhöfe, 41 Gärtner- und 39 Häuslerstellen sowie drei Papiermühlen, eine Brennerei und eine Brauerei. Die katholische zweiklassige Schule wurde im gleichen Jahr von 200 Schülern besucht.[3] 1874 wurde der Amtsbezirk Bielau gebildet, dem die Landgemeinden Bielau, Eilau, Mohrau, Preiland und Steinhübel sowie die Gutsbezirke Bielau, Eilau, Mohrau, Preiland und Steinhübel eingegliedert wurden. Erster Amtsvorsteher war der Gutspächter Leutenant Baron Ernst von Falkenhausen.[4] 1885 wurden 1217 Einwohner gezählt.[5] Zwischen 1892 und 1893 wurde die katholische Pfarrkirche neu erbaut.

1912 erhielt Bielau Bahnanschluss an der Strecke Neisse–Weidenau der Neisser Kreisbahn AG. 1933 lebten in Bielau 1169 Einwohner.[6] 1937 gab es einen Tierarzt, einen Bäcker, zwei Fahrradhandlungen, eine Färberei, drei Fleischer, drei Friseure, zwei Gasthöfe, drei Gemischtwarenläden, eine Molkerei, eine Ölmühle, ein Sägewerk, zwei Schlosser, eine Schmiede, drei Schneider, zwei Schuhmacher, zwei Tischler und eine Spar- und Darlehenskasse.[7] 1939 zählte der Ort 1157 Einwohner. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Neisse.[6] Beim Einmarsch der Roten Armee im Ort wurde große Teile des Dorfes zerstört, darunter das Schloss Bielau.

Infolge des Zweiten Weltkriegs fiel Bielau mit dem größten Teil Schlesiens an Polen und wurde in Biała Nyska umbenannt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vorher geflohen war, weitgehend vertrieben. Von 1945 bis 1950 gehörte Biała Nyska zur Woiwodschaft Schlesien, anschließend zur Woiwodschaft Opole. Seit 1999 gehört es zum Powiat Nyski.

Einwohnerentwicklung

  • 1784; 0511 Einwohner, 71 Feuerstellen
  • 1845: 0900 Einwohner, 108 Häuser
  • 1895: 1362 Einwohner, 123 Häuser, 351 Haushalte
  • 1939: 1157 Einwohner, 327 Haushalte
  • 2007: 0851 Einwohner[8]

Sehenswürdigkeiten

Vereine

  • Fußballverein LZS Biała Nyska

Persönlichkeiten

  • Joseph von Larisch (1777–1841), preußischer Generalmajor, Besitzer der Herrschaft Bielau
  • Emil Bohn (1839–1909), deutscher Musikwissenschaftler, Komponist und Musikpädagoge
  • Willy Bartsch (1905–1988), deutscher Politiker (SPD)
Commons: Biała Nyska – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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