Bietikow
Ortsteil von Uckerfelde
From Wikipedia, the free encyclopedia
Bietikow ist ein Ortsteil der Gemeinde Uckerfelde des Amtes Gramzow im Landkreis Uckermark in Brandenburg.[2]
Bietikow Gemeinde Uckerfelde | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 53° 16′ N, 13° 56′ O | |
| Höhe: | 67 m ü. NHN | |
| Einwohner: | 200 (21. Feb. 2018)[1] | |
| Eingemeindung: | 31. Dezember 2001 | |
| Postleitzahl: | 17291 | |
| Vorwahl: | 039858 | |
Lage von Bietikow in Brandenburg | ||
Geographie
Der Ort liegt sieben Kilometer südöstlich von Prenzlau und acht Kilometer nordwestlich von Gramzow. Die Nachbarorte sind Dreesch im Nordosten, Falkenwalde und Kleinow im Osten, Weselitz im Südosten, Bertikow im Süden, Berghausen im Südwesten, Seelübbe im Westen sowie Augustenfelde und Ewaldshof im Nordwesten.[3]
Die Gemarkung Bietikow gehört geomorphologisch zum Uckermärkischen Becken- und Hügelland, das sich nördlich der Pommerschen Endmoräne erstreckt. Die flachwellige bis kuppige Moränenlandschaft fällt im Westen zur Uckerseerinne und im Osten und Süden zum Randow- und Welsebruch hin ab. Der Boden besteht aus Geschiebemergel und Lehm der Pommerschen Phase.
Orts- und Gutsgeschichte
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1214 und kann somit als eine der frühesten Nennungen für ein Dorf in der Uckermark gelten. In dieser Urkunde wurden dem Stolper Benediktinerkloster Einkünfte im Dorf verliehen und der Name des Ortes in der Schreibweise Bitcowe aufgeführt.[4]
Im Ort bildete sich, zunächst als Nebenbesitz von Schloss Kröchlendorff, ein Gut der alten Familie von Arnim,[5] u. a. zuerst genannt der einflussreiche Domdechant von Havelberg, Friedrich von Arnim-Kröchlendorff (1777–1845). Ihm folgte Oskar von Arnim-Kröchlendorff (1813–1903), Mitglied des Preußischen Herrenhauses und des Reichstages.[6] Gut Bietikow blieb über einen längeren Zeitraum verpachtet.[7]
1920 lebten 157 Einwohner im Dorf, 195 Einwohner auf dem Gut. Die Gemarkungsgröße der Ortschaft betrug 289 ha. Das Rittergut umfasste damals 637 ha. Nach einer neuen Kommunalgesetzgebung aus 1927 wurden 1928 Gut und Dorf vereint, wie überall in Brandenburg; ohne das sich an den öffentlich-rechtlichen, kirchlichen, privaten oder sonstigem Eigentum dadurch Veränderungen vollzogen. Der alte Gutsbezirk war seit dem juristitisch lediglich kein eigenständiger Ort mehr.
Vor 1930 beinhaltete das Rittergut Bietikow als Kröchlendorffer Einzelbesitz 635 ha, Verwalter Julius Schultz, Administrator Otto Delius. Das ferner zu Bietikow hinzugerechnete Rittergut Woddow bestand aus 849 ha, Pächter Otto Birckenstaedt, in Verwaltung bei A. Buchholz.[8] Bekanntester Bietikower Gutsbesitzer wurde Detlev von Arnim-Kröchlendorff (1878–1947), der im kirchlichen Widerstand zum NS-Regime stand und zuletzt in Berlin lebte. Nach den Enteignungen durch die Bodenreform 1945/1946 musste die Familie von Arnim die Region verlassen.
Bis Anfang der 1950er Jahre gehörte die Ortschaft zum Landkreis Prenzlau, Provinz Brandenburg/ Land Brandenburg.
Mit der Familie des Herbert von Arnim (1909–2002), vormals Offizier und Kaufmann, und seiner Ehefrau Anita geb. von Reitzenstein kehrte eine Nachfahre in die Heimat wieder zurück. In den 2010er Jahren betreute Anke von Arnim-von Reitzenstein und ihr Ehemann Rüdiger Müller die eigenen Flächen in Bietikow.[9]
Galerie
- Dorfanger Bietikow.
- Grabstein Fam. H. v. Arnim. Bietikow.
- Ehem. Gutshaus und Dorfkirche Bietikow.
Persönlichkeiten
- Carl Otto von Arnim (1747–1798), Landrat und Gutsbesitzer
- Hans Herbert von Arnim (* 1939), Jurist, Volkswirt, Verwaltungswissenschaftler u. Autor; Enkel d. Detlev von Arnim auf Kröchlendorff mit Bietkow
Literatur
- Erich Blunck, Paul Eichholz, Friedrich Solger, Willy Spatz, Willy Hoppe: Die Kunstdenkmäler des Kreises Prenzlau. In: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. Band III/1, Hrsg. Provinzialverband Brandenburg, Vossische Buchhandlung, Berlin 1921, S. 12 ff.
- Daisy Gräfin von Arnim: Gutshäuser und Schlösser in der Uckermark. Band 2, Bremen 2009.
- Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil VIII – Uckermark – A–L. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam). Begründet von Friedrich Beck. Band 21. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-035-7, S. 82 ff.
- Matthias Friske: Die mittelalterlichen Kirchen in der nördlichen und östlichen Uckermark. Geschichte – Architektur – Ausstattung. In: Matthias Friske: Die mittelalterlichen Kirchen in der nordwestlichen Altmark (= Bernd Janowski, Dirk Schumann [Hrsg.]: Kirchen im ländlichen Raum. Band 9). Lukas, Berlin 2021, ISBN 978-3-86732-379-6. (Hrsg.): Kirchen im ländlichen Raum. 1. Kap. Altkreis Prenzlau Auflage. Band 7. Lukas Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86732-196-9, S. 205 ff. (542 S.).
Weblinks
- Bietikow im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
- Alle Burgen-Datenbank: Gutshaus Bietikow m. Kirche
