Bivak Slavka Svetičiča
Biwakschachtel in den westlichen Julischen Alpen
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Das Bivak Slavka Svetičiča (deutsch Slavko-Svetičič-Biwak) ist eine Biwakschachtel der Sektion Bovec des Slowenischen Alpenvereins auf 2260 m. i. J. im Kanin-Massiv in den westlichen Julischen Alpen. Das Biwak ist nach dem slowenischen Bergsteiger Slavko Svetičič (1958–1995)[1] benannt, der 1995 bei dem Versuch einer Alleinbesteigung des Gasherbrum IV tödlich verunglückte.
Das Biwak gilt als eine der „ungewöhnlichsten Berghütten Europas“.[2]
Beschreibung
Das Biwak ist eine aluminiumverkleidete Schutzhütte aus Holz mit den Außenmaßen 2,40 mal 4,90 Meter und bietet eine Nutzfläche von rund 10 Quadratmetern. Es steht lediglich auf einer kleinen, im Fels verankerten Auflagestruktur. Das Biwak ist mittels Stahlplatten im Betonfundament verschraubt und zusätzlich durch sechs Stahlseile gesichert, um es gegen Wind- und Schneelasten zu stabilisieren. Etwa die Hälfte der Konstruktion ragt über die Felskante hinaus; der Bau sollte auf diese Weise bewusst in das Gelände eingebunden werden und dessen steilen Verlauf aufnehmen. Die talseitige Schmalseite ist großflächig verglast. Der Innenbereich bietet zwei räumlich differenzierte Bereiche. Dazu gehören Bänke und Ablagefläche im vorderen Teil sowie daran anschließend drei Plattformen mit Schlafplätzen für bis zu neun Personen. Die Hütte verfügt weder über Strom- noch über Wasseranschluss.[3]
Die Hütte ist so ausgelegt, dass sie später wieder rückgebaut werden kann und kaum Spuren im Gelände hinterlässt. Sie wird daher nur temporär bestehen, die Lebensdauer ist auf etwa 15 Jahre ausgelegt.[3]
Der Entwurf für die Hütte stammt vom slowenischen Architekturbüro OFIS Arhitekti aus Ljubljana. Der Bau ist einer von mehreren Prototypen, mit denen das Bauen in extremen klimatischen Bedingungen erforscht und Form, Konstruktion und Materialien getestet werden sollen.[4]
2017 wurde die Hütte für den Architekturpreis Constructive Alps nominiert.[5]
Erbauung
Die Bauarbeiten wurden 2015 begonnen und im Jahr 2016 abgeschlossen[6]; die Finanzierung wurde durch Spenden gedeckt. Die Arbeiten vor Ort wurden von freiwilligen Helfern durchgeführt, zudem leistete das slowenische Militär Hilfe. Da das Gebiet nur zu Fuß oder per Helikopter erreichbar ist, musste das Biwak mit dem Hubschrauber transportiert werden. Sowohl die Massivholzelemente als auch die Verglasung und die weiteren Bauteile wurden an den Standort geflogen. Vor Ort wurde der Bausatz zusammengesetzt und das Biwak innerhalb von drei Tagen fertiggestellt.[7]
Zugang
Ausgangspunkt ist die Talregion bei Bovec, von dort führt zunächst eine Gondelfahrt mit der Kanin-Seilbahn bis auf 2202 m. i. J. Anschließend erfolgt der Aufstieg zu Fuß über einen gesicherten Steig, der in rund einer Stunde zur Hütte führt. Das Biwak befindet sich direkt oberhalb des Dom Petra Skalarja na Kaninu (deutsch Peter-Skalar-Hütte). Der Zugang ist nur mit einem zuvor im Tal abgeholten Schlüssel möglich.[7]
Genutzt wird das Biwak vor allem im Winter von Bergsteigern, Skitourengehern und Höhlenforschern. In der Nähe befindet sich der Zugang zu dem Höhlensystem Mala Boka, das zu den tiefsten bekannten Höhlensystemen der Region gehört.[4]
Weblinks
- Claudia Fuchs: Kompakte Minihütte: Winterbiwak im Kanin-Massiv. In: detail.de. 21. April 2017.
- Sue Lüthi: Eine extrem reizende Hütte. In: modulart.ch. 2. September 2018.
- Robert Mair: Schlafen im Überhang. In: proholz.at.