Blevio
italienische Gemeinde
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Blevio ist eine Gemeinde mit 1033 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) in der italienischen Provinz Como in der Region Lombardei.
| Blevio | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Lombardei | |
| Provinz | Como (CO) | |
| Koordinaten | 45° 50′ N, 9° 6′ O | |
| Höhe | 240 m s.l.m. | |
| Fläche | 5,47 km² | |
| Einwohner | 1.033 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Postleitzahl | 22020 | |
| Vorwahl | 031 | |
| ISTAT-Nummer | 013026 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Bleviani | |
| Schutzpatron | Gordiano und Epimaco(10. Mai) | |
| Website | Gemeinde Blevio | |
Blick auf Blevio vom Comer See aus | ||
Geographie
Die Gemeinde liegt am Ostufer des Comer Sees, etwa 2 km nordöstlich von Como und 40 km nördlich von Mailand. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über die hügeligen Hänge des Berges Pizzo Tre Termini von etwa 200 m am Seeufer bis auf eine Höhe von 1140 m s.l.m.. Blevio besteht traditionell aus sieben historischen Ortsteilen (den sogenannten „Sette Città“): Capovico, Cazzanore, Girola, Maggianico, Mezzovico, Sopravilla und Sorto.
Die Nachbargemeinden sind Brunate, Cernobbio, Como, Moltrasio und Torno.
Geschichte
Die Etymologie des Namens wird auf das kelto-ligurische Biuelius (verwandt mit dem lateinischen vivo – lebendig) zurückgeführt.
Im Jahr 1497 belehnte Ludovico Sforza, der Herzog von Mailand, seine Geliebte Ludovica Crivelli mit der Herrschaft über Blevio. In den folgenden Jahrhunderten war der Ort eng mit der Stadt Como verbunden und kam schließlich in den Besitz der Patrizierfamilie Tanzi, die durch die Seidenindustrie zu Reichtum gelangt war. Graf Antonio von Tanzi Blevio ließ eine prächtige Villa auf den Felsen von Perlasca errichten. Nach der napoleonischen Ära wurde Blevio eine freie Gemeinde und schloss sich 1861 dem Königreich Italien an.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Blevio zu einem beliebten Rückzugsort der europäischen Elite. Die berühmte Ballerina Marie Taglioni erwarb die Villa Taglioni am Seeufer, während ihr Lebensgefährte, Fürst Alexander Trubetskoy, in der Nähe eine spektakuläre Villa errichten ließ.
Hydrogeologische Instabilität und Wiederaufbau
Seit 2021 ist Blevio wiederholt von schwerer hydrogeologischer Instabilität betroffen. Im Juli 2021 lösten heftige Regenfälle massive Schlammlawinen und Erdrutsche aus, die Ortsteile isolierten und die Uferstraße Lariana blockierten.[2] Ähnliche Sturzfluten ereigneten sich im August 2023.[3] Im September 2025 führte eine weitere Unwetterkatastrophe zum Überlaufen des Comer Sees und zu erneuten Murenabgängen, die Infrastruktur und Wohnhäuser unter Schlamm begruben.[4]
Diese Ereignisse haben die Gemeinde in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand hinterlassen. Zahlreiche Gebäude und öffentliche Einrichtungen weisen strukturelle Schäden auf. Das lokale Straßennetz ist durch tiefe Schlaglöcher und Risse gezeichnet. Mit Stand April 2026 befinden sich im gesamten Ort zahlreiche aktive Baustellen zur Hangsicherung und Instandsetzung; die vollständige Wiederherstellung wird voraussichtlich bis weit in das Jahr 2027 andauern.
Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten
- Pfarrkirche San Gordiano[5]
- Kirche Immacolata (18. Jahrhundert)[6]
- Villa Belvedere, im Ortsteil Cazzanore[7]
- Villa Pasta[8]
- Villa Ricordi[9]
- Villa Roccabruna, im Ortsteil Colombaio[10]
- Villa Cramer, im Ortsteil Meggianico[11]
- Die Pietra Nairola, ein markanter, freiliegender Granit-Findling (4,5 × 7,4 m).
Persönlichkeiten
Literatur
- Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d’Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 292.
- Lombardia – Touring club italiano, Touring Editore (1999), ISBN 88-365-1325-5.
Weblinks
- Historische Entwicklung der Gemeinde Blevio und der Pfarrei Gordiano e Epimaco
- Blevio auf lombardiabeniculturali.it
- Blevio auf tuttitalia.it/lombardia
