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Bornholmkanal

untermeerische Verbindungsrinne im südwestlichen Beckensystem der Ostsee From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Bornholmkanal, auch Bornholm-Kanal (engl. Bornholm Channel oder Bornholm Gat) ist eine der wichtigsten untermeerischen Verbindungsrinnen im südwestlichen Beckensystem der Ostsee. Er verläuft zwischen Rügen und Bornholm und stellt die hydrographische Hauptverbindung für den Tiefenwasseraustausch zwischen dem Arkonabecken im Westen und dem Bornholmbecken im Osten dar.[1]

Bornholm-
kanal (Dänemark)
Bornholm- kanal (Dänemark)
Bornholm- kanal
Zentrum des Bornholmkanals
Wichtigste Becken der Ostsee. [12] ist das Arkonabecken, [11] das Bornholmbecken.

Geographie und Topographie

Der Kanal verläuft südöstlich der dänischen Insel Bornholm und verbindet das vergleichsweise flache Arkonabecken (max. ~45 m) mit dem deutlich tieferen Bornholmbecken (max. ~95 m). Als tiefe Rinne weist er Tiefen von über 80 Metern auf und durchschneidet damit die unterseeische Schwelle zwischen diesen beiden Becken.[2]

Hydrographische Funktion

Der Bornholm-Kanal fungiert als primärer Transitkorridor für salzreiches Nordseewasser. Nachdem salzhaltiges Wasser die Darßer Schwelle überwunden und sich im Arkonabecken gesammelt hat, wird es als kompakter, bodennaher Strom durch den Bornholmkanal in das tiefere Bornholmbecken geleitet.[3] Die Strömung in der Rinne ist oft als barokliner Grenzstrom ausgeprägt, ein geostrophisch ausbalancierter, konzentrierter Tiefenwasserjet, der entlang des nördlichen Hangs des Kanals verläuft. Seine Antriebskraft ist der horizontale Dichteunterschied zwischen dem salzreicheren Wasser des Arkonabeckens und dem weniger salzigen Wasser des Bornholmbeckens.[4]

Ökologische Bedeutung

Während der seltenen, aber lebenswichtigen Salzwassereinbrüche (Major Baltic Inflows) ist der Kanal die entscheidende Eintrittspforte für sauerstoffreiches Wasser in die zentrale Ostsee. Die Effizienz, mit der das Wasser diesen Engpass passiert, bestimmt maßgeblich, ob ein Einbruch ausreicht, um nicht nur das Bornholmbecken, sondern auch die weiter östlich gelegenen Becken zu belüften.[5] In Phasen zwischen den Einbrüchen kann der Tiefenstrom im Kanal schwach oder sogar vorübergehend umgekehrt sein, was die Anfälligkeit des Systems für Stagnation unterstreicht.

Siehe auch

Einzelnachweise

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