Boss Fighters QR

App-Unterstützes kooperatives Spiel From Wikipedia, the free encyclopedia

Boss Fighters QR ist ein App-unterstütztes kooperatives Kampagnenspiel der deutschen Spieleautoren Michael Palm und Lukas Zach, das im Herbst 2025 beim Verlag Pegasus Spiele erschienen ist. Thematisch versuchen die Mitspieler über mehrere Kampagnen hinweg über einen Kartenmechanismus jeweils verschiedene Gegner zu besiegen. Das Spiel wurde 2026 für das Kennerspiel des Jahres nominiert.

Schnelle Fakten Daten zum Spiel, Auszeichnungen ...
Boss Fighters QR
Daten zum Spiel
Autor Michael Palm, Lukas Zach
Grafik Artur Fast, Maximilian Jasionowski,
Bartłomiej Kordowski, Timo Mimus
Verlag Pegasus Spiele u. a.
Erscheinungsjahr 2025
Art kooperatives Kampagnenspiel
Spieler 1 bis 4
Dauer etwa 40 bis 60 Minuten
Alter ab 10 Jahren
Auszeichnungen
Schließen

Thema und Ausstattung

Bei Boss Fighters QR müssen die über mehrere Kampagnen hinweg jeweils verschiedene Gegner besiegen. Im Spiel selbst treten die Spieler gegen 10 Bossgegner an, die jeweils eigene besondere Fähigkeiten und Taktiken aufweisen und von den Spielern strategisch gemeinsam bekämpft werden müssen.[1]

Das Spielmaterial besteht neben der Spielanleitung aus:[1]

  • einer Lagerbox für Spielkarten; darin befinden sich je vier Heldendecks (Dschungel-Troll, Kupfer-Zwerg, Hügel-Halbling, Wald-Elfe) und vier Klassendecks (Krieger, Magier, Schurke, Druide) sowie vier Rundenübersichtskarten
  • einer Lagerbox für Spielmarken und Gegenstände
  • vier Heldenboxen für das Spielmaterial der Helden
  • drei Beuteboxen mit zusätzlichen Karten
  • vier Lebenspunktezählern für die vier Helden
  • 11 Gegenstandsmarker, davon vier Heiltränke
  • 30 Giftmarken
  • 12 Punktemarken
  • 12 Lähmungsmarken
  • 18 Feuermarken

Hinzu kommt eine Spiel-App, die die Spieler durch die einzelnen Kampagnen führt und die Gegner generiert.[1]

Spielweise

Vorbereitung

Boss Fighters QR wird gemeinsam und kooperativ gespielt, alle Spieler versuchen entsprechend, ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Vor dem Spiel und der Kampagne bekommen alle Spieler jeweils einen Charakter (Dschungel-Troll, Kupfer-Zwerg, Hügel-Halbling, Wald-Elfe) zugewiesen und erhalten den entsprechenden Lebenspunktezähler und die Heldenbox. Zudem bekommt jeder Held je ein Heldendeck und ein Klassendeck, mit denen das Spiel gespielt wird. Jedes der Decks besteht aus jeweils einer Deckkarte sowie sechs Aktionskarten.[1]

Danach baut jeder Mitspieler seinen Aktionsbereich auf. Dafür werden die Deckkarten der gewählten Helden und ihrer Klassen zusammen mit den Rundenübersichten und dem Lebenspunktezähler ausgelegt, darunter kommen die gemischten Aktionskarten beider Decks als Nachziehstapel, zudem gibt es einen Aktionsbereich für die Kartenauslage und Bereich für einen Ablagestapel neben dem Nachziehstapel. Der Lebenspunktezähler wird so eingestellt, dass er als Startlebenspunkte die Summe aus den Lebenspunkten der Helden- und der Klassenkarte anzeigt. Giftmarker und andere Marker kommen in die Tischmitte.[1]

In der Begleit-App wird zu Beginn einer Kampagne ein neues Spiel gestartet und ein Gruppenname festgelegt. Danach werden die Spielerreihenfolge in der App angegeben und die QR-Codes auf den Helden- und Klassenkarten gescannt. Danach wählen die Spieler in der App einen Boss-Gegner aus, gegen den sie in der Kampagne antreten möchten und starten den Kampf. Dabei werden durch Siege gegen schwächere Gegner neue und stärkere Gegner freigeschaltet.[1]

Spielablauf

Phasen pro Runde
  • Planung: Der Gegner plant seine Angriffe
  • Schilde: Der Gegner erhält Schilde
  • Aktionen: Die Spieler führen reihum je drei Aktionen durch
  • Angriffe: Der Gegner führt seine Attacken durch
  • Status: Gift wirkt
  • Abwurf: Alle ausgespielten Karten werden abgeworfen
  • Nachziehen: Die Spieler ziehen Karten nach

Jeder Kampf gegen einen Gegner besteht aus mehreren Runden, die jeweils in mehrere Phasen unterteilt sind. Eine Kampf endet, wenn entweder der Gegner besiegt wurde und dessen Lebenspunkte auf 0 oder die Lebenspunkte eines der Helden auf 0 gefallen sind. Jeder Gegner hat spezielle Eigenschaften, die über die App aufgezeigt werden und für die teilweise neues Spielmaterial wie Karten und Gegenstände eingebracht wird. Zu Beginn des Kampfes ermittelt jeder Spieler seine Lebenspunkte und sein Handkartenlimit anhand ihrer Rollenkarten und zieht eine entsprechende Anzahl Karten als Handkarten. Das Team bestätigt den Start auf der App und wird dort durch die einzelnen Phase geführt, wobei die Spieler an verschiedenen Stellen ihre Aktionen bestätigen müssen.[1]

Die ersten beiden Phase erfolgen automatisiert in der App: Der Boss plant seine Angriffe und die Spieler erfahren, wie viele Schadenspunkte und wie viele Giftmarker sie erhalten, wenn diese Angriffe nicht abgewehrt werden. Danach legt die App für die verschiedenen Angriffstypen Nahkampf, Fernkampf und magische Angriffe jeweils die Schildwerte für den Gegner fest. Die Spieler müssen diese Schilde erst durchschlagen, bevor sie mit ihren Angriffen Schaden auslösen können.[1]

Die Aktionsphase ist die eigentliche Spielphase. Jeder Mitspieler führt in dieser Phase drei Aktionen durch, indem er einzelne Handkarten oder später auch Gegenstände anhand der rückseitigen QR-Codes scannt. Dabei kann es sich etwa um Angriffe der drei verschiedenen Angriffstypen, Angriffsverstärkungen, Schutz bzw. Rüstung oder Heilung handeln. Zudem gibt es Karten, die eine weitere Option ermöglichen und Karten mit Sondereffekten. Die Spieler dürfen ihre Handlungen absprechen, aber nie konkrete Werte nennen. Hat jeder Spieler seine drei Aktionen und evtl. Sonderaktionen durchgeführt, endet die Aktionsphase.[1]

In der nächsten Phase kommt es zur Abrechnung und der Gegner führt seine Angriffe durch. Entstandenen Schaden rechnen die Spieler auf ihren Lebenspunktezählern ab, zudem nehmen sie sich Giftmarker, wenn dies notwendig ist. Pro Giftmarker erhalten die Spieler zudem weiteren Schaden und je nach Gegner kann es zu weiteren Angriffe und Schäden durch spezifische Fähigkeiten kommen.[1] Zuletzt werden alle ausgespielten Karten auf den Ablagestapel gelegt und die Spieler dürfen nach Belieben weitere Karten abwerfen, danach ziehen sie wieder Karten entsprechend ihres Handkartenlimits nach. Sie dürfen bei Beginn der neuen Runde nie mehr Karten haben als ihr Handkartenlimit vorgibt.[1]

Der Kampf endet, sobald entweder der Gegner besiegt wurde oder sobald ein Spieler keine Lebenspunkte mehr hat. Im ersten Fall gewinnt das Team den Kampf, im letzteren der Gegner.[1]

Veröffentlichung und Rezeption

Das Spiel Boss Fighters QR wurde von den deutschen Spieleautoren Michael Palm und Lukas Zach entwickelt und erschien 2025 beim Verlag Pegasus Spiele in einer deutschen und einer englischen Version.[2]

Im Mai 2026 wurde es neben den beiden Spielen Moon Colony Bloodbath und Rebirth (Spiel) für das Kennerspiel des Jahres 2026 nominiert. Die Jury begründete dies wie folgt:[3]

„Als Heldengruppe eine gemeinsame Taktik zu finden ist als Herausforderung ebenso reizvoll wie verbindend. Individuelle Stärken treffen auf überraschende Gegnerfertigkeiten. Die Schwierigkeitsstufe lässt sich der Gruppe dank der intuitiv bedienbaren App anpassen. Immer mächtigere Bosse bieten viel Spannung.“

Das Spiel wurde von mehreren Kritikern und auf mehreren Plattformen überwiegend positiv bewertet. Udo Bartsch bewertete das Spiel als „reizvoll“ und damit mit fünf von sieben möglichen Sternen. Nach seiner Ansicht „gelingt es [dem Spiel], das Analoge und das Digitale reibungslos miteinander zu verschmelzen und aus beiden Welten das Beste fürs Brettspiel herauszuholen.“ Er schreibt zudem: „Das wiederholte Scannen von Karten mag manche:n nerven und auch etwas repetitiv sein. Aber es zieht eben auch ins Spiel hinein, denn jeder Scan ist von der Spannung begleitet, ob die Karte neben dem erwartbaren Effekt nicht noch etwas Unerwartetes auslöst.“[4] Nach Harald Schrapers fragt, ob „Boss Fighters QR ein analoges Spiel mit App-Unterstützung“ oder „ein digitales Spiel mit analogem Material“ sei. Er beantwortet die Frage nicht, stellt aber fest, dass „hier digitale und analoge Elemente eng miteinander verbunden sind und insgesamt gut zusammenarbeiten“. Er vergleicht das Spiel mit Werwörter, wo „das Spiel im Kern klar analog, während die App eine unterstützende Funktion übernahm“ und kritisiert, dass das bei Boss Fighters QR das Digitale ziemlich stark in den Mittelpunkt des Spielerlebnisses rücke. Der „spielerische Kern [sei] zwar sehr ordentlich umgesetzt und sorg[e] für unterhaltsame Partien, wirk[e] aber abzüglich der digitalen Effekte weder besonders originell noch übermäßig fesselnd.“[5]

Belege

Related Articles

Wikiwand AI