Moon Colony Bloodbath

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Moon Colony Bloodbath ist ein Karten- und Aufbauspiel des amerikanischen Spieleautors Donald X. Vaccarino, das 2024 bei Rio Grande Games erschien. Die deutschsprachige Ausgabe wurde 2026 bei Ravensburger in der Reihe alea veröffentlicht. Das Spiel wurde im selben Jahr gemeinsam mit Boss Fighters QR und Rebirth: Aufbruch in eine neue Zeit für den Kritikerpreis Kennerspiel des Jahres nominiert.

Schnelle Fakten Daten zum Spiel, Auszeichnungen ...
Moon Colony Bloodbath
Daten zum Spiel
Autor Donald X. Vaccarino
Grafik Franz Vohwinkel
Verlag Rio Grande Games, alea
Erscheinungsjahr 2024
Art Karten- und Aufbauspiel
Spieler 1 bis 5
Dauer
Alter ab 12 Jahren
Auszeichnungen
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Thema und Ausstattung

Bei Moon Colony Bloodbath ist ein Deck-Building-Spiel, bei dem die Mitspieler jeweils eine eigene Mondkolonie aufbauen. Die Kolonien werden im Laufe des Spiels durch Gebäude erweitert, während ein gemeinsamer Ablaufstapel Ereignisse, Roboter, Entwicklungen, Vorteile und andere Karten auslöst. Viele dieser Effekte sind negativ und führen dazu, dass Bewohner verloren gehen oder Gebäude aufgegeben werden müssen. Ziel des Spiels ist es, bei Spielende die meisten überlebenden Bewohner in der eigenen Kolonie zu haben.[1]

Das Spielmaterial besteht neben einer Spielanleitung aus:[1]

  • 90 Gebäudekarten,
  • 25 Vorteilskarten,
  • 25 Twistkarten,
  • 20 Entwicklungskarten,
  • 20 Roboterkarten,
  • 13 Ereigniskarten,
  • 7 Startkarten,
  • 5 Kolonietafeln,
  • 20 Aktionsmarkern,
  • einem Robotermarker,
  • einem Twistmarker sowie
  • verschiedenen Markern für Bewohner, Geld, Nahrung und Kisten.

Spielweise

Spielvorbereitung

Zur Vorbereitung werden die Gebäudekarten gemischt und als verdeckter Stapel bereitgelegt. Jeder Spieler wählt einen Wissenschaftler mit eigener Kolonietafel und erhält vier Gebäudekarten auf die Hand. Auf die Kolonietafel werden 30 Bewohner, 4 Geld und 4 Nahrung als Startkapital gelegt. Zusätzlich erhält jeder Spieler die fünf Vorteilskarten seines Wissenschaftlers sowie vier Aktionsmarker.[1]

Die Twistkarten werden gemischt, zwei zufällige Karten werden aufgedeckt und gemeinsam mit zwei Startkarten „Problem“ und vier Startkarten „Arbeit“ zum anfänglichen Ablaufstapel zusammengemischt. Der Robotermarker wird auf den Roboterstapel gelegt, der Twistmarker auf den Twiststapel. Die Entwicklungs- und Ereigniskarten werden offen bereitgelegt und die Ereignisse nach Nummern sortiert, beginnend mit der niedrigsten Nummer.[1]

Spielregeln

Das Spiel wird durch einen gemeinsamen Ablaufstapel gesteuert. In jedem Spielzug wird die oberste Karte dieses Stapels aufgedeckt, und alle Spieler führen gleichzeitig die darauf angegebenen Anweisungen aus. Ist der Ablaufstapel leer, wird der Ablagestapel zu einem neuen Ablaufstapel gemischt. Durch verschiedene Effekte können Karten oben auf den Ablaufstapel gelegt werden und werden dadurch in der Regel als Nächstes ausgelöst.[1]

Eine zentrale Startkarte ist „Arbeit“. Wird sie aufgedeckt, wählen alle Spieler gleichzeitig eine von fünf möglichen Aktionen auf ihrer Kolonietafel: Aufstocken, Bauen, Schürfen, Ernten oder Forschen. Beim Aufstocken werden Kisten auf eigene Gebäude gelegt, beim Bauen wird eine Gebäudekarte von der Hand ausgespielt und bezahlt, beim Schürfen erhalten die Spieler Geld, beim Ernten Nahrung und beim Forschen neue Gebäudekarten. Gebäude können Fähigkeiten besitzen, die bei bestimmten Aktionen ausgelöst werden, etwa zusätzliche Nahrung oder Geld bei Ernten oder Schürfen.[1]

Gebäudekarten bilden den eigentlichen Ausbau der Mondkolonie. Sie besitzen Baukosten, eine angegebene Zahl von Bewohnern und meist eine oder mehrere Fähigkeiten. Wird ein Gebäude verloren, werden seine Bewohner auf die Kolonietafel gelegt, auf dem Gebäude liegende Kisten gehen verloren und eventuelle Verlieren-Fähigkeiten werden ausgeführt. Mehrere gleiche Gebäude können ausliegen, und ihre Fähigkeiten sind in der Regel kumulativ.[1]

Neben Gebäuden gibt es mehrere weitere Kartentypen. Vorteilskarten sind persönliche Boni, die nur dem jeweiligen Spieler zugutekommen und durch bestimmte Gebäudeeffekte dem Ablaufstapel hinzugefügt werden können. Entwicklungskarten betreffen alle Spieler und können positive oder negative Effekte haben. Twistkarten verändern das Spiel für alle Spieler. Roboterkarten werden vor allem durch das Ereignis „Fehlfunktion“ oder bestimmte Gebäude hinzugefügt; sie verursachen zunächst meist Bevölkerungsverluste und lösen danach weitere Effekte aus.[1]

Die Startkarte „Problem“ fügt jeweils das nächste Ereignis in vorgegebener Reihenfolge dem Ablaufstapel hinzu. Diese Ereignisse bringen zunehmend gefährliche Probleme mit sich, darunter Hunger, Papierkram, Fehlfunktionen und verschiedene Katastrophen wie Unfälle, Stromausfälle oder Mondbeben. Das letzte Ereignis „Bedienungsanleitung“ beendet das Spiel, wenn es erreicht und ausgelöst wird.[1]

Spielende

Immer wenn ein Spieler Bewohner abgeben muss, nimmt er diese zunächst von seiner Kolonietafel. Reichen die dort vorhandenen Bewohner nicht aus, muss er eigene Gebäude verlieren, wodurch deren Bewohner auf die Kolonietafel gelegt werden; anschließend werden die geforderten Bewohner abgegeben. Das Spiel endet sofort, wenn eine Kolonie mehr Bewohner verlieren müsste, als ihr insgesamt noch zur Verfügung stehen, oder wenn sie sämtliche Bewohner auf Gebäuden und Kolonietafel verliert. In diesem Fall zählen die übrigen Spieler ihre verbliebenen Bewohner auf der Kolonietafel und auf den Gebäuden zusammen; wer die meisten hat, gewinnt.[1]

Das Spiel endet außerdem, wenn das Ereignis „Bedienungsanleitung“ ausgelöst wird. Auch dann gewinnt der Spieler mit den meisten überlebenden Bewohnern in seiner Kolonie.[1]

Varianten

Moon Colony Bloodbath enthält eine Solo-Variante. Dafür wird das Spiel wie üblich vorbereitet, zusätzlich wird jedoch die Startkarte „Einsamkeit“ in den anfänglichen Ablaufstapel gemischt. Ziel ist es, das Ereignis „Bedienungsanleitung“ zu erreichen. Gelingt dies, gewinnt der Spieler. Andernfalls entspricht die erreichte Punktzahl dem Ereignis mit der höchsten Nummer, das vor dem Untergang der Kolonie hinzugefügt wurde. Für erfahrene Spieler sieht die Anleitung eine Fortsetzung vor, bei der nach Erreichen der „Bedienungsanleitung“ stattdessen zusätzliche Roboter hinzugefügt werden.[1]

Entwicklung und Rezeption

Moon Colony Bloodbath wurde von dem amerikanischen Spieleautor Donald X. Vaccarino entwickelt. Die Illustration und das grafische Design stammen von Franz Vohwinkel. Das Spiel erschien 2024 bei Rio Grande Games und die deutschsprachige Fassung erschien 2026 bei Ravensburger in der Reihe alea, zudem gibt es Versionen auf Französisch und Polnisch.[2]

Die Jury des Spiel des Jahres nominierte Moon Colony Bloodbath 2026 gemeinsam mit Boss Fighters QR und Rebirth: Aufbruch in eine neue Zeit für das Kennerspiel des Jahres. Sie beschreibt das Spiel als „Katastrophen mit Ansage“, bei dem am Ende gewinnt, wer übrig bleibt.[3] In einer Kritikenrundschau des Spiel des Jahres wurde das Spiel als Titel beschrieben, bei dem „alles, was schiefgehen kann“, auch tatsächlich schiefgehe; zugleich wurde auf die Dynamik beim Aufbau der eigenen Kolonie und zunehmender Katastrophendichte verwiesen.[4]

Karsten Grosser schrieb auf Spielekenner, Moon Colony Bloodbath sei für alea ein ungewöhnlicher Titel und hob besonders die Verbindung aus schwarzem Humor, gemeinschaftlich wachsendem Kartenstapel und persönlichem Kolonieaufbau hervor.[5] Harald Schrapers beschrieb das Spiel als makabres, aber spannendes Spiel mit einem gemeinsamen Kartenstapel, bei dem trotz weitgehend parallelen Spiels ein Gemeinschaftsgefühl gegen den zunehmend gefährlichen Kartenstapel entstehe. Er lobte den Mechanismus und die Spannung aus Aufbau und anschließendem Abriss, sah die technologieskeptische Thematik aber nur bedingt tragfähig, da die Menschenchips mit der Zeit wie eine abstrakte Spielwährung wirkten.[6] Udo Bartsch bewertete das Spiel in seinem Blog Rezensionen für Millionen als „außerordentlich“. Er hob den Sog des Spiels, die variierenden Twists, den fragilen Kolonieaufbau und die satirische Ebene hervor; für ihn sei das Spiel eine „Satire auf blinde Technikgläubigkeit“ und zugleich eine Parabel auf den Umgang mit der Klimakatastrophe.[7]

Belege

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