Boulevard des Films
thematische Fußgängerzone in Potsdam
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der Boulevard des Films entsteht als thematische Fußgängerzone in der Stadt Potsdam. Seit 2024 werden in die Pflasterung der Brandenburger Straße quadratische Platten aus Granit eingearbeitet. Diese sollen insgesamt 55 Filme ehren, die in Potsdam und der Region produziert wurden.[1][2]

Hintergrund
Die Filmgeschichte von Potsdam und dem heutigen Stadtteil Babelsberg beginnt im frühen 20. Jahrhundert.[3] Im Auftrag der Deutschen Bioscop GmbH suchte Filmpionier Guido Seeber nach einem Studiogelände außerhalb von Berlin. Dabei erlangte das Villenviertel Neubabelsberg seine Aufmerksamkeit. Er stellte im Oktober 1911 den Bauantrag für ein Glasatelier und so konnten die Dreharbeiten zu Der Totentanz am 12. Februar 1912 beginnen. Hiermit legten Seeber und die Bioscop GmbH den Grundstein des Filmstudios Babelsberg.[4]
Im Laufe der Zeit siedelten sich weitere Produktionsunternehmen (u. a. UFA und DEFA) an und führten den Standort gemeinsam durch fünf Schaffensphasen deutscher und europäischer Filmgeschichte.[3] Neben den Studios wird auch Potsdam wiederkehrend zur Kulisse von Film- und Fernsehproduktionen. Darunter zählen beispielsweise Der blaue Engel mit Marlene Dietrich oder Metropolis von Fritz Lang.[5]
Für den historischen Hintergrund und eine beständige Attraktivität für nationale sowie internationale Produktionen wurde die Stadt von der UNESCO ausgezeichnet. Seit dem 30. Oktober 2019 trägt Potsdam den Titel UNESCO Creative City of Film.[6][5]
Der Boulevard des Films soll einen Teil dieser Geschichte im Zentrum der Stadt sichtbar machen.[3]
Umsetzung
Das Konzept für den Boulevard des Films wurde im Zusammenhang mit den ersten Plänen zur Rekonstruktion der Brandenburger Straße im Jahr 2018 entwickelt. Die Stadt konkretisierte das Projekt mit ihrer Bewerbung um den Titel UNESCO Creative City of Film.[7] So wird sich der Boulevard auf die in Potsdam entstandenen Werke fokussieren, nicht auf Personen.[3]
Eine Jury ausgewählter Personen beschäftigte sich mit verschiedenen Gestaltungsentwürfen. Diese entschied sich für die Darstellung der Filmtitel mit Produktionsjahren und dem Logo der UNESCO Creative City of Film. Insgesamt 55 Werke sollen mit den 80 × 80 Zentimeter großen Granitplatten geehrt werden.[3]
Die Sanierungsarbeiten der Straße begannen im Jahr 2021. Die ersten Granitplatten wurden am 4. Juli 2024 vom Oberbürgermeister der Stadt Potsdam, Mike Schubert, und dem ortsansässigen Regisseur Andreas Dresen enthüllt.[3][2]
Auswahlkriterien
Die Entscheidung über die zu würdigenden Filme unterlag einer Expertenjury, unter der Leitung von Chris Wahl. Im Januar 2021 wurden die Mitglieder vom Oberbürgermeister der Stadt berufen und haben verschiedene Werke aus Potsdam bewertet. Dabei waren folgende Kriterien zu berücksichtigen:
- die Bedeutung für den Standort
- die gesellschaftliche Relevanz
- der Publikumserfolg und Kultcharakter des Films
- eine besondere künstlerische oder technische Leistung und
- Auszeichnungen und Preise für die Werke.[3]
Gewürdigte Filmtitel
Diese Liste enthält alle geplanten Granitplatten mit den Werken bis 2017.[3][2]
Siehe auch
Weblinks
- Boulevard des Films auf Potsdam.de









