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Brachwitz (Treuenbrietzen)

Ortschaft in Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Brachwitz ist ein Ortsteil[2] der Stadt Treuenbrietzen im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Schnelle Fakten Stadt Treuenbrietzen ...
Brachwitz
Koordinaten: 52° 9′ N, 12° 53′ O
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 6,69 km²
Einwohner: 195 (2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juni 2002
Postleitzahl: 14929
Vorwahl: 033748
Brachwitz (Brandenburg)
Brachwitz (Brandenburg)
Lage von Brachwitz in Brandenburg
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Lage

Brachwitz liegt im Norden des Hohen Flämings im Naturpark Nuthe-Nieplitz etwa fünf Kilometer nördlich von Treuenbrietzen. Umliegende Ortschaften sind der zur Gemeinde Linthe gehörende Ortsteil Alt Bork im Norden, der Beelitzer Ortsteil Buchholz im Nordosten, Niebel im Osten, die Stadt Treuenbrietzen im Südosten und Süden, der zur Gemeinde Mühlenfließ gehörende Ortsteil Schlalach im Westen sowie das wiederum zu Linthe gehörende Deutsch Bork im Nordwesten.

In Brachwitz endet die Kreisstraße 6916. Die Bundesstraße 2 von Wittenberg nach Potsdam verläuft etwa zwei Kilometer östlich des Ortes. Zudem verläuft die Bahnstrecke Jüterbog–Nauen östlich des Ortes. Im Norden der Gemarkung befindet sich der historische Dorfkern. Südlich der Brachwitzer Dorfstraße liegt das Wohngebiet Am Winkel sowie daran angrenzend das Wohngebiet Am Berg mit einem Sportplatz und Teich.

Geschichte und Etymologie

Frühzeit bis 14. Jahrhundert

Dorfkirche Brachwitz

Archäologen konnten bei Grabungen einige Hügelgräberfelder im Süden der Ortschaft sichern und sie in die Bronzezeit datieren. Brachwitz wurde erstmals im Jahr 1327 in einer Urkunde als brachwiz erwähnt. Der Ortsname stammt vermutlich von dem slawischen Personennamen Bratumil ab und weist auf die Besitzgeschichte des Ortes hin. Die Stadt selbst gibt auf einer Informationstafel die Übersetzung Brachovici an, was so viel wie „Brache“ oder „Brachland“ heißt.[3] In einer anderen Quelle wird Brachwitz als Ort, wo Leute eines Mannes namens Brach wohnen[4] hergeleitet. Weitere Schreibweisen waren in villa Brakewitz im Jahr 1343, Bracwitz im Jahr 1375 und Brachwitz im Jahr 1450. Im Jahr 1375 hatte Brachwitz 26 Hufen, diese zahlten je fünf Scheffel Roggen und vier Scheffel Hafer an Landpacht.[5] Besitzer waren vor 1375 bis 1413 die von Lindow zu Treuenbrietzen. Ihr Anteil fiel 1413 an die von Thümen und bis nach 1450 an die Familie Hasenbalg. In den Jahren 1444 und 1450 erhielten die von Kracht die Anwartschaft auf das Leibgedinge der Witwe Hasenbalg. Weitere Besitzer waren: Vor 1472 bis 1494 die Familie Bade, 1494 bis 1503 der Kurfürst bzw. das Amt, 1503 bis 1512 die Familie Schönebeck zu Mohrin, von 1512 bis um 1660 der Rat der Stadt Treuenbrietzen, um 1660 bis 1682 die Familie Friese aus Berlin bzw. dessen Schwiegersöhne Dreckmeyer und Hamrath. In dieser Zeit war das Dorf seit 1639 bereits im Pfandbesitz. Von 1682 bis 1826 war schließlich das Amt Saarmund der Eigentümer, anschließend bis 1872 das Amt Potsdam. Der Besitz umfasste das Obergericht, die Wagendienste und Bede (1375) bzw. das Dorf mit allen Diensten, der Ober- und Untergerichtsbarkeit sowie das Kirchenpatronat (1472), jedoch ohne das Schützenhaus, das dem Magistrat von Beelitz gehörte.[6] Die Gemarkung war im Jahr 1375 insgesamt 26 Hufen groß, davon standen dem Pfarrer zwei Hufen zu. Der Lehnschulze bewirtschaftete vier Hufen. Es gab einen Krug und 18 Kossäten.[7]

Die Dorfkirche in Brachwitz wurde Ende des 13. bzw. Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Rechteckbau. 1659 gehörte das Dorf dem Berliner Ratsherren Christoph Friese. Er schenkte der Gemeinde zwei Kaseln, die erst bei Sanierungsarbeiten am Bauwerk im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurden und sich im 21. Jahrhundert im Domstift in Brandenburg befinden. 1772 wurde der Kirchturm angebaut sowie die Fenster ersetzt. Die Brachwitzer Dorfkirche ist die einzige Kirche des Landkreises Potsdam-Mittelmark, die beinahe ausschließlich aus Raseneisenstein erbaut wurde.[5]

15. und 16. Jahrhundert

Das Dorf war im Jahr 1450 nach wie vor 26 Hufen groß, von denen zwei dem Pfarrer zustanden. Im Jahr 1494 wurde von einem Schulzen mit vier Lehnhufen, zehn Hufner und elf Kossäten berichtet.

Der Schulze erschien erneut in den Akten und besaß 1512 zwei freie Lehnhufen. Außerdem lebten im Dorf nach wie vor zehn Hufner und elf Kossäten. Neben dem Pfarrer lebte im Dorf ein Küster, der ein Küsterhäuslein mit einem Garten besaß, in dem er zwei Scheffel Saat ausbrachte. Er nutzte außerdem einen Garten mit zwei Wiesen sowie ein Land mit einer Scheffel Saat. Die Bewohner zahlten ihm 28 Scheffel Scheffelkorn sowie aus jedem Haus zwei Brote. Die Kossäten gaben teilweise drei, teilweise zwei, manchmal auch vier Brote. Der Kirche standen sieben Morgen (Mg) Wiesenwachs zu.[7]

17. und 18. Jahrhundert

Eine Statistik aus dem Jahr 1624 führte auf: elf Hufner, elf Kossäten, ein Hirte, ein Laufschmied, 1 ½ Hausmann sowie 26 Hufen einschließlich zweier Pfarrhufen. Im Jahr 1652 waren es vier Hufner (darunter der Schulze), elf Kossäten und in Summe 16 Personen. Eine weitere Statistik aus den Jahren 1682/1684 führte 24 Mittelhufen auf, davon vier wüste Hufen in der adeligen Kollekte. Zwei der elf Kossätenhöfe lagen wüst.

Eine Statistik aus dem Jahr 1745 führte an: elf Bauern, elf Kossäten und eine Schützenwohnung. Im Dorf lebten im Jahr 1757 nach wie vor elf Bauern: der Lehnschulze mit vier Hufen, acht Zweihufner und zwei Einhufner. Außerdem gab es elf Kossäten, acht Büdner, einen Soldaten, fünf Paar Hausleute sowie neun einzelne Einlieger. Im Jahr 1772 erschienen ein Schulze, zehn Bauern und 18 Kossäten.[7]

19. Jahrhundert

Im Jahr 1801 lebten in Brachwitz der Lehnschulze, acht Ganzbauern, zwei Halbbauern, elf Ganzkossäten und acht Büdner. Es gab einen Krug; die Bewohner schlugen 540 Mg Holz und bewirtschafteten 24 Bauernhufen. Im Dorf gab es 38 Feuerstellen (= Haushaltungen). 1837 wurde lediglich von einem Dorf mit 37 Wohnhäusern berichtet. Im Jahr 1858 bestand Brachwitz aus dem Dorf mit dem Abbau Forsthaus Brachwitz. Es gab fünf öffentliche, 42 Wohn- und 96 Wirtschaftsgebäude.[7] Die Gemarkung war 2673 Mg groß: 59 Mg Gehöfte, 1128 Mg Acker, 517 Mg Wiese, 593 Mg Weide, 376 Mg Wald.[6]

20. und 21. Jahrhundert

Zur Jahrhundertwende standen auf 785 Hektar (ha)[7] insgesamt 62 Häuser. Im Jahr 1931 wurde von 61 Wohnhäusern mit 65 Haushaltungen berichtet. Eine Statistik aus dem Jahr 1939 führte auf: 20 land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit einer Fläche zwischen 20 und 100 ha, 16 Betriebe mit einer Fläche zwischen 10 und 20 ha, 12 Betriebe mit einer Fläche zwischen 5 und 10 ha sowie zehn Betriebe mit einer Fläche zwischen 0,5 und 5 ha.

Brachwitz lag seit jeher im Königreich Preußen und dort im Regierungsbezirk Potsdam. Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde dem damals neu gebildeten Kreis Belzig im Bezirk Potsdam zugeordnet. In der Zeit der DDR gründete sich im Jahr 1959 eine LPG Typ I mit fünf Mitgliedern und 90 ha Fläche sowie eine weitere LPG Typ I mit fünf Mitgliedern und 51 ha Fläche. Beide schlossen sich 1960 zur LPG Typ III zusammen. Im genannten Jahr bestand eine LPG Typ III mit 55 Mitgliedern und 343 ha Fläche sowie eine LPG Typ I mit 103 Mitgliedern und 257 ha Fläche, die 1974 an die LPG Typ III Schlalach angeschlossen wurde.[7]

Nach der Wende lag Brachwitz im Landkreis Belzig in Brandenburg und schloss sich zum 11. Februar 1992 dem Amt Treuenbrietzen an. Nach der Kreisreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 kam die Brachwitz schließlich zum neu gebildeten Landkreis Potsdam-Mittelmark. Zum 1. Juni 2002 wurde das Amt Treuenbrietzen aufgelöst und Brachwitz in die Stadt Treuenbrietzen eingemeindet.[8]

Im Januar 2007 wurde Brachwitz durch den Orkan Kyrill stark beschädigt.[9]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Anzahl Einwohner[10]
Jahr 187518901910192519331939194619501964197119811985198919952001
Einwohner 270294296319336323384363291289235211207194207
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Sehenswürdigkeiten

Gefallenendenkmal
Commons: Brachwitz – Sammlung von Bildern
  • Brachwitz in der RBB-Sendung Landschleicher vom 27. November 2016

Einzelnachweise

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