Lühsdorf
Ortsteil von Treuenbrietzen, Landkreis Potsdam-Mittelmark, Brandenburg
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Lühsdorf ist ein Ortsteil[2] der Stadt Treuenbrietzen im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.
Lühsdorf Stadt Treuenbrietzen | |
|---|---|
| Koordinaten: | 52° 9′ N, 12° 58′ O |
| Höhe: | 46 m ü. NHN |
| Einwohner: | 73 (31. Dez. 2011)[1] |
| Eingemeindung: | 26. Oktober 2003 |
| Postleitzahl: | 14929 |
| Vorwahl: | 033748 |
Ortsansicht | |
Lage
Der Ort liegt an der Kreisstraße K 6914. Unweit südlich verläuft die Landesstraße L 80, westlich die B 2.
Geschichte
Frühgeschichte bis 16. Jahrhundert
Bei archäologischen Grabungen wurden Hügelgräber freigelegt, mit denen eine Besiedlung der Gemarkung bereits in der Bronzezeit nachgewiesen werden konnte. Es ist denkbar, dass der Ort in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstanden ist. Die Stadt Treuenbrietzen stellt dabei infrage, ob es um ein Rundlingsdorf oder ob es sich nicht eher um ein Rundangerdorf gehandelt hat.[3] Die erste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 1375, als der Ort im Herrschaftsbereich der Vogtei Trebbin lag. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Schreibweise zum Teil; so trat der Ort als Luderstorp oder Luderstorf in Erscheinung. Im Gesamtwerk von Anton Friedrich Büsching aus dem Jahr 1775 ist bereits von Lühsdorf die Rede, während in den später erschienenen Schmettauschen Kartenwerken sich die Bezeichnung Liesdorf wiederfindet. Die landesherrliche Zugehörigkeit wechselte von der Markgrafschaft (1375) über die Vogtei Trebbin (1450) und die Vogtei Beelitz (1481, 1625) zum Amt Saarmund; 1826 kam der Ort zum Amt Potsdam. Im Jahr 1375 bestanden 15 Hufen, davon gehörten dem Lehnschulzen drei Hufen; es gab einen Kossäten und keinen Krug. 1450 waren erneut 15 Hufen vorhanden, von denen der Dorfschulze drei innehatte.[4]
17. Jahrhundert
1616 lebten ein Schulze, zwölf Hufner und ein Kossät im Dorf. 1624 wurden 13 Hufner, ein Kossät, ein Hirte und anderthalb Paar Hausleute erwähnt, bei insgesamt 15 Hufen. 1625 besaß der Schulze zwei Lehn- und eine Pachthufe, hinzu kamen zwölf Einhufner und ein Kossät. 1652 wurden elf Hufner und ein Kossät mit insgesamt 13 Personen gezählt. 1687 bestand der Ort aus einem Dreihufner als Lehnschulzen mit zwei Lehn- und einer Erbhufe, zwölf Einhufnern und einem Kossäten. Hinzu kamen ein Kuhhirte mit Knecht. Es bestanden 15 kontribuable Hufen, jede mit einer Aussaat von sieben Scheffeln Sommerkorn und acht Scheffeln Winterkorn.[4]
18. und 19. Jahrhundert
1745 wurden 13 Bauern und ein Kossät genannt. Um 1757 bestanden 13 Bauern, darunter ein Lehnschulze mit drei Hufen und zwölf Einhufner, ein Kossät mit einer halben Hufe, vier Büdner sowie drei einzelne Einlieger. Um 1772 wurden ein Freischulze, elf Bauern und drei Kossäten gezählt.
Im Jahr 1801 lebten ein Lehnschulze, zwölf Ganzbauern, ein Kossät und vier Büdner im Ort. Es bestanden ein Krug, 360 Morgen Holz, insgesamt 15 Bauernhufen und 20 Feuerstellen. 1837 wurde Lühsdorf als Dorf mit 20 Wohnhäusern beschrieben. 1858 bestanden vier öffentliche Gebäude, 25 Wohngebäude und 53 Wirtschaftsgebäude. Die Gemarkung umfasste 3415 Morgen, davon 28 Morgen Gehöfte, 690 Morgen Acker, 549 Morgen Wiesen, 1003 Morgen Weiden und 1145 Morgen Wald.[4]
20. und 21. Jahrhundert
Im Jahr 1900 betrug die Fläche 772 Hektar, 1931 waren es 777 Hektar. 1900 waren 31 Häuser vorhanden. 1931 wurden 30 Wohnhäuser mit 31 Haushaltungen gezählt.[4] 1925 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr. Im Jahr 1939 bestanden land- und forstwirtschaftliche Betriebe unterschiedlicher Größe, darunter acht Betriebe mit 20 bis 100 Hektar, zehn Betriebe mit 10 bis 20 Hektar, sieben Betriebe mit 5 bis 10 Hektar sowie drei Betriebe mit 0,5 bis 5 Hektar.
Im Jahr 1956 wurde eine LPG des Typs III mit fünf Mitgliedern und 33 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche gegründet. 1960 bestand eine LPG des Typs III mit 19 Mitgliedern und 96 Hektar Fläche. Zusätzlich bestand eine LPG des Typs I mit 39 Mitgliedern und 233 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. 1968 wurden die LPG zusammengeschlossen, 1973 ging daraus eine LPG des Typs III hervor.[4]
2003 wurde Lühsdorf nach Treuenbrietzen eingemeindet.
Sehenswürdigkeiten

- die Dorfkirche Lühsdorf, eine neogotische Saalkirche aus dem Jahr 1901. Um 1766 kam es im Ort zu einem Großbrand, bei dem der überwiegende Teil der Gebäude vernichtet wurde. Dazu zählte auch die Dorfkirche, die daraufhin wiedererrichtet wurde. Nach rund 100 Jahren war sie jedoch baufällig geworden und musste geschlossen werden. Ein Neubau verzögerte sich, da die Kirchengemeinde ein größeres Bauwerk wünschte. 1885 fand die letzte Bestattung auf dem Kirchhof hinter dem ehemaligen Sakralbau statt. 1899 begannen die Planungen für den Neubau, der 1901 realisiert wurde. Da der Platz auf dem Dorfanger begrenzt war, verzichtete die Kirchengemeinde auf eine traditionelle Ostung und stellte den Altar an der Nordseite auf.
- ein Wohnhaus (Mittelflurhaus; Am Anger 10 und 11)
Siehe auch:
Literatur
- Gisela Kubitz: Geschichte(n) aus Lühsdorf – Erlebnisse rund um die Lühsdorfer Kirche; Zur Erinnerung an die Kirchweih vor 100 Jahren am 29. Mai 1901 (nicht ausgewertet)
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 244 und 245)
