Brasilianisch-ugandische Beziehungen
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Die brasilianisch-ugandischen Beziehungen umfassen die bilateralen Beziehungen zwischen Brasilien und Uganda. Sie unterhalten seit 1970 offizielle diplomatische Beziehungen.[1]
Ihr Verhältnis gilt als gut, aber noch wenig entwickelt. Uganda gehört nicht zu den Ländern Afrikas, zu denen Brasilien bevorzugte Partnerschaften unterhält. Es bestehen regelmäßige, wenn auch vergleichsweise wenig Kontakte in den Bereichen Sport und Kultur, so dass sich ihre Beziehungen vor allem auf wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Austausch und politische Kontakte in multilateralen Foren wie dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, dem vom Deutsch-Brasilianer Achim Steiner geleiteten Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen und weitere Unterorganisationen der UNO oder auch der Afrikanischen Entwicklungsbank, bei der Brasilien nicht-regionales Mitglied ist, erstrecken. Insbesondere in der Entwicklungszusammenarbeit bestehen hier gelegentliche Kontakte, sowohl über die staatliche brasilianische Agentur für Entwicklungszusammenarbeit (Agência Brasileira de Cooperação, ABC) als auch sporadisch über brasilianische NGOs und deren Aktivitäten in Ostafrika. 2013 etwa spendete Brasilien 2.000 Tonnen Reis für Flüchtlingscamps in Uganda.[1]
Eine bedeutende gegenseitige Diaspora als mögliches weiteres Verbindungsglied besteht nicht. Im Jahr 2024 waren 172 ugandische Staatsbürger in Brasilien gemeldet.[2]
Geschichte
Das 1962 vom Vereinigten Königreich unabhängig gewordene Uganda und das bereits seit 1822 von Portugal unabhängige Brasilien nahmen 1970 diplomatische Beziehungen auf.
Ihre Beziehungen entwickelten sich danach nur langsam, auch bedingt durch die Diktatur Ugandas unter Idi Amin (1971–1979) und der folgenden innerpolitischen Instabilität des Landes bis zur Konsolidierung und den ersten freien Wahlen 1989.

Nach einem ersten ugandischen Staatsbesuch 1984, als Kooperations- und Handelsminister Yona Kanyomozi nach Brasilien kam, reiste Ugandas Präsident Yoweri Museveni erstmals 1992 nach Brasilien, wie auch bei seinen nachfolgenden Besuchen 2004 und 2010 im Rahmen internationaler Zusammenkünfte dort.
Seit den 2010er Jahren näherten sich beide Staaten etwas an. Nach einer ersten Mission eines brasilianischen Agrarforschungsunternehmens (EMBRAPA) und eines inter-akademischen Netzwerks zur Unterstützung des Zucker-Ethanol-Bereichs (RIDESA) im Jahr 2008 in Uganda besuchten ugandische Vertreter mehrfach Brasilien, um die dortige hochproduktive Landwirtschaft insbesondere im Kaffeeanbau, aber auch im Bereich der Ethanol-Kraftstoffe, in der Aquakultur, der Viehzucht und anderen Bereichen kennenzulernen. Im Februar 2023 etwa kam Ugandas stellvertretender Minister für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei, Fred Bwino Kyakulaga, um die Aquakultur in Brasilien kennenzulernen, und er traf dabei in Brasília mit Vertretern des Ministeriums für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei zusammen. Am Rande des turnusmäßigen Gipfels der Afrikanischen Union 2014 trafen die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff und ihr ugandischer Amtskollege Yoweri Museveni zusammen und besprachen bilaterale Themen.
2023 trat ein bereits 2011 geschlossenes Grundsatzabkommen über technische und wissenschaftliche Zusammenarbeit beider Länder in Kraft.
Im Januar 2024 kam mit dem brasilianischen Außenminister Mauro Vieira erstmals ein hochrangiger Regierungsvertreter Brasiliens nach Uganda, im Rahmen der 3rd South Summit, einem Treffen der Gruppe der 77 in der ugandischen Hauptstadt Kampala.[1]
Bei einem ersten Besuch einer ugandischen Kommission unter Bildungs- und Sportministerin Rosemary Seninde Nansubuga im Jahr 2019 bekräftigte die ugandische Seite ihren Willen, vom erfolgreichen brasilianischen Schulspeisungsprogramm zu lernen, das nicht nur die Zahl der regelmäßigen Schüler deutlich erhöht, sondern auch nachhaltig zur wirtschaftlichen Entwicklung durch die Einbeziehung kleiner lokaler Produzenten beiträgt.[3]
Diplomatie

Brasilien unterhält keine eigene Botschaft in Uganda, das Land gehört zum Amtsbezirk des brasilianischen Botschafters in Kenia.[4]
Uganda hat ebenfalls keine Botschaft in der brasilianischen Hauptstadt Brasília eingerichtet, zuständig für Brasilien ist die ugandische Botschafterin in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington, D.C.[5]
Gegenseitige Konsulate sind bisher nicht eingerichtet (alles Stand Februar 2026).
Wirtschaft
Der Warenaustausch zwischen Brasilien und Uganda ist erst noch im Aufbau. Im Jahr 2024 belief sich der bilaterale Handel auf 9,6 Mio. US-Dollar, mit einem deutlichen Handelsbilanzüberschuss zu Gunsten Brasiliens in fast gänzlicher Höhe. Wichtigste Exportgüter Brasiliens nach Uganda waren dabei zu 37 % Maschinen und Geräte, zu 17 % Papier und Pappe, und zu 14 % landwirtschaftliche Geräte und ihre Teile.
Uganda exportierte im gleichen Zeitraum Waren in Höhe von 12.000 US-Dollar nach Brasilien, zu 95 % Gewürze.[1]
Sport
Fußball
Die Brasilianische und die Ugandische Fußballnationalmannschaft der Männer sind bisher nicht aufeinander getroffen, auch die Brasilianische und die Ugandische Fußballnationalmannschaft der Frauen nicht (Stand Februar 2026).
João Gabriel wechselte im Sommer 2023 zum ugandischen Hauptstadtklub KCCA FC und war damit der erste brasilianische Fußballspieler in Uganda. Ugandische Spieler in Brasilien wurden bisher nicht bekannt. Ugandas Nationalspieler Geoffrey Sserunkuma spielte 2009/2010 für den südafrikanischen Klub Vasco da Gama, der sich nach dem brasilianischen Traditionsverein CR Vasco da Gama benannt hat.

Andere
Bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften 2017 in der ugandischen Hauptstadt Kampala war Brasilien nur mit einem Sportler vertreten und gewann keine Medaille, Gastgeber Uganda endete mit einer Gold- und zwei Bronzemedaillen als Dritter. Brasilien richtete noch keine Crosslauf-Weltmeisterschaften aus (Stand 2025).
Bei den Olympischen Sommerspielen 2016 im brasilianischen Rio de Janeiro war Uganda mit 21 Athleten vertreten, denen jedoch kein Medaillengewinn gelang. Es war die 15. Teilnahme Ugandas an Olympischen Spielen.
Weblinks
- Webseite des brasilianischen Außenministeriums zu den Beziehungen zu Uganda (portugiesisch, englisch)


