Breitenbrunn (Lützelbach)

Ortsteil von Lützelbach im Odenwaldkreis From Wikipedia, the free encyclopedia

Breitenbrunn ist neben Lützel-Wiebelsbach, Haingrund, Rimhorn und Seckmauern einer der fünf Ortsteile der Gemeinde Lützelbach im südhessischen Odenwaldkreis.

Schnelle Fakten Gemeinde Lützelbach ...
Breitenbrunn
Gemeinde Lützelbach
Wappen von Breitenbrunn
Koordinaten: 49° 46′ N,  4′ O
Höhe: 259 m ü. NHN
Fläche: 8,3 km²[1]
Einwohner: 710 (2. Mai 2024) HW[2]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner/km²
Eingemeindet nach: Lützel-Wiebelsbach
Postleitzahl: 64750
Vorwahl: 06165
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Geographie

Das offene Dorf mit regellosem Grundriss liegt im Buntsandsteingebiet des Odenwalds bei doppelseitiger Tallage, ca. 13,5 km nordöstlich von Erbach.[3] Es ist von bewaldeten Höhen des Odenwalds umgeben, im Süden des Gemeindegebiets von Lützelbach in dem Talkessel des oberen Breitenbachs, der nach Norden bei Rai-Breitenbach der Mümling zufließt. Der Ortsteil Breitenbrunn besteht aus der 830,1 Hektar umfassenden Gemarkung Breitenbrunn, die zwischen 220 und 420 Meter Höhe gelegen ist.[1] In der Gemarkung befindet sich als Siedlungsplatz die Gehöftgruppe Hengmantel.[4]

Auf dem südlichen Hügel – an dessen Fuß die Freiwillige Feuerwehr Breitenbrunn ihr Feuerwehrhaus errichtet hat – besteht eine kleine Ansiedlung. Der Hügel war ursprünglich bewaldet, die Siedlung entstand erst nach dessen Rodung. An der kleinen Verbindungsstraße, welche die Siedlung mit dem Ort verbindet, befindet sich das örtliche Wasserwerk.

Weiter südlich des Weilers „Hengmantel“ befindet sich im Wald an einer Landstraße gelegen, ein ehemaliges Munitionslager der US-Armee. Hier sind heute vier Windkraftanlagen in Betrieb, zwei wurden Anfang 2005 errichtet und zwei weitere im März 2009.

Die Erhebung nordwestlich des Weilers "Hengmantel" (Flurname: "Im untern Bildacker", Position in etwa bei 49°45'33.4"N 9°03'54.9"E) stellt den einzigen Ort dar, von dem aus bei guter Wetterlage sowohl die etwa 7 km entfernte Burg Breuberg (Blickrichtung: nordnordwest), als auch die etwa 14 km entfernte Veste Otzberg (Blickrichtung: nordwest) mit bloßem Auge gleichzeitig gesehen werden kann.

An den Ortsteil Breitenbrunn grenzen, vom Norden beginnend, im Uhrzeigersinn die Orte Lützel-Wiebelsbach, Haingrund, Kimbach und Fürstengrund der Stadt Bad König und Rimhorn. In den Ort führt die Landesstraße 3106, die Rimhorn und Haingrund verbindet.

Klima

Breitenbrunn liegt in einer gemäßigten Klimazone. Die Temperatur sinkt selten unter −10 °C. Im Sommer kann die Temperatur bis auf über 30 °C ansteigen. Im August 2003 stieg die Temperatur auf einen Rekordwert von 37 °C.

Geschichte

Ortsgeschichte

Evangelische Kirche von Breitenbrunn
Breitenbrunn – evangelische Kirche, 1783 als Filialkirche von Seckmauern erbaut

Südöstlich des Talkessels, in dem der heutige Ort liegt, stand auf einem Hügel ein Römerkastell des hier verlaufenden Odenwaldlimes.

1273 verkaufte Marquard von Rosenbach umfangreiche Güter, darunter auch ein Gut zu „Breidenbrunen“ an das Kloster Höchst. Dies stellt die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes dar. Breitenbrunn gehörte zur Herrschaft Breuberg und fiel mit ihr 1806 an das Großherzogtum Hessen. Nach Auflösung der alten Amtsstruktur 1822 fiel der Ort in den Zuständigkeitsbereich des Landgerichts Höchst, nach der Reichsjustizreform von 1877 ab 1879 in den des Amtsgerichts Höchst im Odenwald.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Februar 1971 die Gemeinden Breitenbrunn und Lützel-Wiebelsbach zur erweiterten Gemeinde Lützel-Wiebelsbach[5] und am 31. Dezember 1971 schloss sich die Gemeinde Rimhorn der Gemeinde Lützel-Wiebelsbach an. In der Folge wurden durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Erbach die Gemeinden Steinbachtal und Lützel-Wiebelsbach mit Wirkung vom 1. August 1972 zur Gemeinde Lützelwiebelsbach zusammengeschlossen.[6] Ein Jahr später wiederum, am 1. Juli 1973, wurde die Gemeinde in Lützelbach umbenannt.[7] Für Breitenbrunn wurde, wie für jeden Ortsteil der neugeschaffenen Gemeinde, ein Ortsbezirk gebildet.[8]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Breitenbrunn angehört(e):[3][9]

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

  • 1730: 29 wehrfähige Männer[3]
  • 1961: 965 evangelische (= 56,04 %), 741 katholische (= 43,03 %) Einwohner[3]
Breitenbrunn: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2024
Jahr  Einwohner
1829
 
496
1834
 
549
1840
 
590
1846
 
600
1852
 
619
1858
 
540
1864
 
570
1871
 
578
1875
 
565
1885
 
560
1895
 
544
1905
 
563
1910
 
521
1925
 
517
1939
 
500
1946
 
626
1950
 
616
1956
 
566
1961
 
536
1967
 
573
1970
 
619
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
717
2015
 
733
2020
 
732
2024
 
710
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[3]; Gemeinde Lützelbach[11]; Zensus 2011[12]

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Breitenbrunn 717 Einwohner. Darunter waren 45 (6,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 138 Einwohner unter 18 Jahren, 297 zwischen 18 und 49, 165 zwischen 50 und 64 und 117 Einwohner waren älter.[12] Die Einwohner lebten in 297 Haushalten. Davon waren 81 Singlehaushalte, 84 Paare ohne Kinder und 111 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 129 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 429 Haushaltungen lebten keine Senioren.[12]

Politik

Für Breitenbrunn besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Breitenbrunn) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern.[8] Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Breitenbrunn 55,1 %. Dabei wurden gewählt: je ein Mitglied der SPD, der CDU und der Liste „Überparteiliche Wählergemeinschaft Lützelbach“ (ÜWG).[13] Der Ortsbeirat wählte Fritz Hartmann zum Ortsvorsteher.[14]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Ortsteil verfügt über eine anstelle einer älteren Wehrkirche im Jahr 1783 erbaute und denkmalgeschützte evangelische Kirche[15] und ein Dorfgemeinschaftshaus.

Es gibt im Dorf die Gesangs- und Sportvereinigung Breitenbrunn, die sich in eine Sport- und eine Gesangssparte aufteilt. Die Fußballabteilung des Vereins trägt ihre Heimspiele auf dem „Sportplatz an der Weidenstraße“, der über dem Tal liegt, aus. Der Tanzabteil, unterteilt in Altersstufen, übt jedes Jahr einen Tanz für die Breitenbrunner Kerb ein. Weiter existiert ein Verkehrs- und Verschönerungsverein, die Freiwillige Feuerwehr Breitenbrunn, und die Breitenbrunner Volksmusikanten. Üblich ist auch ein kleiner Umzug an Fasching mit anschließender Feier im Dorfgemeinschaftshaus.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftsstruktur

Im Dorf sind verschiedene kleine Geschäfte und Handwerksbetriebe angesiedelt. Größere Gewerbeansiedlungen fehlen. Breitenbrunn weist intensive Landwirtschaft auf, in der sowohl Viehzucht und Ackerbau betrieben werden. Die Umgegend des Ortes ist daher von Weiden und Ackerflächen geprägt.

Verkehr

Breitenbrunn ist über die Landesstraße 3106 an das regionale Straßennetz angebunden. Sie verbindet Breitenbrunn in westlicher Richtung mit dem Nachbarort Rimhorn und in östlicher Richtung mit dem Flugplatz Vielbrunn und dem Nachbarortsteil Haingrund. Es existiert ferner ein asphaltierter Wirtschaftsweg, der Breitenbrunn durch ein Waldstück mit Lützel-Wiebelsbach verbindet.

Literatur

  • Winfried Wackerfuß: 825 Jahre Lützelbach, Ortsdokumentation, Selbstverlag des Gemeindevorstandes Lützelbach, 1988, 196 Seiten
  • Heidi Banse: Die Schwannenhuben und ihre Familien in: Odenwald-Forum Band III – Fünf familiengeschichtliche Vorträge, Lützelbach, 2020
  • Literatur über Lützelbach-Breitenbrunn nach GND In: Hessische Bibliographie
  • Webauftritt der Gemeinde Lützelbach
  • Ortsteile. In: Webauftritt. Gemeinde Lützelbach, archiviert vom Original am 28. Oktober 2012; abgerufen am 3. September 2018.
  • Breitenbrunn, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).

Anmerkungen und Einzelnachweise

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