Bruno Geisler

deutscher Ornithologe (1857–1945) From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Bruno Geisler besammelte gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Hubert Geisler für den Naturalienhändler Wilhelm Schlüter und dessen Firma Wilhelm Schlüter, Naturalien- und Lehrmittelhandlung in Halle an der Saale sowie auch für das Königliche Zoologische und Anthropologisch-Ethnographische Museum zu Dresden (heute Museum für Tierkunde Dresden und Museum für Völkerkunde Dresden) 1887 bis 1889 auf Ceylon und Java und von 1890 bis 1892 in Neuguinea die lokale Vogelwelt. Die von den Gebrüdern Geisler nach Deutschland geschickten Vogelbälge wurden in Dresden von Adolf Bernhard Meyer untersucht und in den Jahren 1891, 1892 und 1893 beschrieben.

Anfang 1893 kam Bruno Geisler wieder nach Deutschland zurück und wurde von Adolf Bernhard Meyer zunächst als Hilfspräparator an der Zoologischen Abteilung des Königlichen Zoologischen und Anthropologisch-Ethnographischen Museums in Dresden angestellt, wo er in der Folge dann 30 Jahre tätig war und 1923 als Oberkonservator in Ruhestand ging.

Zosterops everetti babelo aus dem Buch The Birds of Celebes and the Neighbouring Islands

Er war bekannt für seine gemalten Vogelbilder und illustrierte unter anderem das von Adolf Bernhard Meyer gemeinsam mit Lionel William Wiglesworth 1898 in Berlin veröffentlichte zweibändige Werk The Birds of Celebes and the Neighbouring Islands[1] sowie auch die Tafeln im Atlas des Werks von Anton Reichenow über Die Vögel Afrikas von 1902.[2]

Bruno Geisler: Winterlager der Lappen bei Juckasjärvi (1914)

Das Museum für Völkerkunde Dresden bewahrt in seinen Bildsammlungen 66 Ölgemälde Geislers auf, weitere 28 gelten als Kriegsverluste. Die Gemälde entstanden zwischen 1912 und 1917 für die Dauerausstellungen im Dresdner Zwinger. Geislers Gemälde basieren sowohl auf den am Museum vorhandenen Fotografien als auch auf Buchillustrationen, wobei er mitunter Motive verschiedener Vorlagen in kompilatorischer Weise in einem Gemälde vereinte.[3]

Geisler wurde am 10. Oktober 1945 auf dem St.-Pauli-Friedhof in Dresden bestattet.

Adolf Bernhard Meyer benannte zu Ehren der Gebrüder Geisler unter anderem den Laubenvogel Ailuroedus geislerorum Meyer, 1891[4] und den Drosselflöter Ptilorrhoa geislerorum (Meyer, 1892)[5] sowie zu Ehren von Bruno Geisler die Unterart des Paradiesvogels Drepanornis albertisi geisleri Meyer, 1893.[6] Oskar Böttger benannte zu Ehren der Gebrüder Geisler den Engmaulfrosch Oreophryne geislerorum (Boettger, 1892).

Literatur

  • Bo Beolens, Michael Watkins, Michael Grayson: The Eponym Dictionary of Amphibians. Bloomsbury Publishing, 2013, S. 77 (books.google.de)
  • Bo Beolens, Michael Watkins, Michael Grayson: The Eponym Dictionary of Birds. Bloomsbury Publishing, London 2020, S. 210 (books.google.de)
  • Ludwig Gebhardt: Die Ornithologen Mitteleuropas. Brühlscher Verlag, Giessen 1964, S. 108
  • Richard Heyder: Der Vogelmaler Bruno Geisler. Zoologische Abhandlungen. Aus dem staatlichen Museum für Tierkunde in Dresden, Band 28, 9, Dresden 1965, S. 144–155
  • Arnold Jacobi: Fünfzig Jahre Museum für Völkerkunde zu Dresden. Dresden 1925
Commons: Bruno Geisler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

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