Bruno III. (Isenburg-Braunsberg)
Herr von Isenburg-Braunsberg (1255–1278)
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Bruno III. von Isenburg-Braunsberg (auch Bruno III. „der Jüngere“ von Braunsberg; * um 1230; † 1278) war ein deutscher Adliger, der von 1255/56 bis 1278 Herr von Braunsberg und Isenburg und zu einer Hälfte Besitzer der Grafschaft Wied war. Er war zudem aus wiedischem Erbe Vogt der Dietkirchener Vogtei Oberbieber und aus dem Erbe seines Vaters Vogt von Maischeid.

Er stammte aus dem Haus Isenburg, genauer aus der „Linie Wied-Braunsberg-Isenburg“, die später lediglich als „Linie Wied-Isenburg“ bezeichnet wurde. Seine direkte männliche Linie lässt sich bis Gerlach I. von Isenburg zurückverfolgen, der mit seinem Bruder Rembold I. um 1100 im Sayntal die Isenburg erbaute.
Brunos Regentschaft kennzeichnete sich durch seine zahlreichen Schenkungen an örtliche Abteien sowie die neutrale und kompromissbereite Beziehung mit seinen Miterben, den Herren von Eppstein. Brunos Einfluss im Reich mag zwar gering ausgefallen sein, regional war er jedoch – nicht zuletzt durch seine weitläufigen Verwandtschaften mit den Erzbischöfen von Köln, Trier und Mainz – eine bedeutende Persönlichkeit.
Leben
Herkunft
Bruno III. war der einzige Sohn des Herren Bruno II. von Isenburg-Braunsberg († 1255/56) und einer Johanna.[1] Er war Neffe von Dietrich „dem Älteren“ von Isenburg (urkundlich erwähnt zwischen 1218 und 1253), der mit Bruno II. die Grafschaft Wied und Herrschaft Isenburg geteilt regierte,[2] sowie des Erzbischofs Arnold II. von Trier († 1259).[3][4] Zudem war er über seine Großmutter Theodora († nach 1218) ein Großneffe des Grafen Lothar von Wied († 1244),[5] mit dem das erste Haus von Wied ausstarb, und des Erzbischofs Dietrich II. († 1242) von Trier.[6]
Es ist nur eine Schwester Brunos namens Mechthild (* um 1233; † um 1280) bekannt, die spätestens 1253[7] mit Gottfried III. von Eppstein († 1293) verheiratet war.[8] Sie hatten fünf Kinder.[7] Gottfrieds Großvater Gottfried I. († 1223) war mit Isalda von Wied, einer Großtante von Bruno III., verheiratet gewesen.[4] Gottfried III. und Mechthild waren also Cousins zweiten Grades.
Stammtafel von Bruno III.
| Rembold IV. 1147–1175 Herr von Isenburg | Dietrich I. 1162–1200 Graf von Wied | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Rembold I. 1297–1210 Herr von Kempenich | Bruno I. 1200–1210 Herr von Braunsberg | Theodora 1218 Miterbin der Grafschaft Wied | Dietrich II. 1212–1242 Erzbischof von Trier | ||||||||||||||||||||||||||||
| Agnes ⚭ Werner III. Herr von Bolanden | Bruno II. 1210–1255/56 Herr von Braunsberg | Arnold II. 1242–1259 Erzbischof von Trier | |||||||||||||||||||||||||||||
| Bruno III. 1256–1278 Herr von Braunsberg | Mechthild ⚭ Gottfried III. Herr von Eppstein | ||||||||||||||||||||||||||||||
Kindheit und Jugend

Bruno wuchs in einer großen von der Eifel bis in die Wetterau verzweigten Familie auf. Zum Zeitpunkt von Brunos Geburt hatten die Herren von Isenburg bereits vier Burgen erbaut und bewohnten drei weitere Burgen aus dem Erbe anderer Adelsgeschlechter.[9] Eine dieser Burgen, die Stammburg Isenburg, war die älteste und wurde schon Anfang des 13. Jahrhunderts zu eng für die vielen Linien des Hauses.[4][2] Daher erbaute Brunos Großvater Bruno I. um 1200 die Burg Braunsberg (Brunsburg) über dem Aubachtal, die seitdem der Herrschaftssitz dieser neuen Linie war.[10][4]
Auch wenn es von Bruno vor 1247 keine urkundliche Erwähnung und damit auch keine sicheren Nachrichten über seine Kindheit oder Jugend gibt, wird sie jedoch sehr von den Handlungen um die Erbschaft der Grafschaft Wied geprägt gewesen sein. Denn schon am 22. Februar 1238, noch etwa sechs Jahre vor dem Tod des letzten wiedischen Grafen, wurden Brunos Vater und sein Onkel Dietrich von dem rheinischen Pfalzgrafen Otto II. mit der Grafschaft Wied und allen anderen pfalzgräflichen Gütern Lothars „auf den Todesfall ihres Oheims“ (quod post mortem dicti comitis avunculi sui)[11] belehnt.
Es folgten weitere Vergleiche und Verhandlungen, bis sich schließlich am 24. November 1240[12] die Brüder Bruno II. von Braunsberg, Dietrich und Dompropst Arnold von Isenburg (der spätere Erzbischof von Trier)[6] mit ihren Vettern Erzbischof Siegfried III. von Mainz, Gottfried II. und Gerhard II. von Eppstein auf Burg Braunsberg trafen, um einen Vergleich bezüglich der wiedischen Erbschaft zu schließen. Dabei wurde entschieden, dass alle Anwesenden nach dem Tod ihres Onkels Lothar die Grafschaft zu gleichen Teilen erben und gemeinsam regieren sollten, da die Eppsteiner über eine jüngere Schwester Lothars als dessen Neffen erbberechtigt waren.[5]
Damit wurde die Burg Braunsberg Ort einer der wichtigsten Vergleiche in der Geschichte der Grafschaft Wied, die den Beginn des Aufstiegs der Braunsberger markierte[10] – diese traten Schritt für Schritt immer mehr in die Fußstapfen der Grafen von Wied, wodurch sie eine „bedeutende Stellung“[2] einnahmen. Als Bruno etwa zwölf Jahre alt war, wurde sein Onkel Arnold beispielsweise als Nachfolger seines Onkels Dietrich II. von Wied († 1242)[6] zum dritten Kurerzbischof von Trier gewählt.[10] Dieser besiegelte am 5. März 1243[13] auf Burg Niederwied die Belehnung Brunos und Dietrichs von Isenburg mit sämtlichen Lehen des Grafen Lothar von Wied, der die Urkunde ausstellte. Die Eppsteiner waren an dieser Belehnung nicht beteiligt.
Gegen 1247, als Bruno vermutlich als mündig anerkannt wurde und seine ritterliche Ausbildung endete, befanden sich die Herren von Braunsberg und Eppstein bereits mitten in der gemeinsamen Regentschaft der Grafschaft Wied, allerdings konnte keine der beiden Familien den alten Grafentitel aufgreifen.[5] Im Heiligen Römischen Reich herrschte zu dieser Zeit das von 1245 bis 1273 andauernde Interregnum – eine kaiserlose Zeit, in der zwar insgesamt vier Könige (Heinrich Raspe, Wilhelm von Holland, Alfons von Kastilien, Richard von Cornwall) gewählt wurden, keiner dieser Könige aber vermochte, Herrschergewalt auszuüben. Erst gegen Ende von Brunos Regentschaft erlebte er noch die Wahl des Habsburgers Rudolf IV. (1271), mit dem das Interregnum ein Ende nahm.[14]
Herrschaftsantritt
Seit 1247[15] tauchte Bruno mit seinem gleichnamigen Vater mehrfach in Zeugenreihen auf, was darauf hindeutet, dass er zu diesem Zeitpunkt bereits mündig war und auf die Herrschaft vorbereitet wurde. Zur Unterscheidung mit seinem Vater wurde er daher auch oft „der Jüngere“ (Brunone [...] iuniore de Brunesberch)[15] genannt. Am 25. November 1250 taucht er sogar erstmals ohne seinen Vater als „Ritter“ (Brunone iuniore de Brunsperch [...] militibus)[16] auf, allerdings noch nicht als „Herr“ (domine) von Braunsberg.
Zusammen mit seinem Vater (und als Neffe des Erzbischofs Arnold II. von Trier) wurde er zuletzt im Jahr 1255 genannt (nec non et nobilium virorum fratris Brunonis, et Brunonis ipsius filii).[17] Brunos Vater starb kurz darauf, vielleicht sogar noch im selben Jahr, denn in der berühmten Urkunde zur Aufteilung der Grafschaft Nassau zwischen der Walramischen und Ottonischen Linie des Hauses Nassau am 16. Dezember 1255[18] erscheint als Zeuge nur ein Bruno von Braunsberg (domini Brunonis de Brunsberg).[19] Allgemein wird die Urkunde des Erzbischofs Arnold von Trier vom 20. März 1256[20] als erste gesicherte Erwähnung Brunos als Herr von Braunsberg angesehen.[21]
Weitere Besitzungen Brunos
Die Herrschaft Braunsberg war aber nicht sein einziges Erbe. Er erbte von seinem Vater das sogenannte Braunsberger Haus auf der Isenburg samt ein Viertel der dazugehörigen Herrschaft Isenburg,[22] die Vogtei Maischeid,[23] die Grundherrschaften Heddesdorf, Langendorf, Niederbieber, Oberbieber und Dierdorf, und am wichtigsten: Die Hälfte der Grafschaft Wied.[3] Bruno III. erbte noch dazu die Burg Hartenfels als Mitbesitzer mit den Eppsteinern und Heinrich III. von Isenburg. Im Jahr 1259 verloren die Isenburger und Eppsteiner allerdings die Burgherrschaft Hartenfels, wodurch nach Gensicke das „Übergewicht der Braunsberger“ stärker wurde.[24]

Weiterer Streubesitz lag auf der anderen Rheinseite im Maifeld, so zum Beispiel der Ort Kalt, der von dem Ritter Kuno von Bachem, ein Vasall Brunos, als Lehen gehalten wurde. Dieser Niederadlige verkaufte – mit Brunos zuvor am 21. November[25] eingeholten Bestätigung – am 26. November 1259[26] die Güter des Dorfes an das Deutschordenshaus in Koblenz. Die zuerst erfolgte Bestätigung Brunos fand nach der Urkunde auf der Burg Isenburg (in castro Ysenburg) statt.[25] Bruno bestätigte also noch Rechtssprüche und sonstige Bestätigungen sowie Schenkungen auf der Stammburg seines Hauses.
Ebenfalls auf der linken Rheinseite lag auch aus wiedischem Erbe die Burg Olbrück mit der gleichnamigen Herrschaft, die zur Hälfte Bruno III. gehörte. Die andere Hälfte gehörte den Eppsteinern. Nachdem die Eppsteiner im Jahr 1271 ihren Anteil an die Familie von Eich verkauften, verkaufte Bruno am 9. Januar 1272[27] ebenfalls seine Hälfte für 600 kölnische Mark an den Ritter Peter I. von Eich.[28]
Brunos Territorialpolitik und weiteres Wirken

Die Braunsberger waren nach Gensickes Urteil „von vorneherein im Vorteil“ gegenüber den Eppsteiner Miterben durch ihre Burg Braunsberg, der Holzbachmulde um Dierdorf, der Burg Altwied und den Grundherrschaften Heddesdorf und Oberbieber sowie, gemeinsam mit der salentinischen Linie Isenburgs, Niederbieber.[29] Entsprechend dieser territorialpolitischen Lage fiel auch Brunos eigene Territorialpolitik eher diplomatisch und „friedlich“ – so formuliert es zumindest Reck[30] – aus, ohne Fehden oder sonstige bewaffnete Konflikte. Es sind lediglich zwei Rechtsstreite überliefert:
- Im Jahr 1263 klagte die Dietkirchener Äbtissin Jutta, eine Verwandte Brunos, über ein von Bruno III. wohl zu Unrecht entzogenes Gut der Kapelle St. Nikolaus in Oberbieber. Bruno gab nach der Bitte der Äbtissin das Gut wieder an die Abtei und erkannte sein Unrecht.[31]
- Im Jahr 1275 führte Bruno III. einen Rechtsstreit mit dem Abt von Laach, nachdem Bruno ohne Erlaubnis in einem zum Laacher Hofgut Maischeid gehörenden Wald ein neues Ackerland angelegt hatte.[23] Im selben Jahr übergab er mit seiner Gemahlin Isalda das vorgenannte Grundstück gänzlich als Eigentum an die Abtei, womit er auch diesen Rechtsstreit beendete.[32]
Anhand der Urkunden über die Beilegungen der Rechtsstreitigkeiten lassen sich auch zwei Vogteien Brunos herauslesen – die Dietkirchener Vogtei Oberbieber, vermutlich aus wiedischem Erbe,[33] und die Vogtei Maischeid[23] als Lehen der Abtei Laach.
Anteil an der Burg Wied

Brunos Beziehungen zu den Herren von Eppstein, genauer zu Gottfried II. und dessen Sohn Gerhard II. von Eppstein, blieb mittels Vergleichen weiterhin wie bereits bei seinem Vater (siehe oben) neutral und ohne bewaffnete Streitigkeiten. Ein solcher Vertrag war zum Beispiel ein Vergleich zwischen Bruno und Gerhard II. auf der Burg Wied am 6. Juli 1269:[34]
„Gerard Dei gratia Archid. Trevir. et Bruno de Brunsberg Dnus, vniversis presens scriptum visuris cupimus esse notum, tenore presencium protestantes, quod side ac juramento a nobis prestito corporali veram confederationem invicem compromittimus, super castro nostro Wede, in quo quilibet nostrum partem suam optinet deputatam.“
„Gerhard, von Gottes Gnaden Archidiakon von Trier, und Bruno von Brunsberg, Herr, wünschen allen, die dieses gegenwärtige Schriftstück sehen, bekannt zu machen und bezeugen durch den Inhalt des Gegenwärtigen: dass wir durch Glauben und einen von uns geleisteten körperlichen Eid ein wahres Bündnis untereinander eingehen bezüglich unserer Burg Wied, in welcher jeder von uns seinen zugewiesenen Anteil besitzt.“
Die Burg Wied (heute Altwied) war damals genau so wie die Grafschaft selbst zwischen den Braunsbergern und Eppsteinern geteilt. Während der Regentschaft Brunos entstand die 1259 erstmals erwähnte Burgkapelle St. Georg sowie der Burgflecken unter der Burg, der heutige Ort Altwied. Dieser wurde ebenfalls im 13. Jahrhundert durch eine äußere Wehrmauer befestigt.[35]
Wohltätigkeiten Brunos

Brunos weiteres Wirken war besonders durch diverse Schenkungen geprägt, unterbrochen von seinen Anwesenheiten bei Friedensverträgen und Schenkungen von anderen Adligen des Westerwaldes. Ungefähr seit 1264 plante Bruno sogar, zusammen mit seinen Vettern Werner IV. von Bolanden und Philipp I. von Falkenstein, auf dessen gemeinsamen Gut „Adenrode“ (heute Adenroth, Wohnplatz von Breitnau) ein Frauenkloster zu errichten.[36] Als jedoch Brunos Gemahlin Sophia kinderlos um 1266 starb, schenkte Bruno am 26. März desselben Jahres[37] gleich ganz Adenrode zum Seelenheil Sophias an die Abtei Rommersdorf und gab den Klosterplan aus unbekannten Gründen auf.[36] Das Gut wurde um 1268 von der Abtei Rommersdorf an die Abtei Schönstatt bei Vallendar verschenkt, die auf dem Grundstück den heutigen Hof Adenroth mit der 1268 erstmals erwähnten Kapelle gründeten.[38]
1267 unterschrieb Bruno einen Vergleich zwischen den Geschwistern seiner zweiten Gemahlin Isalda.[30] In den Jahren 1269, 1270[30] und 1276[39] betätigten Bruno und Isalda weitere Schenkungen an die Abteien Rommersdorf, Wülfersberg (Tochterkloster von Rommersdorf) und Dietkirchen bei Bonn. Trotz den vielen Schenkungen und Gebietsveräußerungen Brunos blieb nach Gensicke das Übergewicht der Braunsberger gegenüber den Herren von Eppstein in der Grafschaft Wied bestehen, selbst als Bruno III. anschließend im Jahr 1278 die Burg Altwied Gottfried III. von Eppstein auf Lebzeit verkaufte.[29]
Die letzten Lebensjahre Brunos

Doch es gab gegen Ende von Brunos Regentschaft auch ein paar Erwerbungen. So konnte nämlich Isalda von Heinsberg im Jahr 1278 die Kirche Niederbieber ganz an sich bringen. Zu dieser Zeit gelang es auch den Braunsbergern die salentinische Linie des Hauses Isenburg aus der Grundherrschaft Heddesdorf zu verdrängen.[40] Trotzdem beteiligte sich Bruno nicht an dem seit 1277 aufbrodelnden Konflikt um seinen Schwager Siegfried von Westerburg, den Erzbischof von Köln, obwohl gleich mehrere Verwandte und weitere Schwager Brunos in den Konfliktparteien vertreten waren. So war beispielsweise sein Schwager Dietrich I. von Heinsberg beteiligt.[39] Der Konflikt mündete schließlich nach dem Tod von Herzog Walram V. von Limburg im Jahr 1279 und dem Tod seiner Tochter Irmgard im Jahr 1283 in dem bekannten Limburger Erbfolgestreit und endete mit der entscheidenden Schlacht von Wörringen am 5. Juni 1288.[41] Zu diesem Zeitpunkt war Bruno schon verstorben, genauer starb er wohl im Jahr 1278[42] mit etwa 48 Jahren.
Familie
Bruno heiratete um 1255 in erster Ehe Sophie von Westerburg (* um 1218; † 26. März 1266), Tochter des Herren Siegfried III. von Runkel-Westerburg.[43] Die Ehe blieb kinderlos.
In zweiter Ehe heiratete er 1267 eine Adelige aus dem Niederrheinland, Isalda von Heinsberg-Sponheim, auch Isabelle genannt,[30] (* um 1235; † 1327),[44] Tochter des Herren Heinrich I. von Heinsberg († 1259) und Agnes von Kleve-Heinsberg († 1267).[45] Aus dieser Ehe stammen zwei Söhne:[30]
- Johann I., benannt vermutlich nach seinem Onkel Johann I. von Löwenburg[45] (* um 1270; † 10. April 1327),[1] 1279–1327 Herr von Isenburg-Braunsberg und zu einer Hälfte Besitzer der Grafschaft Wied, Herr von Isenburg, 1316 Ritter, ⚭ I) Agnes († 1314), Tochter von Salentin I. († nach 1297), 1275–1297 Graf von Nieder-Isenburg,[1] ⚭ II) 1316 Margarethe von Wickradt[46]
- Engelbert (* um 1275; † vor 7. Juni 1306 auf Burg Braunsberg),[47][1] 1297 Kanoniker in Köln[48] und Lüttich, starb unvermählt[47]
Nachfolge
Seine Gemahlin Isalda nahm unmittelbar nach dem Tod ihres Gatten eine wichtige Position im Haus Braunsberg ein und wurde Regentin für ihren unmündigen Sohn Johann, der damals erst um die neun Jahre alt war. Nachdem Johann um 1287 vollständig die Regentschaft der Herrschaft Braunsberg und Grafschaft Wied übernommen hatte, heiratete Isalda in zweiter Ehe den Herren Eberhard von Isenburg-Grenzau († nach 1305). Aus dieser Ehe ging wohl eine Tochter Mathilde († nach 1342) hervor.[49]
Da der zweitgeborene Sohn Engelbert in den geistlichen Stand eintrat und bereits 1306 ohne Nachkommen verstorben war, konnte Johann I. das gesamte Erbe seines Vaters ohne Erbstreitigkeiten übernehmen. Anders war es bei den Nachkommen Johanns, die sich zum Teil in Fehden mit Brunos Ur-Enkel Wilhelm I. von Braunsberg wiederfanden.[50] Dieser vereinte im Jahr 1331 nach fast hundert Jahren die Grafschaft Wied wieder, womit er das zweite Grafenhaus Wied gründete.[51]
Nachleben und Bedeutung

Bruno III. in der Forschung
Zuletzt erhielt Bruno in Wilhelm Tullius‘ Werk „Die wechselvolle Geschichte des Hauses Wied“ (2003) etwas Aufmerksamkeit, in der er ihn lediglich als einen unter mehreren Braunsberger Herren erwähnt, die als Bindeglied zwischen Bruno II. und Wilhelm I. von Braunsberg, dem Gründer des zweiten Grafenhauses, wirkten.[52] Auch Gensicke erwähnt ihn nur kurz und zählt die Erwerbungen Brunos und seiner Gemahlin Isalda auf.[24]
Nur der Historiker Johann Stephan Reck († 1854), der in Neuwied als Pfarrer wirkte, widmete Bruno III. in seinem Werk „Geschichte der gräflichen und fürstlichen Häuser Isenburg, Runkel, Wied“ (1825) etwas mehr Sätze. Einige seiner Aussagen und Interpretationen gelten allerdings heute als veraltet und sind mittlerweile überholt. So ist für ihn Brunos zweite Gemahlin Isalda eine Schwester der vorherigen Gemahlin und damit aus dem Haus Runkel.[30] Auch erwähnt Reck Bruno III. durchweg als Grafen, obwohl Bruno in keiner einzigen zeitgenössischen Erwähnung den Titel „Graf “ (Comes) trug.[5]
Historische Bedeutung
Bruno wirkt, wie schon zuvor erwähnt, in erster Linie als Bindeglied zwischen dem alten, ersten wiedischen Grafenhaus und dem von seinem Ur-Enkel Wilhelm I. gegründeten zweiten wiedischen Grafenhaus („Wied-Braunsberg-Isenburg“),[51] weshalb seine Nennungen in der bisherigen Forschungsliteratur eher kurz ausfielen. Trotzdem spiegeln die vielen Erwähnungen Brunos als Zeuge und Vermittler sowie als Schenker und Stifter die oft genannte „bedeutende Stellung“ des Hauses Braunsberg wider.[2]
Literatur
- Johann Stephan Reck: Geschichte der gräflichen und fürstlichen Häuser Isenburg, Runkel, Wied, verbunden mit der Geschichte des Rheinthals zwischen Koblenz und Andernach von Julius Caesar bis auf die neueste Zeit: Mit 10 Abb. v. Stammruinen, Münzen, einer Charte, Geschlechtstafeln und Urkunden. Verlag Landes-Industrie-Comptoir, Weimar 1825.
- Philipp Wirtgen: Neuwied und seine Umgebung in beschreibender, geschichtlicher und naturhistorischer Darstellung (nebst Geschichte des Fürstlich Wied’schen Hauses): Ein Familienbuch. Neuwied und Leipzig 1871.
- Hellmuth Gensicke: Landesgeschichte des Westerwaldes (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Band 27). Selbstverlag der Historischen Kommission für Nassau, Wiesbaden 1958.
- Wilhelm Tullius: Die wechselvolle Geschichte des Hauses Wied. Verlag Peter Kehrein, Neuwied, 2003, ISBN 3-934125-02-6.
Weblinks
- Die wiedischen Grafenhäuser (Memento vom 29. April 2014 im Internet Archive) bei genealogy.net. Auszug aus Hellmuth Gensicke: Landesgeschichte des Westerwaldes, S. 250–262.
- Genealogie des zweiten Grafenhauses zu Wied bei genealogy.eu (englisch).