Bruno Schottländer
preussischer jüdischer Kaufmann 1839-1887
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Bruno Schottländer (geboren am 9. Juli 1839 in Münsterberg, Kreis Münsterberg, Provinz Schlesien; gestorben am 5. Dezember 1907 in Breslau, Provinz Schlesien) war ein Gutsbesitzer und Unternehmer in Schlesien.
Leben
Bruno Schottländer entstammte der Familie Schottländer. Ear der zweite Sohn des wohlhabenden jüdischen Gutsbesitzers Löbel Schottländer und der Henriette, geborene Grossmann, Tochter des Kaufmanns und Ehrenbürgers von Münsterberg Salomon Grossmann.[1] Sein älterer Bruder Julius Schottländer wurde der zweitreichste Gutsbesitzer in Niederschlesien, sein jüngerer Bruder Salo Schottländer wurde Verleger.
Bruno Schottländer verwaltete die Güter seines Vaters und besaß die Rittergüter Schützendorf bei Münsterberg, wo er auch eine Brennerei betrieb, und Münchhof.[2][3][4] 1870/1871 war er am Deutsch-Französischen Krieg beteiligt und belieferte die Preußische Armee mit Spirituosen aus dem großen Versorgungsunternehmen seines Bruders Julius. 1879 beantragte er die Aufhebung der Exportprämien (Einfuhrzölle) für Spirituosen aus Österreich-Ungarn beim Deutschen Reichstag, zusammen mit den Brüdern Guttmann.[5] 1882 unterschrieb er eine Denkschrift von Spritfabrikanten aus den Provinzen Schlesien und Posen über die Senkung der Eisenbahntarife für ihre Produkte beim Preußischen Landtag.[6] Spätestens seit 1892 war Bruno Schottländer auch Teilhaber der lukrativen Karlsbader Mineralwasser-Versendung Löbel Schottländer seiner Familie, die exklusiv Karlsbader Heilwasser und weitere Produkte in alle Welt exportieren durfte.[7] 1899 war er in Breslau am Tauentzienplatz 14 in seinem Elternhaus gemeldet, wahrscheinlich als Eigentümer.[8]

Sein Grabmal im Maurischen Stil ist eines der größten auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Breslau.[9]
Ehe und Nachkommen

Bruno Schottländer war mit Bertha Haussmann (1846–1899) verheiratet.[10] Ihre Söhne Kurt und Felix Schottländer besaßen 1911 ein Vermögen von jeweils drei bis vier Millionen Reichsmark. Kurt und seine Schwestern Matha und Margarete starben später im Konzentrationslager.
- Martha Aegidi (1870–1943), starb im Konzentrationslager Theresienstadt
- Margarete Graetzer (1873–1942), starb im Konzentrationslager Theresienstadt
- Dr. Kurt Schottländer (1875–1943), Erbe der Rittergüter Münchhof und Schützendorf, Millionär, starb im Konzentrationslager Theresienstadt[11][12]; seine Tochter Hortense Louise Schottländer (1907–1995) emigrierte nach Kenia, prozessierte um Wiedergutmachung gegen Deutschland, spendete 250.000 Dollar für wohltätige Einrichtungen in Jerusalem.[13]
- Fritz Schottländer (1879–nach 1919), seit 1902 Gutsbesitzer von Nieder-Kunzendorf, Millionär; dessen Söhne emigrierten nach Buenos Aires.
- Richard Schottländer, emigrierte nach Rio de Janeiro.
Weblinks
- The Origins of the Families Schottländer Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 35f.