Burg Wichdorf
abgegangene Kemenate in Wichdorf, einem Stadtteil von Niedenstein im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis, auf deren Resten seit 1574 ein seitdem wiederholt umgebautes ehemaliges Herrenhaus steht
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Burg Wichdorf ist eine abgegangene Kemenate in Wichdorf, einem Stadtteil von Niedenstein im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis, auf deren Resten seit 1574 ein seitdem wiederholt umgebautes ehemaliges Herrenhaus steht, der sogenannte „Hessenhof“.[1] Das Gebäude steht im alten Ortskern unweit westlich der Dorfkirche in der Burgstraße 4 und ist dort Teil einer größeren Hofanlage. Es befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.
| Burg Wichdorf | ||
|---|---|---|
| Alternativname(n) | Hessenhof; Hessesches Herrenhaus | |
| Staat | Deutschland | |
| Ort | Niedenstein-Wichdorf | |
| Entstehungszeit | 12./13. Jahrhundert | |
| Burgentyp | Niederungsburg | |
| Erhaltungszustand | Herrenhaus von 1574 | |
| Ständische Stellung | Ortsadel | |
| Bauweise | Bruchstein und Fachwerk | |
| Geographische Lage | 51° 14′ N, 9° 18′ O | |
|
| ||
Geschichte
Im 12. oder 13. Jahrhundert errichteten Ortsadelige in Wichdorf eine Kemenate. Zu deren Baugeschichte ist nichts bekannt, und wer sie erbaute, ist ebenfalls unklar: eine Familie von Schartenberg (1387 ausgestorben)[2] oder Angehörige der im 13. Jahrhundert und danach mehrfach verzweigten Herren von Wichdorf.[3] Nach 1448 waren die Hess von Wichdorf alleinige Besitzer der kleinen Burg. Daniel Wilhelm Hess von Wichdorf, Rittmeister in Württembergischem Dienst, ersetzte einen Teil der Anlage 1574 durch den Neubau eines Herrenhauses. Mit seinem Tod im Jahre 1594[4] erlosch der in Wichdorf residierende Zweig des Geschlechts in der männlichen Linie.[5]
Danach erfolgten zahlreiche Besitzerwechsel der Anlage.[2] Der Bau wurde 1631 im Dreißigjährigen Krieg von Kroatischen Reitern des Generals Tilly fast vollständig zerstört und erst 1642 ohne die zuvor vorhandenen Ecktürme wieder aufgebaut. Nur der halbrunde Treppenturm wurde von der alten Anlage übernommen. 1690 wurden erneut bauliche Veränderungen durchgeführt, und eine weitere Renovation erfolgte im Jahr 1802.
Die heutige Anlage
Heute ist von der ehemaligen Burganlage nur noch das Burghaus vorhanden, der sogenannte Hessenhof. Auf dem steinernen Untergeschoss befinden sich zwei Fachwerkobergeschosse und ein mit steilem Krüppelwalmdach gedecktes Dachgeschoss. Auf der westlichen Traufseite steht der halbrunde Treppenturm, der die Zerstörung von 1631 überstand. Ein Hessenmann ziert die Mitte der nördlichen Giebelseite im zweiten Obergeschoss. Die ursprünglichen Befestigungsanlagen – Mauern, Wälle und Gräben – verschwanden im Zuge der neueren Dorfbebauung.
