Buschvireo
Art der Gattung Hylophilus
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Der Buschvireo (Hylophilus flavipes) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).[1][2]
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Buschvireo, John Gerrard Keulemans-Biologia Centrali-Americana | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Hylophilus flavipes | ||||||||||||
| Lafresnaye, 1845 |

Der Vogel kommt in Costa Rica, Panama, Kolumbien, Venezuela und auf Tobago vor.
Die Art wurde als konspezifisch mit dem nicht im gleichen Verbreitungsgebiet vorkommendem Olivvireo (Hylophilus olivaceus) angesehen.[3][4]
Der Lebensraum umfasst trockene, offenere busch- und baumbestandene Flächen, Mischwald, Waldränder, Sekundärwald, Gärten bis 1600 m.[5][6][7]
Der Artzusatz kommt von lateinisch flavus ‚gelb, goldgelb‘ und lateinisch pes ‚Fuß‘.[8]

Merkmale
Die Art ist 10–13 cm groß und wiegt zwischen 11 und 14 g. Beschrieben wird zunächst die Unterart (Ssp.) H. f. viridiflavus. Charakteristisch ist die Kombination von rosafarbenem bis braunem Schnabel (Unterschnabel und Schneidkante heller, Schnabelfirst dunkler), blasser Iris (gelblich weiß, hellgelb bis blass gelblich grau) und blassen Beinen (blassbraun oder gelblich braun). Die Kopfseiten sind hellgrau. Die Oberseite vom Scheitel bis zum Schwanz ist matt olivgrün, am Bürzel etwas heller. Die Flügeldecken sind, die Flugfedern sind schwärzlich grau mit schmalen grünlichen Rändern an den Außenfahnen der schwärzlichen Hand- und gelblich oliven Armschwingen, weiter innen mit breiteren grünlich gelben Rändern. Die Steuerfedern sind matt grünlich grau. Kinn und Brust sind weißlich grau, die obere Brust blass gelblich olivfarben, die übrige Unterseite blass gelblich. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel haben dunklen Schnabel und dunkle Iris, aber die Oberseite ist olivgrün, die Flügel ungemustert, das Gesicht grau, die Brust und Unterseite sind gelb.
Der Buschvireo unterscheidet sich vom Goldstirnvireo (Pachysylvia aurantiifrons) durch kein Braun an der Stirn und weniger gesättigtes Gelb an der Unterseite. Obwohl der Goldstirnvireo feuchtere Habitate bevorzugt, überlappen sich die Lebensräume beider Arten.[5][6][7]
Geografische Variation
Es werden folgende Unterarten anerkannt:[1][7][9][10]
- Polytypische Gruppe viridiflavus/xuthus:
- H. f. viridiflavus Lawrence, 1862[11] – Südosten Costa Ricas und Panamas Karibikküste bis Panamakanalzone, Pazifikküste bis Río Bayano, siehe Beschrieb
- als Synonym wird H. viridiflavus pallescens M. E. McLellan Davidson, 1932,[12] angesehen
- H. f. xuthus Wetmore, 1957[13] – Coiba, Südwestküste Panamas, Unterseite weniger gelb, Flanken dunkler, Oberseite dunkler grün, Schnabel kräftiger und ein wenig länger, Iris gelblich weiß
- H. f. viridiflavus Lawrence, 1862[11] – Südosten Costa Ricas und Panamas Karibikküste bis Panamakanalzone, Pazifikküste bis Río Bayano, siehe Beschrieb
- Polytypische Gruppe flavipes:
- H. f. flavipes Lafresnaye, 1845, Nominatform, – Norden und Westen Kolumbiens (Karibikküste bis Santa Marta und südlich im Tal des Río Magdalena bis Huila), Oberseite matt olivgrün, am Bürzel etwas heller, Flugfedern schwärzlich grau, Hand- und Armschwingen mit schmalen grünlichen Außenkanten, weiter innen mit breiteren grünlich gelben Rändern, Steuerfedern matt grünlich grau, Kinn und Kehle weißlich grau, Bauch blass gelblich
- H. f. melleus Wetmore, 1941[14] – äußerster Norden Kolumbiens (Serranía de Macuira auf der Guajira-Halbinsel), Kopfkappe und Rücken dunkler, Unterseite gelbbraun, obere Brust dunkler als untere Brust, Schnabel olivbraun mit dunkler oliv bis bräunlicher Basis, Füße olivbraun
- H. f. galbanus Wetmore & Phelps, Jr., 1956[15] – Norden und Osten Kolumbiens (östlich von Santa Marta und des Río Ranchería östlich über die Guajira-Halbinsel mit Ausnahme des östlichsten Punktes und östliche Anden bis Arauca und Casanare bis Departamento del Meta) und Nordwestvenezuela (westlich von Zulia, Táchira, Norden von Mérida, Barinas und Portuguesa), Unterseite weißer, Brust und Flanken mehr gelbbraun, weniger gelb als die Nominatform, Iris weiß
- H. f. acuticaudus Lawrence, 1865[16] – Nordvenezuela (östlich von Zulia bis Sucre, südlich bis Apure und Bolívar sowie Isla Margarita), etwas kleiner, matter gefärbt, Oberseite leicht zitronenfarbig, Unterseite kräftige oliv bis gelbbraun mit nur einem Hauch von Gelb, Iris dunkel
- Monotypische Gruppe insularis:
- H. f. insularis P. L. Sclater, 1861[17] – Tobago, etwas kleiner, größerer, kräftigerer Schnabel, Oberseite dunkelgrau oliv, Kopf grauer, Unterseite dunkeloliv bis gelbbraun, Flanken mitunter grünlich überhaucht, Iris dunkel, meist braun, Oberschnabel dunkel bis schwarz, Unterschnabel blasser bis gräulich rosa, Beine rosa bis grau
Stimme
Die Lautäußerungen werden als schnelle, gleichmäßig wiederholte, klare Pfeiflaute „pee pee pee“ oder als klagende Folge von 10–20 zweitönigen Pfeiflauten „du-wee du-wee du-wee“ beschrieben. In Venezuela klingt der Gesang wie „turee, turee, turee“, auf Tobago wie „tree, tree, tree, tree“. Die Unterart H. f. insularis lässt ein harsches, nasales „zeer, zeer“ hören. Rufe werden als „nyaa-nyaa-nyaa“ beschrieben.[5][7]
Lebensweise
Die Art ist ein Standvogel, lediglich bei extremer Trockenheit können Gebiete vorübergehend verlassen werden. Sie wird meist paarweise, mitunter in Gruppen von 3 bis 4 Vögeln gesichtet. Die Nahrung besteht vermutlich hauptsächlich aus Gliederfüßern, auch Beerenobst und Pflanzensamen, die von Blättern auf verschiedenen Waldebenen abgelesen wird, auch in gemischten Jagdgemeinschaften, manchmal auch kopfunter an Zweigen hängend.[5][7]
Gefährdungssituation
Der Bestand gilt als „nicht gefährdet“ (Least Concern).[18]
Literatur
- N. F. A. A. de Lafresnaye: Hylophilus flavipes. In: Revue Zoologique, par la Société Cuvierienne, Band 8, S. 342, 1845, Biodiversity Library
Weblinks
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Buschvireo (Hylophilus flavipes)
- Buschvireo (Hylophilus flavipes) auf eBird.org
- Oiseaux.net
- Datazone.Birdlife
- Macaulay Library Multimedia
- Hylophilus flavipes im Integrated Taxonomic Information System (ITIS). Abgerufen am 24. September 2025.