Buskow

Ortsteil von Neuruppin From Wikipedia, the free encyclopedia

Buskow ist ein Ortsteil von Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin (Brandenburg).

Schnelle Fakten Stadt Neuruppin ...
Buskow
Stadt Neuruppin
Koordinaten: 52° 52′ N, 12° 49′ O
Höhe: 43 m ü. NN
Fläche: 8 km²
Einwohner: 201 (31. Dez. 2023)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner/km²
Eingemeindung: 6. Dezember 1993
Postleitzahl: 16816
Buskow (Brandenburg)
Buskow (Brandenburg)
Lage von Buskow in Brandenburg
Kirche Buskow
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Geschichte

Die urkundliche Ersterwähnung stammt aus 1256 als Buscowe auch Buseckow, nach einem Mann namens Buschek. Weitere Nennungen erfolgten 1355 als Pfarrdorf Buschow, und 1490 als Buskow. Seit dem 13. Jahrhundert gehörte Buskow zur im Kern reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin der Grafen von Lindow-Ruppin. 1491 war die Familie von Zieten zu Wildberg und Wustrau für etwa 200 Jahre Eigentümerin von drei Bauernhöfen (und später des ganzen Dorfes), die von Wuthenow zu Segeletz, Walchow und Lögow über 4 Bauern, die von Gühlen zu Rohrlack und Wustrau über einen Bauern, die Grafen von Lindow-Ruppin selbst über fünf Bauern und Grambow über zwei Bauern des Ortes. Insgesamt zählte Buskow 1491 einen Vierhüfner, 6 Dreihüfner, 2 Zweieinhalbhüfner und 6 Zweihüfner, die Feldmark umfasste 39 Bauern- und 2 Pfarrhufen. Bis 1525 gingen die Rechte an den fünf Bauernhöfen der Grafen und der zwei des Grambow wohl an die von Gühlen zu Barsikow und Kränzlin über, denn beim Übergang der Ruppiner Lande nach Brandenburg 1525 werden deren Anteile nicht mehr genannt, wohl aber die von Gühlenschen. 1540 gab es im Ort einen Schulzen, 15 Bauern und einen Schäfer. Vor 1598 ging noch ein Bauernhof an v.d.Gröben zu Dabergotz. Während des Dreißigjährigen Krieges oder kurz danach gelangten alle anderen Anteile am Dorf in den Besitz der Familie von Zieten.

1638 wurde Buskow im Dreißigjährigem Krieg von den Truppen des kaiserlichen General Gallas niedergebrannt. 1652 lag der Ort noch ganz wüst, nur eine Meierei von Lindholz aus Neuruppin wurde beackert. 1687 hatte Litzmann einen Rittersitz auf einem Bauernhof errichtet, weil ein solcher zuvor nicht vorhanden war. 4 Bauernhöfe waren besetzt und bewirtschafteten 10 eigene und mehrere fremde Hufen, 11 Bauernhöfe waren noch wüst. Daneben gab es im Ort einen Kuhhirten, einen Pachtschäfer, einen Zimmermann und einen Einlieger.

Später gehörte der Ort unter anderem der Familie von Kleist.[2] Für die Arbeit an der zweiten Auflage seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg besuchte Theodor Fontane im Juni 1864 Buskow. Er skizzierte die Kirche und vermerkte in seinem Notizbuch: „Prächtige alte vielversprechende Kirche, aber traurig öde im Innern“.[3] Buskow hatte allerdings nur ein kurzes Gastspiel in den Wanderungen. Denn der Ort wurde lediglich im Kapitel „Dörfer und Flecken im Lande Ruppin“ aufgenommen (Band 1: Die Grafschaft Ruppin), das Fontane in der dritten Auflage (1875) wieder herausnahm. Am 6. Dezember 1993 wurde Buskow nach Neuruppin eingemeindet.[4]

Im Ort hat der Verlag edition bodoni auf dem Bodoni-Vielseitenhof seinen Sitz.

Dorfkirche Buskow

Die kleine Feldsteinkirche mit spitzem Turm und einer angebauten Gruft stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde mehrfach(?) baulich verändert (Fenster). Ihre Einrichtung ist einfach, die alte Ausstattung bis auf einiges Gestühl, Westempore und die Orgel kaum vorhanden. Ein neugotischer Taufstein aus Holz steht unbenutzt im Turmeingang. Die einmanualige Orgel (Man. C–f’’’ und angehängtes Pedal C–f°) wurde von Albert Hollenbach (Neuruppin) 1888 mit ehemals sechs Registern gebaut, wovon Prinzipal 8’ seit 1917 (?) fehlt. Der Prospekt ist mit Tüchern verhängt. Die vorhandene Substanz wurde im Herbst 2007 durch den Orgelbaumeister Matthias Beckmann (Friesack-Damm) restauriert und erhielt einen elektrischen Winderzeuger.

Im Dorf befindet sich das Gut Buskow, dessen Gebäude heute allesamt unter Denkmalschutz stehen.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung in Buskow[5]
Jahr1766178517982017
Einwohner167140201191

Historische Landwirtschaft

Aussaat und Tierbestand Buskow im Jahre 1798[5]
AussaatRoggenWeizenGersteHaferKartoffelnBuchweizenErbsenLeinsamen
Menge29 Winspel 8 Scheffel4 Scheffel 10 Winspel 14 Scheffel6 Winspel 10 Scheffel4 Winspel23 Scheffel2 Winspel 18 Scheffel1 Winspel
TierbestandPferdeRinderSchafeSchweine
Stück5620679277

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Literatur

  • Christa Kouschil: Buskow. Geschichte eines Brandenburger Dorfes. Edition bodoni, 2021, ISBN 978-3-947913-19-0.
  • Lieselott Enders: Buskow, In: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil II Ruppin, Hermann Böhlhaus Nachf. Weimar, 1970, S. 31–33
Commons: Buskow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Historische Karte Mayers Ortslexikon Buskow erkunden (bereitgestellt auf google (en) auf meyersgaz.org)
  • Buskow. Offizielle Homepage von Neuruppin.
  • Buskow. In: RBB-Sendung „Landschleicher“, 19. Februar 2006.

Einzelnachweise

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