CNews
französischer Fernsehsender
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CNews (kurz für Canal News, früher bekannt als i>télévision und I-Télé) ist ein französischer Fernsehsender, welcher zur Gruppe Canal+ gehört und als Nachrichtensender fungiert, wobei die Organisation Reporter ohne Grenzen ihn jedoch als Meinungsjournalismus einstuft.[1]
| CNews | |
| Fernsehsender (Privatrechtlich) | |
| Programmtyp | Vollprogramm |
|---|---|
| Empfang | digital terrestrisch, Kabel, Satellit |
| Bildauflösung | 1080i |
| Sendestart | 4. Nov. 1999 |
| Sprache | Französisch |
| Sitz | Issy-les-Moulineaux, Frankreich |
| Eigentümer | Groupe Canal+ |
| Liste der Listen von Fernsehsendern | |
| Website | |
Der 1999 als Pay-TV gegründete Sender wurde 2005 kostenfrei und wurde zum Hauptkonkurrenten von BFM TV. Mit der Übernahme des französischen Geschäftsmann und Medienmoguls Vincent Bolloré im Jahr 2016 wurde er von I-Télé in CNews umbenannt. Im Jahr 2025 übertraf CNews BFM TV erstmals bei der Einschaltquote und wurde so zum größten Nachrichtensender Frankreichs.[2]
Der Sender wird seit der Übernahme durch Bolloré dem rechtskonservativen Spektrum zugeordnet und wurde mehrfach für die Banalisierung ausländerfeindlicher und rassistischer Standpunkte kritisiert.[3][4] Weitere Vorwürfe umfassen die Verbreitung von Falschinformationen wie die Leugnung des menschengemachten Klimawandels sowie eine pro-israelische und pro-russische Ausrichtung.[5][6] Eine 2024 veröffentlichte Studie verglich CNews mit dem US-amerikanischen Sender Fox News.[7]
Geschichte
Anfänge

Der Fernsehsender wurde am 4. November 1999 von dem Journalisten und Geschäftsmann Pierre Lescure offiziell gestartet, wobei dieser noch unter dem Namen I-Télévision lief.[8] Mit dem Journalisten Christian Dutoit als Direktor sollte der neue Sender der Groupe Canal+ (zu der ebenfalls der bekannte Canal+ gehört) vor allem mit kontinuierlichem lokalen Nachrichten punkten und so zum Konkurrenten des damals größeren La Chaîne info (LCI) werden. Mit einem Startbudget von 160 Millionen Francs (umgerechnet etwa 24 Millionen Euro) beschäftigte das Unternehmen 170 Mitarbeiter, darunter 37 Bildreporter, die über ganz Frankreich verteilt waren. Besonderer Fokus wurde dabei auf die Bilder von den Reportern vor Ort gesetzt, weswegen das Programm aus einer vierminütigen „Bildnachrichtensendung“ bestand, welche alle 15 Minuten ausgestrahlt wurde, mit Wetterberichten unmittelbar davor und danach, gefolgt von einer Nachrichtensendung im Studio.[9] I-Télévision warb dementsprechend mit dem Motto des "eigentlichen Frankreichs".
In den ersten Monaten seines Bestehens wurde der neue Sender, unter anderem aufgrund des jungen Alters der Moderatoren, als wenig seriös empfunden.[10]

Im Jahr 2001 kam es zu Entlassungen und Umstruktierungen bei der Groupe Canal+ von denen auf der relativ neue Sender betroffen war, woraufhin jedoch einige Journalisten von anderen Teilen der Gruppe zu I-Télévision wechselten.[11] Im selben Jahr wurde die Idee einer Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen CNN diskutiert, wurde allerdings nicht weiter verfolgt.[12] Dutoit verließ ebenfalls 2001 seinen Posten als Direktor und wurde von Norbert Balit ersetzt.
Am 9. September 2002 wurde der Name des Senders in I-Télé geändert und ein neues Logo eingeführt. Im Folgejahr kam es zu einer erneuten Entlassungswelle bei Canal+, welche von Streiks begleitet wurde.
Dem Sender gelang es dennoch ab 2004 weitere Sendungen einzuführen, darunter ein Interviewformat, welches vom ehemaligen Europe-1-Journalisten Guillaume Durand moderiert wurde. Nachdem Thierry Gilardi 2005 zur TF1 wechselte, wurde er durch Samuel Étienne ersetzt.
Im Jahr 2005 bekundete der französische Fernsehsender M6 Interesse an einer Partnerschaft mit Canal+ bezügliche des damaligen I-Télé.[13] Im selben Jahr wurde dieser vom Conseil supérieur de l’audiovisuel zum Teil des Gratisangebots der Télévision numérique terrestre gemacht.
Ausbau im Gratisfernsehen
Nachdem der Sender ab 2005 Teil des Gratisfernsehen war, wurde Valérie Lecasble zur neuen Generaldirektorin ernannt.[14] Einige Journalisten verließen jedoch I-Télé und wurden Teil des neu gegründeten BFM TV.[15] Ab Oktober desselben Jahres lief der Sender kontinuierlich auf dem Kanal 16 der TNT im Gratisbereich und beschäftigte zu dem Zeitpunkt 45 Journalisten.
Im März 2006 fand eine Restrukturierung des Senders statt, bei der mehrere Sendungen gestrichen wurden.[16] Ziel war bei I-Télé erneut mehr Fokus auf reine Nachrichten zu legen. Kurz darauf war der rechtsextreme Politiker Éric Zemmour erstmals in der Sendung Ça se dispute auf dem Sender zu sehen, wobei diese Sendung in den nächsten Jahren zur einzigen werden sollte, welche eine höhere Einschaltquote als Konkurrent BFMTV verzeichnen konnte.[17]
Ende 2006 kam es zu einer Kontroverse um I-Télé und dessen Moderator Laurent Bazin. Dieser hatte neben seinen beruflichen Aktivitäten ebenfalls einen Blog privat geschrieben auf welchem er in einem Post ein Treffen zwischen der Direktion des Senders, dessen politischen Journalisten und dem Präsidentschatswahlkandidaten Nicolas Sarkozy beschrieb. Sarkozy soll sich darüber beschwert haben, dass er vom Nachrichtensender „nicht verschont“ wurde.[18][19] Vor der Senderleitung soll er anschließend offen die Objektivität aller französischen Journalisten in Frage gestellt haben, die er soziologisch als „zwei Drittel links, ein Drittel rechts“ definierte. Bazin löschte den Eintrag daraufhin und stellte den Blog im Folgejahr ein.[20] Verschiedene Beobachter sahen darin eine gewisse Selbstzensur.
2007 kam es zu Gerüchten zu einer möglichen Fusion zwischen I-Télé und LCI, wobei diese jedoch nicht zustande kam.[21][22] Intern wurden durch einen Sparplan erneut Sendungen abseits der Nachrichten teilweise gestrichen; erneutes Mottto war der Fokus auf das Tagesgeschehen.[23] Aufgrund der Kürzungen kam es zu Streiks, welche unter anderem die Schließung des Buros in Toulouse verhinderte.
Neuausrichtung unter Pierre Fraidenraich

Aufgrund schlechter Einschaltquoten gegenüber dem Hauptkonkurrenten BFM TV wurde im Mai 2008 Direktorin Valérie Lecasble von Canal+ entlassen, Nachfolger wurde der ehemalige InfoSport-Journalist Pierre Fraidenraich.[24] Auch der Programmdirektor Bernard Zekri musste seinen Posten aufgeben und wurde durch den France-2-Moderator Thierry Thuillier ersetzt.[25] Um erneut bessere Quoten zu erzielen, wurde die Struktur des Programms geändert, dazu wurde sowohl das Logo als auch das Studio erneuert. Ziel war es, BFM TV wieder einzuholen und aus I-Télé den größten Fernsehsender Frankreichs zu machen.[26]
Zum Programmstart im Januar 2009 nahm I-Télé verschiedene Anpassungen an seinem Programm vor, insbesondere im Vormittags- und Mittagsblock, und plante, alle Nachrichtensendungen von 6 Uhr bis 0:15 Uhr live zu übertragen. Der Sender überarbeitete zudem sein Studio-Set und den Lauftext am unteren Bildschirmrand.
Im August 2009 wechselte Audrey Pulvar von France 3, wo sie als Moderatorin aktiv war. Im selben Jahr startete der Sender ein Webradio, welches zum großen Teil die Fernsehinhalte übernahm, wobei es von 17 bis 19 Uhr eine eigene Sendung bekam.[27] 2010 kam der Sportjournalist Pascal Praud für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 zu I-Télé.
Zu einem kleinen Skandal kam es im Jahr 2010, als I-Télé die Moderatorin Audrey Pulvar suspendierte. Grund war ihre Beziehung zum PS-Politiker Arnaud Montebourg, welcher vier Tage zuvor seine Kandidatur bei der Vorwahl der sozialistischen Partei zur Präsidentschaftswahl 2012 öffentlich gemacht hatte.[28] Der Sender sah darin das Risiko eines Interessenskonflikts. Im Januar 2011 konnte sie zwar zu I-Télé zurückkehren, moderierte jedoch eine Sendung ohne politische Inhalte.[29]
Am 16. April 2011 kam es abermals zu einer Neugestaltung des Designs und der Ausstattung.[30] Im selben Jahr verließen Julian Bugier, Jean-Baptiste Boursier sowie Audrey Pulvar den Sender.
Cécilia Ragueneau als Direktorin

Im Januar 2012 wurde Cécilia Ragueneau, die sieben Monate zuvor nach rund zehnjähriger Tätigkeit bei der Canal+-Gruppe zur stellvertretenden Generaldirektorin ernannt worden war, zur Generaldirektorin ernannt und trat damit die Nachfolge von Pierre Fraidenraich an, der eine Position im Sportbereich von Canal+ übernahm.[31] Ziel war erneut höhere Quoten als BFM TV zu erzielen, wobei der Fokus nunmehr auf Wirtschaft, Politik und Weltgeschehen gelegt werden sollte. Beobachter sahen dies als eine Annäherung an die Funktionsweise des amerikanischen CNN.[32] Redaktionschef Alain Ripamonti verließ kurz darauf seinen Posten und wurde durch Céline Pigalle ersetzt.
Im Jahr 2013 verließ der Sender seinen alten Sitz in Paris und wechselte zum Standort der frei empfangbaren Sender der Canal+-Gruppe in Boulogne-Billancourt. Mit dem Umzug kam ebenfalls ein neues Studio zum Einsatz.[33] Auch das Logo wurde geändert.
Ende 2014 entschied der Sender den damals als Journalisten aktiven Éric Zemmour, nach einen kontroversen Interview in dem Corriere della Sera, zu entlassen.[34] Nach einem Prozess musste I-Télé ebendiesem, aufgrund „plötzlicher und missbräuchlicher Kündigung des Vertrags ohne Kündigungsfrist und ohne Angabe eines Vertragsverstoßes“ 50.000 Euro zahlen.
Übernahme von Vincent Bolloré und Umbenennung
Das Jahr 2016 entwickelte sich aus verschiedenen Gründen zur Krise für I-Télé. So kam bereits im April Konkurrent LCI (La chaine info) ebenfalls in Gratisfernsehen, was den Druck auf die Einschaltquoten erhöhte. Im selben Jahr übernahm der Milliardär Vincent Bolloré Canal+ und somit auch I-Télé, was zur einem Austausch der Führungsetage führte. Serge Nedjar wurde zum neuen Präsidenten des Senders, was jedoch teilweise von den Angestellten kritisch gesehen wurde.[35] Die Journalisten des Senders sprachen nach einer Versammlung einen Misstrauensantrag gegenüber ihren Vorgesetzten aus, später kam es zu einem Streik gegen verschiedene Sparmaßnahmen.[36]
Im August 2016 bestätigte der Canal+-Konzern den Wechsel von Jean-Marc Morandini zu I-Télé, gegen den zwei Ermittlungsverfahren liefen, eines wegen „schwerer Verführung Minderjähriger“ und das andere wegen „sexueller Belästigung und Schwarzarbeit“. Der Journalistenverband von i-Télé forderte die Rücknahme dieser Entscheidung und stimmte mit 92 % für einen Misstrauensantrag gegen die Geschäftsführung, um gegen diese Einstellung zu protestieren.[37] Der Sender blieb bei seiner Entscheidung und forderte die Journalisten, die dies wünschen, auf, unter Berufung auf eine „Gewissensklausel“ zu kündigen.[38] Etwa hundert Journalisten verließen den Sender, woraufhin dieser in einer Krise versank.
Der über 31 Tage andauernde Streik entwickelte sich zum längsten in der Geschichte der französischen Rundfunk- und Fernsehbranche. Von den 120 Journalisten gaben 100 nach dem Ende des Streiks ihren Posten auf, was dazu führte, dass der Sender ohne genügend Mitarbeiter auskommen musste.[39] Die fehlenden Sendestunden wurden mit Reportagen, Dokumentationen und Kolumnen ausgeglichen.
Besitzer Vincent Bolloré verfolgte bereits vor dem Streik eine Strategie, welche eine Umbenennung des Senders in CNews vorsah. Offiziell startete das Programm unter dem neuen Namen am 27. Februar 2017. Bereits früh wurde der Sender jedoch für seine Abhängigkeit von Bolloré kritisiert, so fiel die Berichterstattung zu den Ermittlungen, welche ihm gegenüber wegen Korruption geführt wurden, minimal aus.[40]
Mit der Rückkehr von Éric Zemmour, der eine Sendung moderierte, gelang es dem Sender ab 2019 erneut höhere Quoten zu erzielen. Dennoch kam es im selben Jahr zu einer Versammlung des Personals, welche einstimmig forderte Zemmour auszuschließen.[41] Unter anderem hatte die linkspopulistische France insoumise angekündigt, solange Zemmour Sendungen moderieren würde, keine Interviews auf dem Sender mehr zu geben. Weitere Persönlichkeiten wie Jacques Attali oder Valérie Trierweiler boykottierten CNews ebenfalls. Nachdem Zemmour bei einer Debatte meinte er wäre „auf der Seite“ des französischen Marschalls Thomas Robert Bugeaud de la Piconnerie, der in Algerien „begann, Muslime und sogar einige Juden zu massakrieren“, erteilte der Conseil supérieur de l’audiovisuel CNews eine Verwarnung.[42] Der Sender sah dies als Angriff auf die Meinungsfreiheit.
Im Jahr 2021 überholte CNews quotenmäßig erstmals BFM TV, 2023 konnte dieser sich für eine ganze Woche als reichweitenstärkster Sender Frankreichs halten.[43][44]
Eine Untersuchung von Mediapart im April 2024 warf CNews vor, gegen „ethische Grundsätze“ zu verstoßen, indem der Sender systematisch „Muslime und Ausländer stigmatisiert“, „soziale Bewegungen kriminalisiert“ und die Ordnungskräfte hingegen verschont.[45]
2024 wurde CNews auf einer monatlichen Basis gemessen zum größten Fernsehsender des Landes, 2025 wurde der Sender weiter für die Lizenz im Gratisfernsehen berücksichtigt.[46]
Politische Ausrichtung
War der Sender am Anfang seines Bestehens vor allem auf reine Berichterstattung und politische Neutralität bedacht, änderte er diesen Kurs nach der Übernahme von Vincent Bolloré im Jahr 2016. Ab 2018 wurde ihm mehrfach vorgeworfen rechtsextreme Narrative zu verbreiten und der Sender wurde mit dem US-amerikanischen Fox News verglichen.[47][48] Unter anderem die jahrelange Duldung des als rechtsextrem geltenden Politikers Éric Zemmour und dem kontroversen Journalisten Pascal Praud wurde dem Sender vorgeworfen. Ebendiese habe zu einer Diskursverschiebung nach rechts geführt.[49] Nach einem Zerwürfnis mit Zemmour, unterstützte der Sender vor allem den rechtsextremen Rassemblement National und dessen Vorsitzenden Jordan Bardella bei Wahlen.[50] Die FAZ schrieb über CNews der Sender zeichne „das Bild eines Frankreichs, das von Islamisten und ‚Wokisten‘ verheert wird“.[51]
Mehrfach wurde dem Sender vorgeworfen das Sprachrohr für Vincent Bollorés Ansichten zu sein, dieser würde sein Medienimperium, zu dem ebenfalls CNews gehört, nutzen um rechtskonservative und rechtsextreme Narrative in Frankreich gesellschaftsfähig zu machen.[52] Reporter ohne Grenzen veröffentlichte 2025 einen Bericht, welcher dem Sender vorwirft die Regeln für Meinungspluralismus zu umgehen, indem linken Parteien nachtsüber Sendezeit zugeteilt wird um ein Ungleichgewicht zugunsten der Rechten und der extremen Rechten tagsüber und zur Hauptsendezeit auszugleichen und die „Illusion des politischen Pluralismus“ zu vermitteln.[53]
Laut einer dem Bericht einer Expertengruppe verbreitete CNews 2025 einen Großteil der Desinformation zum menschengemachten Klimawandel.[54] Die ARCOM verurteilte den Sender 2024 zu zwei Strafzahlungen, nachdem Falschaussagen und Klimawandelleugnung eines Gastes unkommentiert blieben.[55]
CNews wurde ebenfalls für eine pro-russische und pro-israelische Ausrichtung kritisiert. Seit 2025 moderiert die ehemalige Direktorin von Russia-Today in Frankreich Xenia Fedorova eine Sendung. Ihr wurde mehrmals vorgeworfen Kreml-nahe Narrative zu verbreiten.[56] Für diskrimierende Aussagen gegenüber Palästinensern wurde der Sender zu einer Strafzahlung verurteilt.[57]
Kontroversen
Interview von Youssouf Fofana
Ende Februar 2006 präsentierte das damalige I-Télé einen „Scoop“, indem der Sender ein Exklusivinterview mit Youssouf Fofana ausstrahlte, der beschuldigt wurde, den jungen jüdischen Mann Ilan Halimi gefoltert und ermordet zu haben. Dieses Interview wurde von Frank-Olivier Boli, dem Korrespondenten der Sendung I-Afrique in der Elfenbeinküste, unter nicht öffentlich gemachten Umständen und direkt am Ort seiner Inhaftierung geführt, was in Frankreich illegal ist. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy bezeichnete dieses als inakzeptabel.[58]
Rassismusvorwürfe gegen Pascal Praud
Dem CNews-Moderator Pascal Praud wurde mehrmals vorgeworfen rassistische Aussagen in seinen Sendungen zu treffen. Unter anderem fragte Praud am 2. September 2023 in einer Sendung, in der das Thema Bettwanzen behandelt wurde, Nicolas Roux de Bézieux: „Es gibt heute mehr Bettwanzen. Hängt das mit der Hygiene zusammen? Ich werde alle Fragen stellen … Es gibt derzeit viel Zuwanderung. Sind es die Menschen, die nicht die gleichen hygienischen Bedingungen haben wie diejenigen, die in Frankreich leben, die [diese Wanzen] mitbringen, weil sie auf der Straße leben?“, woraufhin dieser ihn unterbrach und antwortete: „Absolut nicht.“ Prauds Aussage wurde von verschiedenen Politikern als rassistisch kritisiert.[59]
Abtreibung als Hauptursachen für Sterblichkeit
Am 25. Februar 2024 behauptete der Sender in einer der Abtreibung gewidmeten Ausgabe der Sendung „En quête d’esprit“, dass der freiwillige Schwangerschaftsabbruch weltweit die häufigste Todesursache sei, während der Senat in derselben Woche über die Verankerung des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch in der französischen Verfassung beriet.[60] Die Infografik stützte sich auf die Website Worldometer, die weltweite Statistiken auf der Grundlage der Daten der Weltgesundheitsorganisation zusammenstellt. Während die WHO diese Daten als einfache medizinische Eingriffe im Sinne der Gesundheitssicherheit einstufte, stellte CNews sie als Todesfälle dar, unter Missachtung des Gesetzes und des Konsenses der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Die Regierung Attal und ihre relative Präsidialmehrheit sowie die linken Oppositionsparteien La France insoumise, EELV und die Kommunisten verurteilten die Äußerungen als „abscheulich und unwürdig“.[61] Die Sozialistische Partei erstattete bei der Staatsanwaltschaft Anzeige. CNews entschuldigte sich später für den Vorfall.[62]
Bally Bagayoko
Im März 2026 wurde Bally Bagayoko, der neue Bürgermeister von Saint-Denis, zur Zielscheibe rassistischer Äußerungen, die der Psychologe Jean Doridot und der Philosoph Michel Onfray im Studio von CNews tätigten.[63] Daraufhin kündigen mehrere Abgeordnete an, wegen der Äußerungen auf dem Sender der Bolloré-Gruppe, die Arcom einzubestellen. Bagayoko forderte daraufhin die Schließung von CNews und erstattete Anzeige.
