Callum Davidson
schottischer Fußballspieler und -trainer
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Callum Iain Davidson (* 25. Juni 1976 in Stirling) ist ein ehemaliger schottischer Fußballspieler und aktueller -trainer. Er spielte als Linksverteidiger zwischen 1994 und 2014 für den FC St. Johnstone in Schottland sowie für die Blackburn Rovers, Leicester City und Preston North End in England und absolvierte dazu 19 A-Länderspiele zwischen 1998 und 2009 für die schottische Nationalmannschaft. Nach dem Ende der aktiven Laufbahn wurde er Trainer und in seiner ersten Funktion als Cheftrainer ab Juni 2020 für den FC St. Johnstone gewann er in der Saison 2020/21 das „Double“ aus schottischem Pokal und Ligapokal.
| Callum Davidson | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Voller Name | Callum Iain Davidson | |
| Geburtstag | 25. Juni 1976 | |
| Geburtsort | Stirling, Schottland | |
| Größe | 177 cm | |
| Position | Außenverteidiger (links) | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1994–1998 | FC St. Johnstone | 43 (4) |
| 1998–2000 | Blackburn Rovers | 66 (1) |
| 2000–2004 | Leicester City | 101 (2) |
| 2004–2011 | Preston North End | 166 (21) |
| 2011–2014 | FC St. Johnstone | 47 (1) |
| Nationalmannschaft | ||
| Jahre | Auswahl | Spiele (Tore) |
| 1998–2009 | Schottland | 19 (0) |
| Stationen als Trainer | ||
| Jahre | Station | |
| 2014 | FC St. Johnstone (interim) | |
| 2020–2023 | FC St. Johnstone | |
| 2024–2025 | FC Queen’s Park | |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Sportlicher Werdegang
Aktive Vereinskarriere
Davidson wuchs in der schottischen Kleinstadt Dunblane auf, besuchte dort zwischen 1988 und 1994 die weiterführende Schule und war Kapitän der Schülermannschaft. Dort fiel er bereits den Scouts der Profivereine auf, aber sein Fokus lag vorerst nicht nur auf dem Fußball. Er spielte auch Tennis für seine Schule, gewann die schottische Schülermeisterschaft und wurde dort von Judy Murray, Mutter von Andy Murray, trainiert. Darüber hinaus war er ein talentierter Golfer und agierte dort ebenfalls für eine schottische Auswahl.[1] Die Wahl fiel letztlich auf den Fußball und er heuerte beim Erstligaabsteiger FC St. Johnstone an. In der Aufstiegssaison 1996/97 als Zweitligameister etablierte er sich als Stammspieler und als sich der Verein in der schottischen Premier League in der oberen Tabellenhälfte behauptete, hatte der junge Linksverteidiger derart beeindruckt, dass ihn diverse englische Erstligisten beobachteten. Letztlich wechselte er im Februar 1998 für 1,5 Millionen Pfund zu den Blackburn Rovers und durchbrach mit dieser Ablösesumme die Rekordmarke des FC St. Johnstone.
Davidson verbrachte knapp zweieinhalb Jahre bei den Rovers, spielte aber nach dem Abstieg in der Saison 1998/99 nur noch zweitklassig. Mit der Verpflichtung des norwegischen Nationalspielers Stig Inge Bjørnebye informierte ihn Trainer Graeme Souness, dass er einen Vereinswechsel unterstützen würde. So gab Peter Taylor als neuer Trainer des Erstligisten Leicester City im Juli 2000 ein Angebot in Höhe von 1,7 Millionen Pfund ab und nahm damit seine zweite Personalie nach der Verpflichtung von Gary Rowett vor. Besonders schätzte Taylor an Davidson dessen Vielseitigkeit auf der linken Seite, sei es als „Schienenspieler“ in einer Fünfer- als auch als Außenverteidiger in der Viererkette.[2] So festigte Davidson mit 68 Premier-League-Einsätzen seinen Stammplatz in den beiden ersten Jahren, die aber mit dem Abstieg 2002 endeten. In der folgenden Vorbereitung in Finnland auf die Zweitligasaison 2002/03 machte sein Zwist mit seinem Mannschaftskameraden Dennis Wise Schlagzeilen, als dieser ihm bei einer Schlägerei den Kiefer brach und dafür letztlich entlassen wurde.[3] Sportlich lief es besser für Davidson und die „Foxes“, aber dem direkten Wiederaufstieg folgt in der Spielzeit 2003/04 ein weiterer Premier-League-Abstieg. Davidson hatte in seinem letzten Jahr mit 13 Ligaeinsätzen nur noch am Rande eine Rolle gespielt und heuerte danach im Juli 2004 ablösefrei beim Zweitligakonkurrenten Preston North End an. Dort waren kurz zuvor zwei Linksverteidiger freigestellt sowie Michael Keane verkauft worden.[4][5]
Es verbrachte sieben Jahre in Preston und bei seinen 168 Ligapartien schoss er für einen Defensivspieler beachtliche 21 Tore. Nach dem Weggang von Paul McKenna war Davidson für gut anderthalb Jahre Kapitän des Teams und seine Stärken als Abwehrspieler kombinierte er unter verschiedenen Trainern mit zunehmender Torgefährlichkeit, oft über Standardsituationen oder Offensivvorstöße.[6] Nach dem Abstieg im Sommer 2011 kehrte er in die schottische Heimat zum FC St. Johnstone zurück und verlängerte den ursprünglich auf ein Jahr fixierten Vertrag im März 2012 für eine weitere Saison.[7] Im Juni 2013 wurde Davidson Co-Trainer von Tommy Wright, während er parallel seine Spielberechtigung beibehielt.[8] Im März 2014 übernahm er interimistisch die Cheftrainer-Rolle, da sich Wright einer Gallenblasenoperation unterziehen musste.[9] In derselben Saison 2013/14 gewann der Klub erstmals in seiner Vereinsgeschichte den schottischen Pokal, wozu Davidson jedoch als aktiver Spieler mit keinem Einsatz beitrug.
Schottische Nationalmannschaft
Im September 1998 debütierte Davidson für die schottische A-Nationalmannschaft anlässlich eines torlosen Remis gegen Litauen. Anschließend kam er regelmäßig bei den Qualifikationsspielen zur Euro 2000 zum Einsatz, darunter der 1:0-Rückspielsieg im Play-off gegen England in Wembley, der aber angesichts des 0:2 im Hinspiel nicht genügte. Nach einem vorerst letzten Länderspiel Mitte Oktober 2002 gegen Kanada (3:1) blieb er gut sechs Jahre außen vor, bis ihn George Burley im August 2008 wieder für eine anstehende Partie gegen Nordirland in den Kader berief.[10] Sein nächstes Länderspiel absolvierte er aber erst im August 2009, das mit einer deftigen 0:4-Niederlage gegen Norwegen endete. Kurz darauf bestritt er am 5. September 2009 gegen Mazedonien (2:0) seinen 19. und letzten Einsatz für die „Bravehearts“.
Trainerkarriere
Neben seiner Arbeit als Assistent von Tommy Wright bei St. Johnstone, begann Davidson im Jahr 2017 im Trainerstab der schottischen Nationalmannschaft zu arbeiten.[11] Im Juni 2018 gab er seine Funktion beim schottischen Klub auf, um stattdessen für Stoke City unter Cheftrainer Gary Rowett (mit dem er in Leicester gespielt hatte) tätig zu sein.[12] Die nächste Station führte Davidson im Februar 2019 zurück nach Schottland zu Dunfermline Athletic[13], bevor er im Sommer 2019 erneut Rowett folgte, um diesem beim FC Millwall zu assistieren.[14]
Im Juni 2020 kehrte Davidson ein weiteres Mal zum FC St. Johnstone zurück, nunmehr als Cheftrainer und Nachfolger von Tommy Wright.[15] Unter ihm schwang sich die Mannschaft zu einer sehr erfolgreichen Pokal-Elf hinauf und gewann in der Saison 2020/21 das „Double“ aus Ligapokal und FA Cup, nach jeweils 1:0-Finalerfolgen gegen den FC Livingston und Hibernian Edinburgh. In der Spielzeit 2012/22 geriet die Mannschaft dann aber in akute Abstiegsgefahr und rettete sich erst im Playoff gegen den Zweitligisten Inverness Caledonian Thistle. Auch in der Saison 2022/23 zeigte sich der FC St. Johnstone formschwach und nach einer Serie von sechs sieglosen Partien wurde Davidson im April 2023 entlassen.[16]
Im Januar 2024 verpflichtete ihn der schottische Zweitligist FC Queen’s Park als neuen Cheftrainer.[17] Dieser behielt das Amt bis Mitte März 2025 in Folge seiner Demission nach einer 0:4-Niederlage gegen den FC Falkirk.[18] Ein halbes Jahr später wurde er als Assistent von Tony Docherty beim Erstligaabsteiger Ross County angestellt.[19]
Titel/Auszeichnungen
- Schottischer Pokal (2): 2013/14 (ohne Einsatz), 2020/21
- Schottischer Ligapokal (1): 2020/21
- Schottischer Trainer des Monats (1): März 2021
Weblinks
- Callum Davidson in der Datenbank von soccerbase.com (englisch)
- Callum Davidson in der Datenbank von weltfussball.de
- Callum Davidson in der Datenbank von scottishfa.co.uk