Cameronians (Scottish Rifles)
Infanterie-Regiment der britischen Armee
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Die Cameronians (Scottish Rifles) waren ein Infanterie-Regiment der britischen Armee, das von 1881 bis 1968 bestand.

Geschichte



Das Regiment entstand am 1. Juli 1881 im Rahmen der Childers-Reformen, durch den Zusammenschluss des 26th (Cameronian) Regiment of Foot und des 90th Regiment of Foot (Perthshire Volunteers) (Light Infantry). Das Regiment führte die Traditionen der beiden Vorgängerregimenter weiter. Die Soldaten des ehemaligen 26th Regiment bildeten im neuen Regiment das 1. Bataillon, die des 90th Regiment das 2. Bataillon. Hinzu kamen weitere Miliz-, Territorial-Army- und Freiwilligen-Bataillone. Statt als reguläre Infanterie erhielt das Regiment die Rolle einer Jägereinheit (Rifles). Es rekrutierte in Lanarkshire, Dumfriesshire und Galloway.
Jedes neue Mitglied des Regiments erhielt eine Bibel als Anspielung auf den frommen Covenanter Richard Cameron, nach dem das Regiment und sein Vorgängerregiment, das 26th (Cameronian) Regiment of Foot, benannt waren. Die Soldaten des Regiments trugen ein jägergrünes Wams mit Trews aus Douglas-Tartan als Teil ihrer Paradeuniform. Das Regiment war eines von nur zwei Regimentern in Großbritannien, die nach 1878 den Tschako als Kopfbedeckung zur Paradeuniform beibehielten.
Das Regiment war zeitweise in Indien stationiert. Das 2. Bataillon des Regiments kämpfte im Zweiten Burenkrieg (1899–1902) in Südafrika. Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) kämpften das 1. und 2. Bataillon durchgehend an der Westfront. Im Laufe des Krieges wurden 25 zusätzliche Reserve-, Territorial- and New-Army-Bataillone aufgestellt und kämpften der Westfront, in Gallipoli, Ägypten und Saloniki. Im Ersten Weltkrieg fielen mehr als 7000 Angehörige des Regiments.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das 2. Bataillon 1939 als Teil des britischen Expeditionskorps direkt nach Frankreich verlegt. Es musste im Juni 1940 zusammen mit dem 6. und 7. Territorialbataillon evakuiert werden. Anschließend diente es 1942 in Madagaskar, Persien und im Irak, bevor es 1943 nach Italien und schließlich im Februar 1945 nach Westdeutschland verlegt wurde. Dort wurde es wieder mit dem 6. und 7. Territorialbataillon vereint. Das 1. Bataillon befand sich bei Kriegsausbruch in Indien. Es blieb dort bis Februar 1942 und wurde dann nach Burma verlegt, wo es bis Kriegsende mit den Chindits diente.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 die Stärke des 1. Bataillons reduziert und im Mai 1948 das 2. Bataillon mit dem 1. zusammengelegt, zu einer Zeit, als alle britischen Infanterieregimenter auf ein einziges Bataillon reduziert wurden. In der Folgezeit diente es jeweils zeitweise als Garnison in Triest, Hongkong, Malaya, Westdeutschland, Kenia, Jordanien und Großbritannien. Seine letzte Auslandsstationierung erfolgte 1966 in Aden.
Zurück in Schottland wurde das Regiment am 14. Mai 1968 aufgelöst. Die Rekrutierungsbezirke sowie die verbliebenen Territorial-Army-Einheiten des Regiments wurden vom Regiment der King’s Own Scottish Borderers übernommen. Die Cameronians (Scottish Rifles) waren, zusammen mit dem York and Lancaster Regiment, die einzigen beiden Regimenter der British Army, die im 20. Jahrhundert aufgelöst und nicht traditionserhaltend mit einem anderen Regiment verschmolzen wurden. Es führt daher seither kein Regiment die Tradition der Cameronians und ihrer Vorgängerregimenter offiziell weiter. Als Regimentsmuseum fungiert heute das Low Parks Museum in Hamilton.
Colonels
Colonel-in-Chief des Regiments war:
- 1956–1968: König Gustav VI. Adolf von Schweden
Colonel of the Regiment waren:
- 1881–1899 (1. Bataillon): General George Henry Mackinnon
- 1881–1882 (2. Bataillon): General William Hassall Eden
- 1882–1889 (2. Bataillon): General John Alfred Street
- 1899–1910: Lieutenant-General Sir James Clerk Rattray
- 1910–1918: Major-General Joseph Henry Laye
- 1918–1927: Major-General Sir Philip Rynd Robertson
- 1927–1946: Major-General Sir Eric Stanley Girdwood
- 1946–1951: General Sir Thomas Sheridan Riddell-Webster
- 1951–1954: General Sir Richard Nugent O’Connor
- 1954–1958: Major-General Douglas Alexander Henry Graham
- 1958–1964: General Sir Horatius Murray
- 1964–1968: Lieutenant-General Sir Richard George Collingwood
Battle Honours
Zusätzlich zu den Battle Honours, die das Regiment von seinen beiden Vorgängerregimentern weiterführte, wurden dem Regiment folgende Battle Honours verliehen (englische Originalbezeichnungen):
- Vor 1914: Blenheim,[1] Ramillies,[1] Oudenarde,[1] Malplaquet,[1] South Africa 1846–7,[2] South Africa 1877-8-9,[1] Relief of Ladysmith, South Africa 1899–1902;
- Erster Weltkrieg: Mons, Le Cateau, Retreat from Mons, Marne 1914 ’18, Aisne 1914, La Bassée 1914, Messines 1914, Armentières 1914, Neuve Chapelle, Aubers, Loos, Somme 1916 ’18, Albert 1916, Bazentin, Pozières, Flers-Courcelette, Le Transloy, Ancre Heights, Arras 1917 ’18, Scarpe 1917 ’18, Arleux, Ypres 1917 ’18, Pilckem, Langemarck 1917, Menin Road, Polygon Wood, Passchendaele, St Quentin, Rosières, Avre, Lys, Hazebrouck, Bailleul, Kemmel, Scherpenberg, Soissonnais-Ourcq, Drocourt-Quéant, Hindenburg Line, Épéhy, Canal du Nord, St Quentin Canal, Cambrai 1918, Courtrai, Selle, Sambre, France and Flanders 1914–18, Doiran 1917 ’18, Macedonia 1915–18, Gallipoli 1915–16, Rumani, Egypt 1916–17, Gaza, El Mughar, Nebi Samwil, Jaffa, Palestine 1917–18;
- Zweiter Weltkrieg: Ypres-Comines Canal, Odon, Cheux, Caen, Mont Pincon, Estry, Nederrijn, Best, Scheldt, South Beveland, Walcheren Causeway, Asten, Roer, Rhineland, Reichswald, Moyland, Rhine, Dreirwalde, Bremen, Artlenberg, North-West Europe 1940, ’44–45, Landing in Sicily, Simeto Bridgehead, Sicily 1943, Garigliano Crossing, Anzio, Advance to Tiber, Italy 1943–44, Pegu 1942, Paungde, Yenangyaung 1942, Chindits 1944, Burma 1942 ’44.