Cana Bilir-Meier
deutsche bildende Künstlerin, Filmemacherin, Performancekünstlerin
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Cana Bilir-Meier (* 1986 in München) ist eine deutsche bildende Künstlerin, Filmemacherin und Kunstpädagogin.
Leben und Werk
Cana Bilir-Meier kam 1986 als Tochter von Zühal Bilir-Meier zur Welt, ihr Vater ist Deutscher.[1] Die Familie mütterlicherseits verließ in den 1970er-Jahren die Türkei, da sie dort wegen ihrer arabisch-alevitischen Wurzeln diskriminiert wurden.[2] Cana Bilir-Meier studierte Kunstpädagogik und bildende Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie an der Sabancı-Universität in Istanbul. An der Schule für unabhängigen Film Friedl Kubelka in Wien studierte sie Film,[3] u. a. bei Constanze Ruhm.[4]
2018 war Bilir-Meier Mitgründerin einer Initiative zum Gedenken an ihre Tante Semra Ertan. Bilir-Meier ist Mitherausgeberin des Gedichtbandes Mein Name ist Ausländer – Benim Adım Yabancı, in dem Ertans Werk 2020 erstmals auf Deutsch und Türkisch erschien.[5]
2019 veröffentlichte Cana Bilir-Meier den Kurzfilm This Makes Me Want to Predict the Past. Dafür verwendete sie Fotos von der Inszenierung des Theaterstücks Düşler Ülkesi (dt.: Land der Träume) von 1982, in dem ihre Mutter mitwirkte. Eine Bombendrohung verhinderte damals die Premiere des Stücks.[6][7] Das Türkische Theater in München hatte Zühal Bilir-Meier zusammen mit Erman Okay gegründet.[8]
Cana Bilir-Meiers Kurzfilm Ein neues Wort (2025) zeigt die migrantische Gruppe „Chor der brennenden Herzen“, die das Kinderlied Die Eisenbahn umdichtet. Damit wird auf eine Ausschreibung des WDR von 1970 Bezug genommen, in deren Rahmen eine Alternative zum Begriff Gastarbeiter gesucht wurde. Im Lied werden die Einsendungen aufgegriffen.[9] Der Film lief 2026 bei den Kurzfilmtagen Oberhausen,[10] und wird aktuell (Stand 2026) im Museum Brandhorst[11] sowie auf der Manifesta gezeigt.
Bilir-Meiers Werk bewegt sich an der Schnittstelle von bildender Kunst, Film, Performance und aktivistischer Praxis.[12] Zu ihrem Schaffen gehören kunst- und kulturpädagogische Projekte.[13] In ihren Arbeiten setzt sie sich mit Perspektiven von Einwanderern[14] und der deutschen Geschichte auseinander. Diese Themen setzt sie in Bezug zu ihrer eigenen Geschichte als Kind und Enkelin von Einwanderern. Sie arbeitet dabei gern mit Archivalien,[15] unter anderem aus dem Archiv ihrer Großeltern.[4]
Cana Bilir-Meier veröffentlicht zu den Themen Film, Feminismus und Migration, ist als Gastdozentin und als Kuratorin aktiv.[15] Außerdem ist sie im Bereich Theater tätig.[16][17]
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
- 2017: un|heimlich. Lothringer13, München[18]
- 2019: Düşler Ülkesi. Kunstverein in Hamburg[19]
- 2024: Dazwischensein 9. DG Kunstraum Diskurs Gegenwart der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst e.V.[8]
Gruppenausstellungen
- 2017: How To Live Together. Kunsthalle Wien[20]
- 2019/20: Tell me about
yesterdaytomorrow. NS-Dokumentationszentrum München - 2021/22: Art as Connection. Aargauer Kunsthaus, Aarau[21]
- 2025/27: Shifting the Silence. Die Stille verschieben. Lenbachhaus, München[22]
- 2026: Stopp. Zuhören. Begegnen. Öffentlicher Raum / Nordrhein-Westfalen, ein Projekt der Hochschule Düsseldorf[23]
- 2026: Carrying. Museum Brandhorst, München[24]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Nachdenken über das Archiv – Notizen zu Semra Ertan. Frauen und Film Nr. 67 (2016), S. 107–112. Online verfügbar auf JSTOR[25]
- Semra Ertan, Zühal Bilir-Meier, Cana Bilir-Meier (Hg.): Mein Name ist Ausländer – Benim Adım Yabancı. edition assemblage, Münster 2023, ISBN 978-3-96042-095-8
- Migratory Birds / Zugvögel. Essay im Rahmen von Berlinale Forum & Forum Expanded, 2023[26]
Filme (Auswahl)
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2016: Birgit-Jürgenssen-Preis für künstlerische Nachwuchsarbeit[29]
- 2018: ars viva-Preis[30]
- 2019: Bayerischer Kunstförderpreis, Spezialpreis „Künstlerisches Handeln im öffentlichen Raum“[31]
- 2025: Kunstpreis der Stadt München
Weblinks
- Cana Bilir-Meier bei IMDb
- Literatur von und über Cana Bilir-Meier im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Interview mit Cana Bilir-Meier auf Arte (2024, verfügbar bis November 2029)