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Canon FT

Kleinbild-Spiegelreflexkamera From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Canon FT QL war eine Kleinbild-Spiegelreflexkamera für das FL-Bajonett, die modifizierte Version FTb für das FD-Bajonett, sie gehörten zur F-Serie. Von beiden Kameras gab es vereinfachte Versionen, das Pendant zur FT hieß TL, das Pendant zur FTb zunächst TLb, dann TX. Die FTb erreichte als erste Canon-Spiegelreflexkamera eine Produktionszahl von 1 Mio.

FT QL mit FL 28 mm f/3.5

FT QL

FT QL

Zeitraum und Einordnung

Die FT QL erschien im März 1966 und wurde nach Erscheinen des FD-Bajonetts von der FTb abgelöst. Mit dem Normalobjektiv FD 50 mm f/1,8 kostete sie 963 DM, mit dem FD 50 mm f/1,4 1111 DM.[1]

Canon hatte 1964 mit der FX die erst Kamera für das FL-Bajonett vorgestellt, geriet aber technisch sogleich in den Rückstand, da die im gleichen Jahr herausgekommene Asahi Pentax Spotmatic eine TTL-Belichtungsmessung besaß. Mit der Pellix holte man zwar auf, deren feststehender Spiegel hielt aber viele Interessenten vom Kauf ab, woraufhin die FT QL erschien. Die Pellix blieb als Top-Modell im Programm, wobei sie mit dem Übergang zur Pellix QL die Neuerungen der FT bekam, nämlich das Quickload-System und den Anschluss für den Booster. Canon geriet aber erneut in den Rückstand, weil die ebenfalls 1966 in den Markt eingeführte Minolta SR-T 101 mit Offenblendmessung arbeitete. So konnten nur 550.000[2] FT QL verkauft werden, während die Minolta zum ungleich größeren Erfolg geriet.

Gehäuse

Die FT gehört zu den Kameras der F-Serie und baute entsprechend der Pellix auf dem Aluminium-Gehäuse der Canon FX auf. Ohne Objektiv maß sie 144 mm × 91 mm × 43 mm und wog 740 g.

Sucher

Der fest eingebaute Prismensucher besaß eine Mattscheibe mit einem Mikroprismenring. Die Einstellung von Blende und Verschlusszeit erfolgte wie bei der Pellix mit einer Messnadel, die aus dem rechten Bildrand herausragte und innerhalb eines Kreisrings positioniert werden musste, der sich auf der Mattscheibe befand.

Filmtransport

Bei der FT QL weisen die Buchstaben QL neben dem Multifunktionshebel auf das Schnellladesystem Quick Load hin. Der Fotograf musste lediglich beim Einlegen des Films darauf achten, dass die Filmzunge ausreichend weit aus der Patrone herausragte, dann wurde nach dem Schließen der Rückwand durch Betätigen des Aufzugshebels der Film automatisch eingefädelt. Der Aufzugshebel benötigte für den Filmtransport eine Drehung um 174°.

Belichtungsmessung

Messverfahren

Die FT besaß entsprechend der Pellix eine Selektivmessung. Hierzu befand sich ein schräggestellter teildurchlässiger Spiegel in der Bildfeldlinse – diese Linse lag über der Mattscheibe im Sucher. Der Spiegel leitete die Lichtstrahlen auf einen in Blickrichtung der Kamera hinten liegenden Cds-Sensor. Der ausgekoppelte Bereich maß wie bei der Pellix 8 mm × 12 mm, dies entsprach ca. 12 % der Bildfläche und im Falle eines angesetzten Normalobjektivs ergab sich ein diagonaler Messwinkel von ca. 15°. Durch die Ausspiegelung war der Messbereich im Sucher als etwas dunklere Fläche markiert.[3]

Filmempfindlichkeit

Die Filmempfindlichkeit ließ sich am Verschlusszeitenrad zwischen ISO 25/15° und ISO 2000/34° einstellen. Der Messbereich reichte bei ISO 100/21° von 14 s bei f/1,2 bis 11000 s bei f/16.

Canon Booster

FT QL mit Canon Booster

Genauso wie an die Pellix QL konnte man den Canon Booster auch an die FT QL anschließen. Dabei musste aber in einem Fenster seines Verschlusszeitenrads der Buchstabe F für FT anstatt P für Pellix stehen, da der Lichtverlust durch den teildurchlässigen Spiegel entfiel. Aus dem gleichen Grund durfte man die Zeit 60 s nicht einstellen und wich der Messbereich ab. Dieser reichte bei ISO 100/21° und f/1,2 von 14 s bis 15 s. Der Booster kostete 215 DM.[1]

Verschluss

Da die FT im Gegensatz zur Pellix wegen ihres Schwingspiegel nicht auf einen Metallverschluss angewiesen war, behielt sie den von der FX bekannten, horizontal ablaufenden Tuchverschluss bei. Die einstellbaren Verschlusszeiten reichten auch hier von 1 s bis zu 11000 s und es gab ebenfalls die gesonderte Stellung „X“ für die Blitzsynchronisierung.

Den Spiegel konnte man entsprechend der FX mit einem Hebel in Kamerablickrichtung links vom Bajonett manuell hochklappen. Dies war auch vor dem Ansetzen des FL 19 mm f/3,5 erforderlich.

Stromversorgung

Die FT benötigte eine PX 625 für den Belichtungsmesser und war auf die exakten 1,35 V Spannung dieser Quecksilberoxid-Zink-Zelle angewiesen. Dabei konnte die Kamera nicht abgeschaltet werden, sie verbrauchte aber nach Aufsetzen des Objektivdeckels praktisch kein Strom.[4] Damit glich sie der Rollei 35, die ebenfalls kein Hauptschalter besaß. An der FT gab es lediglich einen Batterietest-Schalter, der an der Rückspulkurbel lag und mit C beschriftet war. Dennoch ging der Test recht umständlich vonstatten: Man musste zuerst die Filmempfindlichkeit auf ISO 100/21° und das Verschlusszeitenrad auf X stellen, dann konnte man Schalter betätigen und einen Ausschlag am Zeiger des Belichtungsmessers beobachten, der bis zu einer Indexmarkierung reichen musste.

TL

TL

Zeitraum

Die TL ergänzte im Februar 1968 das Spiegelreflex-Programm, es gab sie aber nicht auf dem japanischen Markt. Es handelte sich um eine abgemagerte Version, so wie auch bei anderen Kameraherstellern vorkam und zuvor schon zuvor schon mit der FP im Canon-Programm. Canon produzierte rund 50.000 TL.[2]

Sucher

Der Spiegel ließ sich nicht manuell hochklappen, so dass der zugehörige Hebel neben dem Objektiv fehlte.

Belichtungsmessung

Der Belichtungsmesser arbeitete mit einer mittelbetonten Integral- anstatt der Selektivmessung, infolgedessen fehlte im Sucher auch das Rechteck für den Messbereich. Zudem konnte man keinen Booster anschließen.

Filmtransport

Das Quickload-System fehlte zumeist, es sind aber einige TL damit im Umlauf gekommen.

Verschluss

Die Verschlusszeiten reichten nur bis zu 1500 s. Und es gab kein Selbstauslöser, den Mehrzweckhebel konnte man infolgedessen nur in eine Richtung bewegen. Beides war ein häufiges Merkmal von abgemagerten Kameras. Außerdem ließ sich der Spiegel nicht manuell hochklappen, so dass der zugehörige Hebel neben dem Objektiv fehlte.

Stromversorgung

Die Canon TL besaß keine Batterieprüfung und ihre Bedienungsanleitung empfahl einfach jährlich eine neue Batterie einzulegen. Folglich gab es keinen Schalter an der Rückspulkurbel.

FTb

FTb QL
FTbN QL schwarz

Zeitraum

Die FTb ist eine Weiterentwicklung mit Offenblendmessung. Canon stellte sie gemeinsam mit dem neuen für Offenblendmessung ausgelegten FD-Bajonett im März 1971 vor. Abgelöst wurde die Kamera im April 1976 von der AE-1. Die FTb wurden mit 1,408 Mio. Kameras zur meistgebauten Canon-Spiegelreflexkamera, bis die AE-1 diese Zahl rasch überbot.[5]

Sucher

Der fest eingebaute Prismensucher besaß unverändert eine Mattscheibe mit einem Mikroprismenring sowie ein dunkleres Rechteck für den Messbereich des Belichtungsmessers. Die Einstellung von Blende und Verschlusszeit hingegen erfolgte nun mit zwei Nadeln, die aus dem rechten Bildrand herausragten. Eine Nadel bewegte sich mit dem Verstellen des Blendenwerts und trug einen Kreisring, die andere bewegte sich mit der Helligkeit und dem Verstellen der Verschlusszeit, sie musste für eine korrekte Belichtung innerhalb des Kreisrings positioniert werden. Die Mikroprismen lassen sich bis f/4,5 nutzen und beginnen bei f/5,6 schwarz zu werden.[2]

Stromversorgung

Die FTb benötigte ebenfalls eine PX 625-Batterie, besaß aber einen Hauptschalter, da die Blitzautomatik ihn verlangte. Dazu erhielt der Batterietest-Schalter an der Rückspulkurbel nun die Positionen ON – OFF – C für Ein, Aus und Batterietest.

CAT-Blitzautomatik

Die FTb konnte mit der CAT-Blitzautomatik zusammenarbeiten. Dazu war das Blitzgerät Speedlite 133 D und das passende Objektiv mitsamt Blitzkoppler erforderlich. Genau wie bei der Canon F-1 und im Gegensatz zur Canon EF führte das CAT-System nur zu einer halbautomatischen Steuerung, da keine Blendenübertragung von der Kamera auf das Objektiv existierte.

Für den Betrieb war der Belichtungsmesser auszuschalten. Dann bewegte das Blitzgerät über die Zusatzkontakte im Blitzschuh den sonst von Helligkeit und Verschlusszeit beeinflussten Zeiger im Sucher. Und der vom eingestellten Blendenwert abhängige Zeiger war nachzuführen. Das Blitzgerät bekam die Entfernungseinstellung vom Blitzkuppler am Objektiv übermittelt und berücksichtigte auch den Ladezustand seines Kondensators. Deswegen fiel der Zeiger nach dem Blitzen und stieg erst langsam wieder nach oben.

Modifikationen

Die FTb erfuhr im Juli 1973 einige Modifikationen, im Sucher unten links wurde die eingestellte Verschlusszeit eingespiegelt und es kam zu einigen Design-Änderungen. Der Transporthebel erhielt ein Kunststoff-Griffstück, der Auslöser wurde länger und der Abblendhebel kleiner gestaltet. Obwohl das QL-System einwandfrei funktionierte, verzichtete Canon nun darauf, da es die Produktionskosten nennenswert erhöhte.

TLb

TLb

Zeitraum

Die TLb erschien im September 1974 als abgemagertes Modell der FTb und wurde kurz darauf von der TX abgelöst. Canon produzierte rund 120.000 TLb.[2]

Unterschiede zur FTb

Entsprechend dem Vorgänger TL verzichtete man auch bei der TLb auf 11000 s Belichtungszeit, Selektivmessung, Selbstauslöser und Spiegelarretierung. Die Verschlusszeit war nicht in den Sucher eingespiegelt. Außerdem gab es keinen elektrischen Kontakt im Blitzschuh. Da es infolgedessen auch kein CAT-System existierte, benötigte die Kamera keinen Hauptschalter und verzichtete darauf.

TX

TX

Zeitraum

Die TX kam im März 1975 heraus. Ihre Produktion endete mit Erscheinen der AE-1, von der im Dezember 1976 mit der AT-1 ein preisgünstigste Modell herauskam. Canon produzierte rund 180.000 TX.[2]

Unterschied zur TLb

TLb und TX unterschieden sich nur im Zubehörschuh, der bei der TLb keinen elektrischen Kontakt besaß und bei der TX einen gewöhnlichen Blitzauslösekontakt, aber ohne die Zusatzkontakte für das CAT-System.

Betrieb in der heutigen Zeit

Für die nicht mehr erhältliche Quecksilber-Batterie gibt es die Möglichkeit, eine andere Batterie plus eine Spannungsregelung einzusetzen.[6]

Galerie

Quellen

Einzelnachweise

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