Canon FX

erste Canon-Spiegelreflexkamera für das FL-Bajonett From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Canon FX war die erste Kamera für das FL-Bajonett und gehörte zur F-Serie, von ihr gab es mit der Canon FP eine Variante ohne Belichtungsmesser.

FX

Canon FX

Zeitraum und Einordnung

Die Canon FX erschien als Nachfolger der Canonflex-Modelle im April 1964[1], kostete mit dem Normalobjektiv FL 50 mm f/1,8 etwa 850 DM[2] und wurde 1966 von der FT abgelöst. Ihre Ausstattung konnte man mit jener von der Minolta SR 7 oder der Yashica J 3 vergleichen, die allerdings beide schon seit 1962 auf dem Markt waren. Es handelte sich um eine neue Generation von Spiegelreflexkameras, die etwas kleiner als die Modelle der 1950er Jahre ausfielen und einen eingebauten Belichtungsmesser mit Außenmessung boten. Die FP kam im Oktober 1964 heraus, war nicht ganz 20 % billiger[3] und blieb ebenfalls bis 1966 im Programm.

Einem großen Erfolg der FX verhinderte aber die ebenfalls 1964 auf den Markt gekommene Asahi Pentax Spotmatic,[4] die erste Spiegelreflexkamera mit TTL-Messung. Diese Eigenschaft machte sie derart überlegen, dass sie als erste Spiegelreflexkamera die Produktionszahl von 1 Mio. überschritt und Asahi Pentax mit ihr zum Marktführer bei den Spiegelreflexkameras aufstieg.[5] Die FX geriet daraufhin nur zu einem eingeschränkten Erfolg und entstand 270.000-mal, die FP 50.000-mal.[6]

Gehäuse

Die FX besaß ein vollkommen neues Aluminiumgehäuse, auf dem dann alle weiteren Modelle der F-Serie aufbauten, ausgenommen F-1 und EF mit ihrem breiteren Gehäuse. Das Öffnen der Rückwand ging noch nicht mit Ziehen der Rückspulkurbel vonstatten, sondern durch Ausklappen und einer anschließenden Vierteldrehung eines Griffs in der Bodenplatte.[7] Wie bei allen F-Serie-Kameras gab es einen Multifunktionshebel in Kamerablickrichtung rechts neben dem Objektiv. Drücken zum Objektiv hin führte zum Abblenden, in die andere Richtung zum Aufziehen des Selbstauslösers. Gewöhnlich waren an der FX Gehäusekappe und Bodenplatte in Silber gehalten, wenige Kameras hat Canon aber auch in Schwarz verkauft.[8] Ohne Objektiv maß die FX 141 mm × 91 mm × 43 mm und wog 670 g.

Sucher

Der Prismensucher war fest montiert und besaß eine Mattscheibe mit einem Schnittbildentfernungsmesser. Er galt seinerzeit als hell, erscheint heute aber recht dunkel.[2] Den Spiegel konnte man manuell arretieren, was insbesondere das Objektiv FL 19 mm f/3,5 erforderte. Dazu diente der Hebel in Kamerablickrichtung links neben dem Objektiv.

Filmtransport

Der Aufzugshebel benötigte für den Filmtransport eine Drehung um 160°. Das gut ablesbare[4] Bildzählwerk lag in Kamerablickrichtung vor dem Transporthebel und stellte sich bereits mit Öffnen der Rückwand automatisch zurück.

Belichtungsmessung

Die Helligkeit bestimmte keine Selenzelle mehr, wie noch bei Canonflex, sondern eine CdS-Zelle. Sie war präziser, lichtempfindlicher und kleiner – so dass sie hinter einem Auge unterhalb des Rückspulknopfs Platz fand. Ihr Messwinkel entsprach bei einem Normalobjektiv einer Selektivmessung, so dass er im Falle eines Teleobjektivs allenfalls etwas größer als der Blickwinkel des Objektivs ausfiel.[2]

Die FX besaß einen teilgekoppelten Belichtungsmesser. Dies bedeutete, er übernahm die an der Kamera eingestellte Verschlusszeit, während der von ihm ermittelte Blendenwert durch den Fotografen am Objektiv eingestellt werden musste. Dazu gab es ein Zeigerinstrument neben der Rückspulkurbel, die Blende wurde also nicht im Sucher angezeigt. Die Filmempfindlichkeit ließ sich zwischen ISO 10/11° und ISO 800/33° am Verschlusszeitenrad einstellen, wobei sich die Skala des Messinstruments verschob. Der Belichtungsmesser arbeitete mit zwei Stufen, wozu man mit einem Schalter an der Rückspulkurbel zwischen L (Low) und H (High) umschalten konnte, für niedrige Messempfindlichkeit bei hellem Licht und für hohe Empfindlichkeit bei schwachem Licht. Für L galten die weißen, für H die roten Blendenwerte der Skala.[4] Bei ISO 100/21° reichte der Messbereich für L von LW 9 bis LW 18 und für H von LW 1 bis LW 10.

Verschluss

Wie von der Canonflex bekannt gab es einen horizontal ablaufenden Tuchverschluss mit den Verschlusszeiten B, 1 s, 12 s, 14 s, 18 s, 115 s, 130 s, 160 s, 1125 s, 1250 s, 1500 s, 11000 s und X. Die Stellung X betraf die Blitzsynchronisationszeit von 155 s[2], wobei der Blitz mit Buchse in Kamerablickrichtung links neben dem Objektiv angeschlossen wurde. Der Zubehörschuh besaß noch keinen elektrischen Kontakt. Die Auslösetaste konnte durch Drehen des sie umgebenden Rings gesperrt werden, bzw. in Stellung B ein- und mit einem zweiten Druck wieder ausrasten.

Stromversorgung

Die FT benötigte eine PX 625 und war dabei auf die exakten 1,35 V Spannung dieses Batterietyps angewiesen. Der Hauptschalter befand sich hinten rechts am Gehäusedeckel und besaß eine Prüfstellung, in welcher der Zeiger des Instruments bis in den blauen Bereich ausschlagen sollte. Ohne eingelegte Batterie arbeiteten alle Kamerafunktionen bis auf den Belichtungsmesser.

FP

Canon FP

Zeitraum

Canon stellte die FP im Oktober 1964 vor.

Unterschiede zur FX

Die FP verzichtete vor allem auf den Belichtungsmesser, außerdem gab es für Langzeitbelichtungen keinen einrastenden Auslöser. Die übrigen Funktionen blieben erhalten, der Selbstauslöser ebenso wie auch der manuell hochklappbarer Spiegel.

Zubehör

Für die FT gab es einen speziellen Belichtungsmesser, der auf den Prismensucher aufgesetzt wurde und die an ihm eingestellte Verschlusszeit auf die Kamera übertrug. Seine Empfindlichkeit entsprach jenem in der FX, auch gab es zwei Messbereiche.

Galerie

Literatur

  • Günter Richter: Das Canon reflex System. Laterna magica 1980. ISBN 3-87467-118-6
  • Bill Hansen & Michael Dierdorff: Japanese 35 mm SLR Cameras Hove Collectors Books 1998. ISBN 1-874707-29-4, S. 24
Commons: Canon FX – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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