Carriker-Rundohrblattnase
Art der Gattung Lophostoma
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Die Carriker-Rundohrblattnase (Lophostoma carrikeri) ist ein im Amazonasbecken verbreitetes Fledertier in der Unterfamilie der Lanzennasen. Das Typusexemplar stammt vom Río Mocho in Venezuela.[1] Das Tier wurde noch bis zum Jahr 2002 in der Gattung Tonatia gelistet.[2]
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Carriker-Rundohrblattnase (Lophostoma carrikeri) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Lophostoma carrikeri | ||||||||||||
| (J. A. Allen, 1910) |

Merkmale
Dieser mittelgroße Gattungsvertreter wird ohne Schwanz 66 bis 76 mm lang, die Schwanzlänge liegt bei 10 bis 15 mm und das Gewicht variiert zwischen 18 und 25 g. Es sind 42 bis fast 48 mm lange Unterarme, Hinterfüße von etwa 15 mm Länge und 24 bis fast 26 mm lange Ohren vorhanden. Damit entspricht die Art in der Größe der Kalko-Rundohrblattnase (Lophostoma kalkoae) und der Schulz-Rundohrblattnase (Lophostoma schulzi). Als Unterscheidungsmerkmal hat sie eine Kehle, eine Brust und einen zentralen Bereich des Bauches die völlig weiß sind. Angrenzende Stellen sind mit hellgrauem Fell bedeckt. Die Fledermaus hat oberseits graubraunes Fell, wobei die Haare drei Farbabschnitte besitzen. Dabei ist die Haarspitze weißlich. Bei der Kalko-Rundohrblattnase ist der obere Bereich der Kehle dunkelbraun und es sind weißliche Flecken hinter den Ohren vorhanden. Bei der Carriker-Rundohrblattnase sind das nackte Kinn, das Nasenblatt und die Ohren dunkelbraun. Der Scheitelkamm kann je nach Exemplar gut entwickelt oder undeutlich sein. Die Bestimmung des Geschlechts kann schwierig sein, da Weibchen eine vergrößerte Klitoris besitzen. Die Form der Anhänge am Nasenblatt entspricht den anderen Lanzennasen.[2]
Verbreitung und Lebensweise
Das Tier bewohnt die östlichen, nördlichen und westlichen Gebiete des Amazonasbeckens in Brasilien, den Guyanas, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Es hält sich in tropischen Regenwäldern, in Savannen mit Baumgruppen, in Strauchflächen, in Gärten und Plantagen sowie in Galeriewäldern auf. Die Art wird häufig in Landschaften mit einem Unterwuchs aus jungen Bäumen und Sträuchern sowie hohen Kräutern registriert.[3]
Die nachtaktive Fledermaus jagt schwebend große Käfer, Heuschrecken, Zikaden und andere Gliedertiere. Als Ruheplatz sind bisher nur selbstgegrabene Gänge in Termitenhügeln bekannt. Im Versteck lebt eine Gruppe mit 5 bis 12 Mitgliedern. Die Konstruktion des Nestes führt jedoch nur ein einzelnes Männchen aus, das dabei sehr aggressiv ist und Besucher beißt. Vermutlich ähnelt die soziale Struktur der Gruppe einem Harem. Von anderen Gattungsmitgliedern ist ein solches Verhalten nicht bekannt. Soweit dokumentiert, gibt es eine Paarungszeit im Frühjahr und eine weitere im Herbst. In Guyana wurden trächtige Weibchen im März und April sowie ein Weibchen mit aktiven Zitzen im April gefunden.[2]