Cassinvireo
Art der Gattung Vireos (Vireonidae)
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Der Cassinvireo (Vireo cassinii) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).[1][2]
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Cassinvireo | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Vireo cassinii | ||||||||||||
| Xántus, J, 1858 |

Der Vogel brütet vom Süden British Columbias bis zur Westküste der USA einschließlich Kaliforniens, Oregons und Washingtons und überwintert von Südarizona (Sonora-Wüste) bis Südmexiko einschließlich Teilen von Baja California und der Pazifikküste.
Die Art wurde früher als konspezifisch mit dem Graukopfvireo (Blaukopfvireo) (Vireo solitarius) und dem Weißstirnvireo (Vireo plumbeus) angesehen und als „Solitary Vireo“ (Vireo solitarius sensu latu) bezeichnet[3], dann aufgrund molekulargenetischer Untersuchungen aufgespalten in drei separate Arten.[4][5]
Der Lebensraum umfasst im Brutgebietes Koniferen, Laubbäume in bergigen Gebieten von 120 bis 2400 m ü. M. im südlichen Teil des Verbreitungsgebietes, im nördlichen Teil von Meereshöhe bis 1200 m. Überwintert wird in einer größeren Vielfalt an Lebensräumen wie Wüstenoasen, gut bewachsene Flussläufe und Auwälder sowie in Küstengebieten bis gut 3000 m Höhe.[6]
Der Artzusatz bezieht sich auf John Cassin.[7]
Merkmale
Der Cassinvireo gehört zur Gruppe der Vireos mit deutlicher „Brille“ und auffallenden weißen Flügelbinden ebenso wie der Graukopfvireo (Vireo solitarius), Weißstirnvireo (Vireo plumbeus), Gelbkehlvireo (Vireo flavifrons) und der Huttonvireo (Vireo huttoni). Von diesen sieht er dem Graukopfvireo und dem Weißstirnvireo am ähnlichsten.
Die Art ist 11–14 cm groß und wiegt zwischen 13 und 18 g. Kopf, Nacken, Rücken und Flanken sind grau olivfarben ohne deutliche Übergänge, die Unterseite ist weißlich. Hauptmerkmale ist die breite weiße „Brille“ bestehend aus dickem Streifen oberhalb der Zügel und einem schnabelseitig durch dunklen Zügelstreif unterbrochenen Augenring und die weißen Flügelbinden. Die Ohrdecken sind wie der Scheitel gefärbt ohne stärkeren Kontrast zur weißlichen Kehle. Die Flügeldecken sind schwärzlich mit breiten weißen Spitzen, manchmal etwas gelblich und bilden die Flügelbinden. Hand-, Armschwingen und Schirmfedern sind schwärzlich mit schmaler weißer Berandung der Hand- und gelbgrüner der Armschwingen, während die Schirmfedern breitere weiße Ränder aufweisen. Die Steuerfedern sind dunkelgrau, an den äußersten zwei bis drei weißlich gefranst. Die Brust ist schmutzig weiß, oft und besonders an den Seiten grau überhaucht. Die Unterseite ist weißlich, an den Seiten mit etwas grün, oft gelb überhaucht. Die Unterschwanzdecken sind weiß, können vereinzelt auch gelb sein. Der Oberschnabel ist grauschwarz, der Unterschnabel blass bläulich grau mit schwärzlicher Spitze. Die Iris ist braun, bei Jungvögeln etwas grauer, die Füße sind graublau. Die Geschlechter unterscheiden sich kaum, Männchen sind meist etwas kräftiger gefärbt.
Der Huttonvireo (Vireo huttoni) ist kleiner und kompakter mit blassen Zügeln, der Augenring ist oben, nicht vorne unterbrochen, er hat einen kürzeren Schnabel und ist kontrastärmer gefiedert. Der Braunaugenvireo (Vireo bellii) ist kleiner mit längerem Schwanz und zeigt lediglich eine schmale Flügelbinde, einen kurzen weißen Überaugenstreif und einen schmalen weißlichen Bogen unter dem Auge. Der Grauvireo (Vireo vicinior) hat keine grüne oder gelbe Färbung, nur eine angedeutete Flügelbinde und einen schmalen, weißen, nicht unterbrochenen Augenring mit blassen undeutlichen Zügeln. Die Unterscheidung gegenüber dem Graukopfvireo (Vireo solitarius) und dem Weißstirnvireo (Vireo plumbeus) gestaltet sich wesentlich schwieriger. Nicht bei jedem Individuum ist eine eindeutige Identifizierung möglich. Der Graukopfvireo ist am Kopf dunkler mit mehr Blau in deutlicherem Kontrast zur weißeren Kehle, der Rücken ist heller grün und grenzt sich stärker vom grauen Scheitel ab. Die Seiten sind oft reingelb mitunter mit etwas Olivtönen. Der Schwanz ist dunkler, gern mit breiteren weißen Rändern der Außenfedern. Der Weißstirnvireo ist an Kopf und Rücken grau ohne Spuren von Grün außer im Herbst vielleicht an den Oberschwanzdecken und am Bürzel, die Ohrdecken stehen in deutlichem Kontrast zur hellweißen Kehle. Die Seiten sind grau, eventuell etwas gelb überhaucht, dann aber nur schmal auf die Flanken beschränkt. Die Armschwingen weisen keine gelbgrünen Ränder auf.[6]
Geografische Variation
Es werden folgende Unterarten anerkannt:[1][6][8][9]
- V. c. cassinii Xánthus, J., 1858, Nominatform
- V. c. lucasanus Brewster, 1891,[10] – San Lucas Vireo, umschrieben in den Bergen in der Nähe des Südkaps von Baja California Sur, leuchtender gefiedert, besonders an den mehr gelben als olivfarbenen Flanken, Kontrast zwischen blaugrauen Ohrdecken und weißer Kehle eher wie beim Graukopfvireo (Vireo solitarius), Rücken oft heller grün bis gelblich grün. Kleiner mit kürzeren und gerundeteren Flügeln, aber kräftigerer Schnabel.
Stimme
Die Art singt sehr häufig und langanhaltend, die Lautäußerungen bestehen aus kurzen, rauen pfeifenden Phrasen aus mehreren Tönen mit kurzen Pausen unterbrochen wie „cha-cha-cha“. Häufig enden sie im Wechsel auf hohe und tiefere Laute als Frage und Antwort Muster.
Der Gesang des sehr ähnlichen Graukopfvireos ist weniger rau als der des Cassinvireos. Zwischen dem Gesang des Cassinvireos und des Weißstirnvireos kann mit dem Ohr allein nicht differenziert werden.[6]
Lebensweise
Der San Lucas Vireo V. c. lucasanus ist ein Standvogel, die Nominatform ein Zugvogel und zwar ein Kurz- oder Mittelstreckenzieher. Typischerweise kommt die Art im April im Brutgebiet an und verlässt es im September wieder.
Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, die langsam und gründlich von Zweigen und Blättern aufgelesen werden, auch wird Beute aus deren Bewegung heraus durch kurze Sprünge und Flatterflüge gejagt. Außerhalb der Brutzeit gesellt sich der Vogel auch zu Gemischten Jagdgemeinschaften. Die Brutzeit beginnt im April. Nach der Paarfindung wird das schalenförmige Nest aus Rinde, Gras, Fasern in eine Astgabel gehängt und mit Flechten umkleidet. Das Gelege besteht aus 2–5 braun gepunkteten weißen Eiern, die von beiden Elternvögeln über 12 bis 15 Tage ausgebrütet werden.
Zu den Nesträubern gehören Rabenvögel (Corvidae) und Hörnchen (Sciuridae).[6]
Gefährdungssituation
Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[11]
Literatur
- J. Xántus: Vireo cassinii. In: Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia, Band 10, S. 117, 1858, Biodiversity Library
- Richard W. Hedley: Long-distance movements and evidence of post-breeding elevational movements by Cassin's Vireos. In: Journal of Field Ornithology, Band 90, Nummer 4, S. 335–347, 2019,
Weblinks
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Cassinvireo (Vireo cassinii)
- Cassinvireo (Vireo cassinii) auf eBird.org
- BirdLife International: Species Factsheet – Cassins-vireo (Vireo-cassinii)
- Cassinvireo auf oiseaux.net (französisch)
- Macaulay Library
- Vireo cassinii im Integrated Taxonomic Information System (ITIS). Abgerufen am 15. Januar 2026.