Catherine Callbeck
kanadische Politikerin
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Hon. Catherine Sophia Callbeck, CM, OPEI (* 25. Juli 1939 in Central Bedeque, Prince County, Prince Edward Island) ist eine kanadische Politikerin der Prince Edward Island Liberal Party, die unter anderem von 1993 bis 1996 die 28. Premierministerin von Prince Edward Island war. Sie war außerdem Mitglied des Unterhauses sowie des Senats von Kanada und ist seit 2018 Kanzlerin der University of Prince Edward Island.

Leben
Catherine Sophia Callbeck, Tochter von Ralph R. Callbeck und Ruth Campbell, absolvierte nach dem Schulbesuch zunächst ein Studium der Handelsbetriebslehre an der Mount Allison University, das sie 1960 mit einem Bachelor of Commerce (B.Comm.) beendete. Ein weiteres Studium der Pädagogik an der Dalhousie University schloss sie 1962 mit einem Bachelor of Education (B.Ed.) ab. Anschließend absolvierte sie ein Aufbaustudium in Betriebswirtschaftslehre an der Syracuse University. Sie war als Wirtschaftslehrerin in New Brunswick und Ontario tätig, bevor sie auf die Insel zurückkehrte, um in das elterliche Einzelhandelsunternehmen einzusteigen.
Bei der Wahl am 29. April 1974 wurde Catherine Callbeck für die Liberale Partei von Prince Edward Island (Prince Edward Island Liberal Party) als Nachfolgerin von Robert Schurman[1] erstmals zum Mitglied der Legislativversammlung gewählt und vertrat in dieser bis zum 24. April 1978 den Wahlkreis „4th Prince“, woraufhin William MacDougall[2] neuer Abgeordneter wurde. In der Regierung von Premier Alex Campbell[3] bekleidete sie zudem zwischen 1974 und 1978 die Posten als Ministerin für Gesundheit und Soziales, Ministerin für Angelegenheiten der Ureinwohner sowie als Ministerin für Menschen mit Behinderungen.
Catherine Callbeck beschloss 1978, nicht erneut zu kandidieren, um im Familienunternehmen mitzuarbeiten, kehrte aber 1988 in die Politik zurück, als sie bei der Wahl am 21. November 1988 für die Liberale Partei Kanadas als Nachfolgerin von Melbourne Gass[4] zum Mitglied des Kanadischen Unterhauses gewählt wurde und in diesem vom 12. Dezember 1988 bis zum 25. Januar 1993 den Bundeswahlkreis „Malpeque“, woraufhin Wayne Easter[5] neuer Unterhausabgeordneter wurde. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Unterhaus wurde sie am 23. Januar 1993 Nachfolgerin von Joe Ghiz[6] als Vorsitzende der Liberalen Partei von Prince Edward Island und löste Joe Ghiz am 25. Januar 1993 auch als 28. Premierministerin von Prince Edward Island ab,[7] wodurch sie als erste Frau Regierungschefin dieser Provinz wurde. Sie wurde bei der Wahl am 29. März 1993 im Wahlkreis „1st Queens“ als Nachfolgerin von Leone Bagnall[8] auch wieder Mitglied der Legislativversammlung, der sie bis zur Auflösung ihres Wahlkreises am 18. November 1996 angehörte.
Bei den Wahlen am 29. März 1993 führte sie die Liberalen zu einem Sieg in allen Wahlkreisen bis auf einen der 32 Wahlkreise der Legislativversammlung. Sie war damit zugleich die erste Frau, die zur Premierministerin einer kanadischen Provinzregierung gewählt wurde. (Kanadas erste Premierministerin war Rita Johnston[9] als Premierministerin von British Columbia, die nach einem Rücktritt das Amt übernahm, aber anschließend bei Wahlen unterlag.) Während ihrer Amtszeit kam es zum Québec-Referendum 1995, nach der Abstimmung 1980 die zweite Volksabstimmung zur Frage, ob die Provinz Québec sich von Kanada abspalten und ein unabhängiger Staat werden soll. Die Volksabstimmung fand am 30. Oktober 1995 statt. Rein rechtlich ging es zwar lediglich um die Frage, ob Québec mit der Bundesregierung über eine lose wirtschaftliche und politische Assoziation verhandeln solle. Doch die separatistische Provinzregierung ließ nie Zweifel darüber aufkommen, dass sie bei einem Scheitern der Verhandlungen einseitig die Unabhängigkeit ausrufen würde. Callbeck, die bis Anfang 1998 im Amt hätte bleiben können, trat am 6. August 1996 zurück.[10] Der unerwartete Rücktritt folgte Berichten über interne Streitigkeiten innerhalb ihrer Liberalen Partei, nachdem sie sich gegen vorgezogene Neuwahlen im Juni 1996 entschieden hatte. Oppositionsführer gaben an, Callbeck habe aufgrund sinkender Zustimmungswerte für ihre Regierung nachgegeben und legte auch den Vorsitz der Liberalen Partei nieder, woraufhin Keith Milligan[11] neuer Parteivorsitzender und Premier wurde.
Catherine Callbeck kehrte daraufhin in die Bundespolitik zurück und wurde am 23. September 1997 auf Vorschlag des kanadischen Premierministers Jean Chrétien[12] von Generalgouverneur Roméo LeBlanc[13] für die Provinz Prince Edward Island zum Mitglied des Senats von Kanada ernannt und gehörte diesem bis zum Erreichen der Altersgrenze von 75 Lebensjahren am 25. Juli 2014 an. Sie war Mitglied zahlreicher Senatsausschüsse und wurde „für ihre Verdienste um die Bürger von Prince Edward Island als ehemalige Politikerin und Senatorin sowie als Wirtschafts- und Gemeindeführerin“ am 19. November 2015 zum Mitglied des Order of Canada (CM)[14] sowie 2017 auch zum Mitglied des Order of Prince Edward Island (OPEI) ernannt. Am 29. September 2018 übernahm Catherine Callbeck von Don McDougall das akademische Amt der Kanzlerin der University of Prince Edward Island.
Literatur
- Wayne MacKinnon: Catherine Callbeck – the Politics of Principle, JHB Publishing, 2012
Weblinks
- CALLBECK, LLD., HONOURABLE CATHERINE SOPHIA (S. 24 f.). In: Minding the House: A Biographical Guide to Prince Edward Island MLAs, 1873–1993 (Buchstabe C). Abgerufen am 25. Dezember 2025 (englisch).
- The Hon. Catherine S. Callbeck, M.P., Senator. In: Parlament von Kanada. Abgerufen am 25. Dezember 2025 (englisch).
- Callbeck, Catherine S(ophia). In: rulers.org. Abgerufen am 25. Dezember 2025 (englisch).
- Catherine Sophia Callbeck. In: Prabook. Abgerufen am 25. Dezember 2025 (englisch).