Cercles

ehemalige französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Cercles ([sɛʁkl] , okzitanisch Cercle) ist ein Ort und ehemalige südwestfranzösische Gemeinde mit 184 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehörte zum Arrondissement Périgueux. Die Einwohner werden Cerclois und Cercloises genannt.

Schnelle Fakten
Cercles
Cercles (Frankreich)
Cercles (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Périgueux
Gemeinde La Tour-Blanche-Cercles
Koordinaten 45° 22′ N,  28′ O
Postleitzahl 24320
Ehemaliger INSEE-Code 24093
Eingemeindung 1. Januar 2017
Status Commune déléguée

Ehemaliges Bürgermeisteramt (Mairie)
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Der Erlass der Präfektin vom 26. September 2016 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2017 die Eingliederung von Cercles als Commune déléguée zusammen mit der früheren Gemeinde La Tour-Blanche zur Commune nouvelle La Tour-Blanche-Cercles fest.[1]

Geografie

Lagekarte von Cercles

Cercles liegt etwa 24 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 28 Kilometer nordwestlich von Périgueux und etwa 57 Kilometer nördlich von Bergerac in der Région naturelle des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert. Der Ort liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Flüsschen Buffebale, das im Norden entspringt und Julie an seinem Oberlauf genannt wird, sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Cercles hat im Nordosten einen Anteil am ausgedehnten Wald Forêt de Saint-James, der bis in den angrenzenden Parc naturel régional Périgord-Limousin hinreicht. Dort befindet sich auch der topografisch höchste Punkt des Ortsgebiets mit 211 m Höhe inmitten einer Hügellandschaft mit sonstigen Erhebungen unter 200 m, die von den Tälern des Buffebale und der kleineren Wasserläufe eingeschnitten wird. Der topografisch tiefste Punkt befindet sich im äußersten Südosten mit 114 m beim Austritt des Buffebale aus dem Ortsgebiet. Das Ortszentrum liegt auf etwa 155 m Höhe.

Umgeben wird Cercles von fünf Nachbargemeinden und einer weiteren Commune déléguée von La Tour-Blanche-Cercles:

La Chapelle-Montabourlet Mareuil en Périgord
La Tour-Blanche
(La Tour-Blanche-Cercles)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Bourg-des-Maisons Chapdeuil Saint-Just

Etymologie und Geschichte

Der Name des Dorfes wurde im 12. Jahrhundert in der latinisierten Form Circulum (1169) gegeben. Cercles hat seinen Ursprung im okzitanischen cercle, das aus dem lateinischen circulus (deutsch Kreis, Objekt in Kreisform) hervorging. Der Name kommt von der Form des Orts, an der das Dorf errichtet wurde, eher als von einem ehemaligen runden Bau.[2]

Das im 12. Jahrhundert gegründete Dorf Cercles profitiert von seiner relativ günstigen Lage im Tal und zog bereits in gallorömischer Zeit Siedler an. Tatsächlich wurden in der Gemeinde Cercles, insbesondere an der Ausgrabungsstätte Cluzeau-La Marteille, zahlreiche Spuren aus dieser Zeit gefunden: Entwässerungskanäle, Mauern, Mörtelböden, Fragmente von Dachziegeln (Tegulae) und Terra-Sigillata-Keramik.

Im 14. Jahrhundert wurde La Tour-Blanche zum Hauptort einer Kastellanei, die die Pfarreien Cercles und La Chapelle-Montabourlet sowie Ländereien aus anderen benachbarten Pfarreien umfasste und eine Enklave des Seneschalls vom Angoumois im Périgord bildete. Feudal unterstand die Kastellanei La Tour-Blanche der Jurisdiktion der Bischöfe von Angoulême. Sie gehörte zum Herrschaftsgebiet der Vizegrafen von Limoges und wurde von diesen zu einem unbekannten Zeitpunkt veräußert. 1354 gehörte sie gemeinsam zu Pierre de la Tour.[3]

Im Mittelalter erlebte das Dorf ein bedeutendes Wachstum, wie archäologische Funde belegen, darunter sechzehn in den Kalkstein gehauene Gräber und später die Existenz eines Leprosoriums. Die Errichtung von Mühlen, zunächst im Mittelalter und dann im 18. Jahrhundert, zeugt von einer florierenden Wirtschaft und einer bedeutenden Zahl an Arbeitsplätzen.[4]

Die heutige Gemeinde La Chapelle-Montabourlet wurde 1825 in die Gemeinde Cercles eingegliedert, jedoch im Jahre 1877 wieder in die Unabhängigkeit entlassen.[2]

Bevölkerungsentwicklung

Cercles: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
399
1800
 
584
1806
 
628
1821
 
680
1831
 
913
1836
 
884
1841
 
837
1846
 
873
1851
 
830
1856
 
833
1861
 
786
1866
 
780
1872
 
720
1876
 
698
1881
 
509
1886
 
504
1891
 
491
1896
 
419
1901
 
365
1906
 
365
1911
 
352
1921
 
300
1926
 
315
1931
 
286
1936
 
322
1946
 
257
1954
 
229
1962
 
218
1968
 
231
1975
 
183
1982
 
187
1990
 
207
1999
 
173
2006
 
174
2013
 
203
2020
 
178
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[5] INSEE ab 2006[6][7][8]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Die Pfarrkirche Saint-Cybard ist die Kirche eines ehemaligen Benediktinerpriorat, das von 1142 bis zum Hundertjährigen Krieges von zur Abtei Saint-Cybard in Angoulême gehörte. Die beiden westlichen Joche aus dem 13. Jahrhundert wurden vermutlich auf den romanischen Mauern des 12. Jahrhunderts errichtet und im 16. und 17. Jahrhundert gewölbt. Die Abtei, die während der Hugenottenkriege zerstört wurde, wurde 1590 vom Mutterkloster aufgelöst. Die Kirche ist seit 1840 als Monument historique klassifiziert.[9]
  • Die Kapelle Notre-Dame-de-Pitié befindet sich an der Stelle des ehemaligen Leprosoriums, das nicht mehr existiert. Sie ist noch immer vom Brunnen, genannt „Les Blanquets“, umgeben, in dem die Leprakranken einst badeten. Die Kapelle, die 1700 erstmals urkundlich erwähnt wurde, wurde später profaniert, Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen und zwanzig Jahre später durch den heutigen Bau ersetzt.[10]
  • Windmühle La Coulade am Lieu-dit Le Claud, vermutlich im 14. Jahrhundert errichtet
  • Schloss Fongrenon aus dem 17. Jahrhundert mit spätere Umbauten
  • Herrenhaus La Bernerie aus dem 17. Jahrhundert
  • Herrenhaus La Calonie aus dem 13. Jahrhundert mit Taubenschlag

Literatur

Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).

Commons: Cercles – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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