Chantal Galladé

Schweizer Politikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Chantal Juliane Galladé (* 17. Dezember 1972 in Winterthur; heimatberechtigt in Isérables) ist eine Schweizer Politikerin (GLP, zuvor SP). Von 2003 bis 2018 war sie SP-Nationalrätin, seit 2023 ist sie Zürcher Kantonsrätin für die GLP.

Chantal Galladé (2015)

Biografie

Galladé ist in Winterthur aufgewachsen. Als sie elf Jahre alt war, brachte sich ihr Vater mit seiner Armeewaffe um.[1] 1989 bis 1992 machte Galladé eine KV-Lehre, darauf besuchte sie eine Gymnastikberufsschule. Auf dem zweiten Bildungsweg holte sie an der Kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene 1993 bis 1996 die Maturität nach. Von 1997 bis 2008 studierte sie Pädagogik und Politikwissenschaft. Seit ihrem Studium arbeitet sie als Berufsschullehrerin. Als Erziehungswissenschaftlerin bildet sie als Dozentin Berufsschullehrpersonen an der Pädagogischen Hochschule Zürich aus. Auf Radio 1 hatte sie während acht Jahren am Freitagmorgen eine Kolumne.[2][3]

Galladé ist Mutter zweier Töchter. Amélie (* 2004) ist ebenfalls politisch aktiv und Mitglied der GLP; sie war von 2018 bis 2021 im Vorstand des Jugendparlaments Winterthur und von 2021 bis 2022 war sie Co-Präsidentin des Jugendparlaments des Kantons Zürich.[4][5] Chantal Galladé betreibt mit ihr den «Galladé Podcast».[6] Chantal Galladé war mehrere Jahre mit dem damaligen SP-Nationalrat Daniel Jositsch liiert.[7]

Galladés Bruder Nicolas Galladé (* 1975) ist ebenfalls Politiker. Er wirkt seit 2010 als Winterthurer Stadtrat und gehört der SP an.[8]

Politik

Das erste Mal politisch tätig wurde sie als Mitinitiantin des Jugendparlaments in Winterthur. 1990 trat Galladé der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz bei und wurde 1997 in den Zürcher Kantonsrat gewählt. Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2003 wurde sie in den Nationalrat gewählt. Bei den Wahlen 2007 kandidierte sie für beide Ratskammern. In der Ständeratswahl erzielte sie im ersten Wahlgang das beste Resultat aller Mitte-/Links-Kandidaten.[9] Am 26. Oktober 2007 zog sie ihre Kandidatur für den zweiten Wahlgang jedoch zu Gunsten von Verena Diener zurück und blieb somit Nationalrätin.[10] Bei den Wahlen vom 23. Oktober 2011 und bei den Wahlen vom 18. Oktober 2015 wurde sie wiedergewählt. Nachdem sie im Juni 2018 zur Präsidentin der Kreisschulpflege Winterthur Stadt-Töss für die Amtsdauer von vier Jahren gewählt worden war, trat sie auf den 6. Dezember 2018 als Nationalrätin zurück.[11] 2021 gab sie im Vorfeld der Abstimmungen um die neue Gemeindeverordnung ihren Rücktritt als Kreisschulpflegepräsidentin bekannt.[12]

Inhaltlich lagen ihre Schwerpunkte in der Bildungs- und in der Sicherheitspolitik. 2007 erregte ein von ihr gemeinsam mit Daniel Jositsch veröffentlichter 12-Punkte-Plan zur Lösung von Jugendgewalt und Schulproblemen grosses Aufsehen.[13]

Im Februar 2019 gab sie ihren Wechsel von der SP zur Grünliberalen Partei bekannt; dabei kritisierte sie die veränderte Europapolitik der SP, insbesondere die Ablehnung des Rahmenabkommens mit der Europäischen Union.[14]

Bei den Wahlen im Kanton Zürich 2023 wurde sie für die GLP in den Zürcher Kantonsrat gewählt.[15] Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 kandidierte sie für den Nationalrat, wurde aber nicht gewählt. Im April 2026 gab sie ihren Rückzug aus der Politik bekannt, sie werde bei den Kantonsratswahlen im Frühling 2027 nicht mehr antreten.[16]

Commons: Chantal Galladé – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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