Charles Brias

belgischer Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

Charles Brias (* 22. April 1798 in Mechelen; † 27. November 1884 in Brüssel) war ein belgischer Maler und Radierer. Er ist vor allem für seine Genrebilder und Porträts bekannt.[1]

Charles Brias: Selbstporträt (1846, Radierung). Rijksmuseum Amsterdam

Leben

Charles Brias wurde als Sohn von Jacques Emmanuel Brias (1755–1820) geboren. Dieser arbeitete als Türmer an der Kathedrale Sankt Rombaut in Mechelen. Seine Mutter hieß Marie Thérèse Van Nieuwekercken. Von 1812 bis 1818 absolvierte Charles Brias seine Ausbildung an der Académie des Beaux-Arts in Mechelen und erlangte dort im Jahr 1818 den ersten Preis im Zeichenwettbewerb nach der Natur. Bereits 1817, noch während seiner Ausbildungszeit, nahm er am Salon de Gand teil und stellte ein Miniaturporträt des Generalleutnants David Chassé zu Pferd anlässlich der Schlacht bei Waterloo aus. Von 1819 bis 1822 setzte er seine Studien in Paris fort. Nach seiner Rückkehr ließ er sich 1822 dauerhaft in Brüssel nieder.[2]

Im Jahr 1830 beteiligte er sich aktiv an der belgischen Revolution. Als Angehöriger des Freiwilligenkorps der Chasseurs-Chasteler kämpfte er am 23. September 1830 im Brüsseler Park, nahm dabei zwei Häuser ein und hisste die Unabhängigkeitsfahne. Dabei wurde er verwundet. Im Oktober 1830 folgte sein Einsatz bei Walem und anschließend bei Antwerpen. Für seine Tapferkeit wurde er 1833 mit dem Croix de Fer ausgezeichnet. Am 1. Dezember 1845 wurde er zum Ritter des Leopoldsordens ernannt. Im Jahr 1868 heiratete er in Brüssel Adrienne Daelmans. Charles Brias starb im Alter von 86 Jahren am 27. November 1884 in seiner Wohnung in der Rue Terarken 8 in Brüssel. Drei Tage später fand sein Begräbnis als Zivilbegräbnis statt. Er vermachte sein Vermögen den Hospizen von Brüssel und Mechelen.[2]

Werk

Charles Brias: Le marché au Beurre à Bruxelles (1831). Musée de la Ville de Bruxelles

Das malerische Schaffen von Charles Brias umfasst Genrebilder, Porträts und Landschaften. Laut zeitgenössischer Kritiker zeichnen sich seine Werke durch eine außerordentlich sorgfältige und feine Ausführung aus. Anlässlich des Salons de Bruxelles von 1845 schrieb der Kritiker Victor Joly über das Gemälde La Boutique d'un marchand de fruits et légumes, es sei weder durch Erfindungsreichtum noch durch die Themenwahl bemerkenswert, doch angesichts des Wunders an Geduld und der außerordentlichen Feinheit der Ausführung wage niemand, dem Künstler die etwas gewöhnliche Komposition zum Vorwurf zu machen.[3]

Brias war insgesamt elfmal auf belgischen Triennialsalons vertreten, vorwiegend auf dem Salon de Bruxelles. Daneben stellte er fünfmal in den Niederlanden aus. Seine erste Teilnahme an einem belgischen Salon datiert auf das Jahr 1822, als er das Gemälde Alter Mann ausstellte. Beim Salon de Bruxelles von 1824 gewann er den Preis im Bereich Genremalerei. Beim Salon de Bruxelles von 1827 errang er den ersten Preis im Zeichenwettbewerb für das Gemälde La Tunique de Joseph présentée à Jacob. Beim Salon de Bruxelles von 1836 erhielt er eine Silbermedaille. König Leopold I. erwarb das Gemälde La Femme abandonnée, das Brias 1839 im Rahmen des Salons de Bruxelles ausstellte. Im Jahr 1845 nahm Brias auch am Salon de Paris teil. Danach war er nur noch zweimal auf Triennialsalons vertreten, nämlich 1845 und 1866.[1]

Gelegentlich arbeitete Brias mit anderen Künstlern zusammen. So übernahm er beim Salon de Bruxelles von 1830 die Porträtfiguren eines Gemäldes, während Eugène Verboeckhoven die Tierfiguren und Pierre-Jean Hellemans die Landschaft beisteuerten. Zu Beginn der 1830er Jahre bildete Brias mehrere Schülerinnen aus, darunter Mélanie und Henriette Opdenbosch. Neben seiner Tätigkeit als Maler schuf Brias einige Radierungen, darunter ein Selbstbildnis (1846), ein Motiv mit einem schlafenden Jungen (1837) sowie ein Motiv mit einem sitzenden alten Fischer. Diese drei Druckgraphiken werden im Rijksmuseum Amsterdam aufbewahrt. In öffentlichen Sammlungen sind folgende Werke erhalten: Der Buttermarkt in Brüssel (1831) befindet sich seit 2021 im Musée de la Ville de Bruxelles, Der Wildbretkrämer (1840) gelangte in die Nationalgalerie Berlin, ist dort jedoch seit dem Katalog von 1908 nicht mehr nachgewiesen, und ein weiteres Werk befand sich im ehemaligen Museum Fodor in Amsterdam.[1]

Literatur

Einzelnachweise

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