Charles Eyck
niederländischer Maler, Bildhauer
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Charles Hubert Eyck (auch Eijck geschrieben, * 24. März 1897 in Meerssen; † 2. August 1983 in Schimmert) war ein niederländischer bildender Künstler und Pionier der Limburger Schule.[1] Er ist insbesondere bekannt für seine Glasmalerei Das Befreiungsfenster in der Sint Janskerk in Gouda und für das in Bronze gegossene Limburgs bevrijdingsmonument in Maastricht.

Leben
Frühe Jahre
Eyck wurde als fünftes von vierzehn Kindern in eine römisch-katholische Familie geboren. Sein Vater war Schuster. Mit zehn Jahren wurde Charles schwer krank und trug als Folge dauerhafte Taubheit und ein eingeschränktes Sprachvermögen davon. Daher begann er, seine Kommunikation auf Zeichnungen und Gemälde zu verlagern.[2] Eyck war zunächst als Keramikmaler bei Société Céramique in Maastricht tätig und malte in seiner Freizeit südlimburgische Landschaften. In dieser Zeit schloss er Freundschaft mit dem belgischen Flüchtling und Maler Jan van Puyenbroeck.[2]
Von 1916 bis 1917 besuchte er die Academie voor Beeldende Kunsten in Rotterdam, im Anschluss – auch beeinflusst durch van Puyenbroeck – von 1918 bis 1922 die Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam.[3] Dort war vor allem die Unterweisung zu monumentaler Glas- und Wandmalerei durch Antoon Derkinderen beeinflussend für Eyck.[2] Neben Derkinderen gilt auch Nicolaas van der Waay in dieser Zeit als prägend für ihn.[3]
1922 bekam Eyck den niederländischen Prix de Rome verliehen, der mit einem Stipendium verknüpft war. Beim darauffolgenden Aufenthalt in Italien lernte er die schwedische Malerin Karin Meyer (1901–1996) kennen, die er 1924 in Stockholm standesamtlich heiratete. 1925 kam ihre schwerbehinderte Tochter Ann-Margit zur Welt, die er als „Bimba“ in vielen Gemälden verewigte. Karins Eltern nahmen Ann-Margits Erziehung an sich. Nachdem das Stipendium aufgebraucht war, zog das Ehepaar nach Amsterdam, kurz darauf nach Frankreich.[2]
Seinen ersten großen Erfolg hatte Eyck in Paris, wo er bei Blanche Guillot 30 Gemälde ausstellen und verkaufen konnte. Danach konnte er einen Auftrag für Wandmalereien in der Sint-Vincentius a Paulokerk in Brunssum erhalten, für den er zuvor noch kirchlich heiraten musste.[2]

Kurz darauf bekam er für die Onze-Lieve-Vrouw-Onbevlekt-Ontvangenkerk in Terwinselen seinen zweiten großen Auftrag für ein Kirchengemälde durch Hubert Spierts, dem er zeitlebens verbunden blieb.[4][2][5][6] Etwa zur gleichen Zeit (1929) wurde Eyck fester Mitarbeiter der sich gegen den römischen Traditionalismus wendenden katholisch-intellektuellen Zeitschrift De Gemeenschap.[7]
Um 1930 erlernte Eyck die Glasmalerei in den Ateliers von Joep Nicolas in Roermond und Gerard Mesterom in Bunde.[2]
Schaffenshöhepunkt
1935 lieferte Eyck mit Joep Nicolas einen bedeutsamen Anteil für die niederländische Einsendung für die Weltfachausstellung Paris 1937 mit einem großen Wandgemälde.[8]
1939 sollte die Hundertjahrfeier für die erste Fahrt einer Eisenbahn in den Niederlanden stattfinden, weshalb der Personalrat der Nederlandse Spoorwegen der Direktion eine Marmorstatue für zum Jubiläum schenken wollte. Für den Auftrag wurden Mari Andriessen, Frits van Hall und Eyck um Entwürfe gebeten, wobei letzterer sich mit seinem Entwurf durchsetzte. Eycks Marmorskulptur Der Verkehr steht im Hauptbahnhof in Utrecht.[9]
In der Ausschreibung für ein Buntglasfenster in der Sint Janskerk in Gouda, das der deutschen Besatzung von 1940 bis 1945 und der anschließenden Befreiung gedenken sollte, setzte Eyck sich mit seinem Entwurf gegen Hans van Norden und Jaap Weynand durch.[10] Das Fenster wurde 1947 fertiggestellt. Für das fertiggestellte Befreiungsfenster erhielt Eyck das Ritterkreuz des Ordens von Oranien-Nassau, gab dieses aber 1966 aus Protest gegen die Hochzeit von Prinzessin Beatrix und Claus von Amsberg zurück.[11]
Für die Amtseinführung von Königin Juliana 1948, bekam Eyck von der niederländischen Regierung den Auftrag, die Zeremonie malerisch zu verewigen. Das 1949 fertiggestellte Gemälde wurde vom Kultusminister für gut befunden, aber in vielen Zeitungen als zu nüchtern kritisiert. Eyck, der für die Anfertigung des Bildes eine kostspielige Studienreise nach Madrid unternommen hatte, schrieb als Reaktion auf das negative Echo eine Prämie von 4000 Gulden für denjenigen, der ein besseres Gemälde schaffen sollte, aus. Die Prämie musste er nie auszahlen.[12]
Eyck erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg vom Comité tot Oprichting van een Limburg Oorlogsmonument den Auftrag, ein Denkmal für die Befreiung Limburgs von der deutschen Besatzung zu entwerfen. 1951 wurde ihm gestattet, seinen Entwurf auszuführen.[13] Sein in Bronze gegossenes Werk, das Limburgs bevrijdingsmonument, wurde 1952 in Maastricht auf dem Koningsplein eingeweiht.[14]
1955 wurde Eyck Professor an der Jan van Eyck Academie in Maastricht.[15]
Späte Jahre
Sein letztes großes Kirchenwandgemälde schuf Eyck im nordfranzösischen Dorf Jeantes 1962. Der Auftrag kam über seinen Freund Bertus Aafjes zustande und wurde von Eyck mit dem 18-jährigen Hans Smeets ohne Bezahlung ausgeführt. Im Laufe der sechziger Jahre zog er sich immer mehr in sein Atelier im Ravensbosch zurück, malte und zeichnete und verkaufte seine Kunst aber bis zu seinem Lebensende weiterhin.[2]
Nach einem Herzinfarkt im Jahr 1980 verbrachte Eyck einige Monate im Krankenhaus. Er starb am 2. August 1983 im Alter von 86 Jahren in seinem Haus. Sein Nachlass umfasst Tausende von Gemälden und noch mehr Zeichnungen, mindestens 7000 m² Wandmalereien, 2000 m² Glasmalereien und 25 Kreuzwege.[2]
Stil, Materialien und Technik

Eyck gilt als Expressionist[16] mit „barockem Schwung“[17] und einer der Hauptvertreter der Limburger Schule. Bisweilen wird auch von einem „romantischen Expressionismus“ gesprochen.[15]
Zu seinen Werken gehört aber auch realistische Kunst, etwa das Gemälde Vase mit Blumen (1930).[18] Sein individueller Stil konnte stark vom liturgischen Stilstreit in den Niederlanden der Zwischenkriegszeit profitieren. Mit Joep Nicolas, Lambert Simon, Jaap Mes und Jacob Ydema gilt Eyck, der viele Werke für die römisch-katholische Kirche anfertigte, als Begründer einer neuen kirchlichen Kunst.[17]
Er verwendete in seinen Werken häufig Öl- und Wasserfarben, Glas, Edelmetalle, oft Silber, und Edelsteine.[3] Als Glasmaler arbeitete er mit oft mit Grisaille auf Opalglas und Buntglasfenstern.[19] Bisweilen fertigte Eyck für eine Kirche unterschiedliche Kunstwerke an, so für die Sint-Hubertuskerk in der Gemeinde Beek sowohl ein Deckengemälde (in denen er sich selbst als Heiliger Andreas darstellte) als auch zwei Buntglasfenster. In der Heerlener Gerardus Majellakerk war er sowohl für die großen Fenster im Schiff, als auch für die Kreuzwegstationen und die großen Apsis- und Kuppelmalereien verantwortlich.[20]
Schüler
Unter Eycks Schülern waren Bert Coppus, Hub Hendriks, Gé ter Horst, Arnold de Koning, Victor van Mil, Jean Nelissen, René Smeets, Harrie Sterk, Charles Volders, Fons Volders, Pim de Vroomen, Fedde Weidema, Alphons Winters und René Wong Lun Hing. Zudem hatte er Einfluss auf Pierre de Grauw.[3]
Werke
Glasmalereien

- 13 Buntglasfenster in der Gerardus Majellakerk in Heerlen (1937–1938)[21]
- Heiliger Willibrord und Heiliger Bonifatius in Sint-Hubertuskerk in Beek (1940)[22]
- Befreiungsfenster in der Sint Janskerk in Gouda (1947)
- Zwölf Buntglasfenster in der Sint-Martinusbasiliek in Venlo (1948–1950)[23]
- 26 Buntglasfenster im Bahnhof Maastricht (1949–1952)[24]
- Zahlreiche Werke im Gemeindehaus Arcen (1951)[25]
- Fensterrose in der Sint-Catharinakerk in Eindhoven (1951)[26]
- Neun Werke im Augustinerkloster in Venlo[27]
- In der Sint-Jozefkerk in Leusden
Wandmalereien
- In der Sint-Vincentius a Paulokerk in Brunssum (1929)[2]
- In der Onze-Lieve-Vrouw-Onbevlekt-Ontvangenkerk in Kerkrade (1929–1948)[28]
- In der Gerardus Majellakerk in Heerlen (1938)[29]
- In der Sint-Hubertuskerk in Beek (ca. 1940)[30]
- In der Offiziersmesse des R.K. Zeemanshuis in Willemstad (1953)
- Wandmalereien in der Kirche von Jeantes (1962)[16]
- Wandmalereien in Saint-Martin in Jeantes (1962)
Leinwandgemälde
- Die Rückkehr des verlorenen Sohnes (1922)[31]
- Alte Frauen zu Schimmert (1930)[32]
- Vase mit Blumen (1930)[18]
- Gouache Kreuzigung (1932)[32]
- Porträt von Robert Franquinet (1938)[33]
- Das Krönungsgemälde von Königin Juliana (1949)[12][2]
- Porträt von Paule G. Bottenheim-van der Maesen de Sombreff (1949)[34]
- Impression La Escala (1959)[32]
- Entlang der Mergellandroute (1967)[32]
Skulpturen

- 14 Terracotta-Kreuzwegstationen in der Gerardus Majellakerk in Heerlen (1938)[29]
- Marmorskulptur Der Verkehr im Hauptbahnhof in Utrecht (1939)[35]
- Bronzeskulptur Limburgs bevrijdingsmonument in Maastricht (1952)[14]
- Monolith in Kerkrade (1982)[36]
- Altarwand und Kreuzwegstationen in Zeist
Weiteres
- Begraafplaats van Aubel (circa 1920)
- Zahlreiche Illustrationen für die Zeitschrift De Gemeenschap (1929–1940)[32]
- Buchcover für Hart zonder land von Albert Helman (1929)[32]
- Buchcover für Gemengde berichten von Eric van der Steen (1932)[32]
Auszeichnungen
- 1919: Willink van Collenprijs[3]
- 1920: Koninklijke subsidie voor vrije schilderkunst[3]
- 1922: Prix de Rome für das Gemälde Die Rückkehr des verlorenen Sohnes[2][3][31]
- 1947: Ritterkreuz des Ordens von Oranien-Nassau[37] (1966 zurückgegeben)
- Namensgeber für den Charles Eyckpark in Maastricht[38]
- Namensgeber für den Charles Eyckdreef in Schmimmert
Literatur
- P.M.J.E. Jacobs: Beeldend Benelux : biografisch handboek, Tilburg 2000, S. 368.
- J.R. ter Molen, Robert Joost Willink, Annelies Krekel-Aalberse: Silver of a new era : international highlights of precious metalware from 1880 to 1940 Rotterdam 1992, no. 123.
- Jos Pouls: Charles Eyck, 1897–1983 : kunstenaar tussen vernieuwing en traditie, Maastricht 1997.
Weblinks
- Biografie bei RKD Research, abgerufen am 14. Mai 2025.
- Künstler: Eyck, Charles. Übersicht der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e. V.