Charles Guernier

französischer Politiker, Mitglied der Nationalversammlung From Wikipedia, the free encyclopedia

Charles Guernier (geboren am 26. April 1870 in Saint-Malo; gestorben am 19. Februar 1943 in Paris) war ein französischer Politiker der Dritten Republik.

Charles Guernier

Leben

Charles Joseph Eugène Marie Guernier war der Sohn von Charles Eugène Guernier, Maler und Dekorateur, und Marie Eugénie Husson. Er wuchs in Saint-Malo auf. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Rennes. Er promovierte 1897 mit einer Dissertation über Landwirtschaft in Schottland.[1] Guernier lehrte als Dozent an der juristischen Fakultät in Paris und wurde 1898 mit dem Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre und Geschichte der Wirtschaftsdoktrinen an der juristischen Fakultät in Lyon betraut. Im selben Jahr bestand er die Prüfung und lehrte von 1898 bis 1905 in Lille.[2]

Er wurde im ersten Wahlgang der Wahlen von 1906 zum Abgeordneten des 1. Wahlkreises von Saint-Malo gewählt. Der Kammer gehörte er zunächst bis 1924 an. Dort war er zunächst Teil der Gauche démocratique, später der Gauche radicale.[A 1] Er war anfangs Mitglied der Alliance démocratique, später der Radicaux indépendants. Von 1910 bis 1940 war er auch Generalrat des Départements Ille-et-Vilaine.[2]

Bei den Wahlen von 1924 wurde er geschlagen; kehrte aber von 1928 bis 1942 wieder ins Parlament zurück. In seiner letzten Wahlperiode (1936 bis 1942) war er fraktionslos.[2]

Sein Hauptgebiet im Parlament war die Handelsmarine. Folgerichtig wurde er 1914 als Sous-secrétaire d’État für die Marine in das allerdings nur drei Tage bestehende Kabinett Alexandre Ribots berufen.

Von April bis September 1917 war er Hochkommissar der Französischen Republik in Großbritannien für die Zentralisierung der Versorgungs-, Transport- und Kohledienste. Er war damals für die Verhandlungen mit der britischen Regierung und dem Zentralkomitee für Kohle in maritimen Fragen zuständig, vertrat Frankreich aber auch in den alliierten Komitees für den Kauf von Weizen und Zucker sowie für die Befrachtung und den Kauf von Schiffen.[2]

1931 kehrte er in die Regierung zurück; zunächst als Minister für Post, Telegraphie und Telefonie in drei aufeinanderfolgenden Regierungen Pierre Lavals, 1932 dann als Minister für öffentliche Arbeiten und Handelsmarine im dritten Kabinett André Tardieus. 1940 stimmte er für die diktatorischen Vollmachten für Philippe Pétain.[3]

Ehrungen

Werke

Anmerkungen

  1. Beide Fraktionen sind eher der politischen Mitte zuzurechnen.

Einzelnachweise

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