Chlorflurenol

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Chlorflurenol ist ein Wachstumsregulator aus der Familie der Morphactine.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Chlorflurenol
Grundstrukturformel (Stereozentrum ist mit einem * markiert)
Allgemeines
Name Chlorflurenol
Andere Namen
  • (RS)-2-Chlor-9-hydroxyfluoren-9-carbonsäuremethylester
  • Methyl-2-chlor-9-hydroxyfluoren-9-carboxylat
  • CFL
  • Chlorflurecol
  • Chlorflurenol-methyl
  • Chlorflurenolmethylester
  • Curbiset
  • IT 3456
  • Maintain
  • Multiprop
Summenformel C15H11ClO3
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 2536-31-4 (Chlorflurenol)
EG-Nummer 219-800-8
ECHA-InfoCard 100.018.001
PubChem 17334
ChemSpider 16404
Wikidata Q15632720
Eigenschaften
Molare Masse 274,7 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,496[1]

Schmelzpunkt

152 °C[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (0,021 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[2]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Stereoisomere

Bei dem Chlorflurenol handelt es sich um ein Racemat (1:1-Gemisch) der (R)- und (S)-Form, die wie folgt benannt werden können:

  • (R)-2-Chlor-9-hydroxyfluoren-9-carbonsäuremethylester
  • (S)-2-Chlor-9-hydroxyfluoren-9-carbonsäuremethylester
Weitere Informationen Chlorflurenol (2 Stereoisomere) ...
Chlorflurenol
(2 Stereoisomere)
(R)-Chlorflurenol
(R)-Konfiguration
(S)-Chlorflurenol
(S)-Konfiguration
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Synthese

Chlorflurenol kann durch mehrstufige Reaktion aus Fluorenon dargestellt werden. Dieses wird mit Chlor zum Chloraromaten umgesetzt. Die weitere Umsetzung mit Cyanwasserstoff führt zum Cyanhydrin. Dieses wird mit Natriumhydroxid zur α-Hydroxycarbonsäure verseift und dann mit Methanol zum entsprechenden Methylester als Endprodukt umgesetzt.[3]

Wirkungsweise

Chlorflurenol ist ein Auxintransport-Hemmer.[4] Er sorgt für ein buschigeres Wachstum durch Hemmung des Längenwachstums und Aufhebung der Apikaldominanz. Morphactine stören die Mitoseaktivität in meristematischen Geweben und verändern so die Orientierung der Mitosespindeln.[5] Zusammen mit Herbiziden eingesetzt verstärkt es als Synergist die herbizidale Wirkung.

Zulassung

Chlorflurenol war von 1971 bis 2002 in der BRD zugelassen. Die EU-Kommission entschied 2004, Chlorflurenol nicht in die Liste der zulässigen Pflanzenschutzmittelwirkstoffe in Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG aufzunehmen.[6]

In der Schweiz, Deutschland und Österreich sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[7]

Einzelnachweise

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