Christian Schärf

deutscher Literaturwissenschaftler, Essayist, Romanautor und Moderator From Wikipedia, the free encyclopedia

Christian Schärf (* 24. Dezember 1960 in Ludwigshafen) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, Essayist, Romanautor und Moderator. Derzeit lehrt er als apl. Professor am Institut für literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim.

Leben

Christian Schärf legte 1980 die Abiturprüfung am Staatlichen Carl-Bosch-Gymnasium in Ludwigshafen/Rhein ab und studierte anschließend an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Fächer Deutsche Philologie, Romanische Philologie und Philosophie. 1993 promovierte er über „Goethes Ästhetik. Eine Genealogie der Schrift“ bei Bruno Hillebrand zum Dr. phil. 1998 habilitierte er sich an der Universität Mainz. Er erhielt die Venia Legendi für Neuere deutsche Literaturgeschichte. 1998 bis 2007 war er Hochschuldozent an der Universität Mainz. Seit 2007 lehrt er am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim in den Studiengängen Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus sowie Literarisches Schreiben und Lektorieren. Als Gastdozent lehrte er an der Universität Bologna (2002 und 2004), der Universität Valencia (1991 und 1999) und der Universität Dijon (1994 und 1995).[1]

Einer seiner zentralen Forschungsschwerpunkte ist die Mediengeschichte der Literatur, insbesondere die Funktion, die das Schreiben für die Entwicklung der europäischen Literatur einnimmt. Der Begriff des Schreibens wird dabei als eine bildgebende Dimension der kulturellen Verkörperung aufgefasst, aus der Sinngeschichten entstehen. Diese steuern die Motivationen, die Techniken und die poetologischen Entwurfsszenarien der Literatur. Das betrifft die Texte ebenso wie die Selbstbilder der Autoren und die Formen der Rezeption literarischer Texte. Schärf bezieht in diese Perspektive bewusst philosophische und essayistische Schreibweisen mit ein.

Mit seinem Schreiben verfolgt Christian Schärf die Erneuerung der Literaturwissenschaft als essayistisch-narratives Verfahren der Darstellung größerer Zusammenhänge und der Erschließung geschichtlicher Räume.

Von 1989 bis 2006 war er für die Betreuung und Durchführung der Poetikdozentur der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz mit verantwortlich, ab 2002 dann allein verantwortlich. Zwischen 2007 und 2012 war er als Rezensent für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig. Zwischen 2010 und 2017 wurden 16 seiner Radioessays auf SWR 2-Essay ausgestrahlt. Darunter sind Essays zur Spannung im Kriminalroman, zum Phänomen des Charismas, zur Rhetorik des Flirts und zum philosophischen Problem der Kontingenz.

Seit 2012 moderiert er regelmäßig bei der lit.Cologne[2], der Phil.Cologne[3] und der lit.RUHR[4], darunter Veranstaltungen mit Eva Menasse, Robert Seethaler, Martin Walser, Uwe Timm, Karen Duve, Rüdiger Safranski.

Er war Gastprofessor in Graz an der Karl-Franzens-Universität im Wintersemester 2019/2020.

Christian Schärf ist verheiratet und hat drei Kinder.

Werke

Romane

Monografien

Einzelnachweise

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