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Christoph Fuchs von Fuchsberg

Bischof von Brixen From Wikipedia, the free encyclopedia

Christoph Fuchs von Fuchsberg (* 1482 in Eppan; † 9. Dezember 1542 in Brixen) war ein österreichischer Militär, kaiserlicher Rat und späterer Bischof von Brixen.

Bischof Christoph Fuchs von Fuchsberg

Familie

Christoph Fuchs von Fuchsberg zu Jaufenburg war der Sohn des kaiserlichen Rates und Hauptmanns von Kufstein Degen Fuchs von Fuchsberg und der Eva von Frundsberg, einer Schwester des Feldhauptmanns Georg von Frundsberg. In seiner Eigenschaft als Hauptmann von Kufstein erließ der Vater im Auftrag des Kaisers Maximilian I. 1506 den „Fuchsbrief“, der das Landes- und Steuerrecht der Stiftspropstei Berchtesgaden schriftlich festlegte. Die Berchtesgadener Bauernschaft hatte wegen zu hoher Steuern Beschwerde gegen den Propst Balthasar Hirschauer geführt. Der „Fuchsbrief“ hatte für das Land Berchtesgaden den Charakter eines ersten rechtsverbindlichen, schriftlich fixierten Vertrags zwischen Herrschaft und „Landschaft“.

Heirat und Kinder

Er heiratete in Innsbruck um 1515/1520 Margarethe von Maxlrain. Sie hatten vier Kinder, einen Sohn und drei Töchter, die jeweiligen Geburtsjahre sind bisher nicht gesichert.

  • Christoph Valentin Fuchs von Fuchsberg († 19. August 1560) ⚭ Helene Anna Maria von Welsperg († 1553)
  • Zimburga Fuchs von Fuchsberg († 1551) ⚭ Siegmund Hendl von Goldrain
  • Margarethe Fuchs von Fuchsberg († 1573) ⚭ 1559 den Freiherr Georg von Firmian (* 1538)
  • Helena Fuchs von Fuchsberg ⚭ Christoph von Sparrenberg († 1571)

Leben

Militärische Laufbahn

Christoph Fuchs von Fuchsberg zu Jaufenburg stammte aus Eppan. Er erhielt eine höfische Erziehung in Heidelberg und Stuttgart. Christoph Fuchs von Fuchsberg begleitete seinen Onkel Georg von Frundsberg vor allem während der langjährigen Italienkriege unter den Kaisern Maximilian I. und Karl V. Seine militärische Laufbahn war eng mit den Kampagnen der kaiserlichen Landsknechte verknüpft, so im Krieg der Liga von Cambrai ab 1508 und vom 15. September bis zum 1. Oktober 1509 bei der Belagerung der Stadt Padua hier war er bereits Kaiserlicher Berater, Militärführer und Kriegskommissar. In der Folge geriet das gesamte Veneto zum Schlachtfeld, wobei die kaiserlichen Truppen versuchten, Venedig Territorien zu entreißen. Es entwickelte sich daraus der Kampf gegen Frankreich von 1521 bis 1525 unter dem Enkel Maximilians, Kaiser Karl V. dabei eskalierte der Konflikt mit dem französischen König Franz I. 1522 in der Schlacht bei Bicocca, letztlich ein entscheidender Sieg der kaiserlichen Landsknechte bei Mailand. 1525 folgte die Schlacht bei Pavia als Höhepunkt der Feldzüge. Das französische Heer wurde vernichtet und der König gefangen genommen. Christoph Fuchs von Fuchsberg unterstützte diese Kampagnen ab etwa 1516 zumeist von seiner Basis in Innsbruck aus oder durch diplomatische Missionen.

Schwäbischer Bund

Im Jahr 1511 war er in Rottweil und 1512 bei der Belagerung der Burg Hohenkrähen dabei.

Ab 1519 war er mit seinem Onkel und Vater Militärstratege des Schwäbischen Bundes sie vertrieben unter dem Feldhauptmann Georg III. von Waldburg den Herzog Ulrich von Württemberg. Es folgte die Besetzung Stuttgarts und Flucht des Herzogs auf die Festung Hohentwiel.

An dem Zug auf Rom 1526 bis 1527 war er nicht dabei (da im Klettgau). Dieser Feldzug wurde berüchtigt durch den Sacco di Roma (die Plünderung Roms). Georg von Frundsberg erlitt hier bei einer Meuterei einen Schlaganfall.

Bauernkrieg im Klettgau

Im Kampf gegen die aufständischen Bauern am 4. November 1525 wurden unter seiner Führung mit 500 Rittern und 1000 Fußknechten bei Grießen[1] 200 Klettgauer Bauern getötet und am gleichen Tag abends die restlichen 100 Flüchtenden in Grießen erschlagen.[2] Am 13. Dezember 1525 ließ er den Führer des Hauensteiner Haufens, Kunz Jehle hängen. Christoph Fuchs koordinierte 1526 die Bestrafung der des Hochverrates schuldig gewordenen Stadt Waldshut. Der von ihm als Kriegskommissar verfasste Strafenkatalog, der „Fuchsische Vertrag“ beschnitt bis zum Ende des 18. Jahrhunderts empfindlich die städtische Autonomie und das Kirchenwesen. Der originale Fuchsische Vertrag wird im Pfarrarchiv Waldshut aufbewahrt.[3] Am 29. Dezember 1527 verstarb sein Vater in Kufstein.

Es folgte die Position eines kaiserlichen Statthalters in Innsbruck. Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren wiederum die Verfolgung der Täufer und die Organisation von Militärtransporten[4]. Aus der in Innsbruck geschlossenen Ehe mit Magarethe von Maxlrain entsprangen ein Sohn und drei Töchter. 1530 übernahm Christoph Valentin Fuchs die Ämter seines Vaters und wurde kaiserlicher Rat und Hauptmann von Kufstein. 1535 verstarb die Ehefrau Margarethe.

Kirchliche Laufbahn

Nach ihrem Tod strebte Christoph Fuchs eine Rangerhöhung durch den Erwerb eines Bistums an. Mehrere Angehörige der drei Linien des Adelsgeschlechtes der Fuchs von Fuchsberg waren zu geistlichen Würdenträgern aufgestiegen. 1536 wurde Christoph Fuchs zum Domherrn von Brixen und Propst von Innichen ernannt. 1539 folgten die Ernennung zum Domdekan und am 1. September 1539 die Wahl zum Bischof von Brixen. Auch als Bischof hatte Christopher II. wichtige weltliche Ämter inne. Ab 1540 war er Regierungspräsident der oberösterreichischen Länder. Aufgrund eines Hanges zum Nepotismus wurde ihm 1542 durch den Nuntius eine pastorale Visitation angedroht, die allerdings abgebogen werden konnte. Christoph Fuchs gelang es seinen Neffen Cristoforo Madruzzo zunächst als Bischof von Trient und kurz darauf als eigenen Nachfolger zu installieren.[5] Die Ämter des kaiserlichen Rates und Hauptmann von Kufstein gingen dagegen auf seinen Sohn über[6]. Christoph Fuchs von Fuchsberg verstarb am 9. Dezember 1542 in Brixen und wurde im Brixner Dom beigesetzt.

Grabmal im Dom Brixen

Grab des Bischofs Christoph Fuchs von Fuchsberg im Domkreuzgang Brixen

Das von Madruzzo in Auftrag gegebene Grabmal wurde erst 1580 von dessen Neffen Johann Thomas von Spaur fertiggestellt und im Domkreuzgang aufgestellt.

Literatur

  • Der Hohe Dom ist ihr Grabstein, Artikel vom 21. August 2008 in der Zeitung Dolomiten, S. 9.
  • Heinrich Dold: Ritter Christoph von Fuchsberg in Land zwischen Hochrhein und Südschwarzwald, Geschichtsverein Hochrhein (Hrsg.) und Waldshut, 2001, S. 81–85.
  • Franz Ludwig Baumann (Hrsg.): Akten zur Geschichte des deutschen Bauernkrieges aus Oberschwaben Freiburg im Breisgau 1877.
  • Joseph Bader: Geschichte der Stadt Waldshut, Freiburg im Breisgau 1832
  • Joseph Bader: ' Die ehemalige Grafschaft Hauenstein und ihre Bewohner, in: Badenia oder das badische Land und Volk'", Bd. 1, Karlsruhe 1839, S. 151–212.
  • Joseph Bader: Badische Landes-Geschichte, Freiburg im Breisgau 1834.
  • Hiroto Oka: Der Bauernkrieg in der Landgrafschaft Stühlingen und seine Vorgeschichte seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. 1998
  • Hans Brandeck: Geschichte des Marktfleckens Grießen Nach Quellen und Urkunden zusammengestellt, Grießen 1905 (Neuauflage H. Zimmermann, Waldshut 1961), S. 32–33
  • Leo Andergassen: Die Grabdenkmäler der Bischöfe von Brixen vom 12. bis zum 19. Jahrhundert. Athesia, Bozen 2002.
  • Oswald Trapp (Hrsg.): Tiroler Burgenbuch. Band II: Burggrafenamt. Athesia, Bozen 1980.

Einzelnachweise

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