Christopher Franke

deutscher Musiker, Pionier der Elektronischen Musik From Wikipedia, the free encyclopedia

Christopher Franke (* 6. April 1953 in Berlin)[1] ist bekannt als Pionier der Elektronischen Musik und als Filmkomponist.[2]

Christopher Franke

Er war von 1970 bis 1987 Mitglied der Gruppe Tangerine Dream.[3] Später arbeitete er in Hollywood als Komponist von Film- und Fernsehmusik, unter anderem für die Fernsehserie Babylon 5.

Leben und Werk

Ausbildung und Tangerine Dream

Franke ist der Sohn einer Orchestermusikerin[4] und studierte am Berliner Konservatorium Klassische Musik und Komposition. Zu der Zeit wurde er stark von Komponisten wie John Cage und Karlheinz Stockhausen beeinflusst.[5] Zusammen mit dem Schweizer Komponisten Thomas Kessler baute Franke ein Tonstudio an der Musikschule auf. Die Improvisationsmusikkurse, die sie später darin durchführten, wurden unter dem Namen Berliner Schule für elektronische Musik bekannt.[6] Ende der 1960er-Jahre war er kurzzeitig Schlagzeuger der Gruppe Agitation Free.[7]

In dieser Zeit traf Franke in Berlin auf den Künstler Edgar Froese, der 1967 die Gruppe Tangerine Dream gegründet hatte. 1970 schloss sich Franke, zunächst als Schlagzeuger, Tangerine Dream an. 1973 holte er Peter Baumann in die Gruppe. Die britische Musikzeitschrift Melody Maker würdigte 1974 Frankes Arbeit am Moog-Synthesizer als wegweisend und bahnbrechend; laut des britischen Magazins Sound on Sound war er besonders für seinen Umgang mit Sequenzern geschätzt.[8] Bis Frankes Ausstieg tourten Tangerine Dream durch nahezu die ganze Welt und hatten neben eigenen Projekten auch für internationale Filmproduktionen komponiert.[9][10]

Komponist für Film und Fernsehen

Ein von Franke editierter Albumauszug erlangte 1982 durch seine Verwendung in der Tatort-Episode Das Mädchen auf der Treppe größere Bekanntheit, die herausgegebene Single Das Mädchen auf der Treppe erreichte eine Auszeichnung mit der Goldenen Schallplatte.[11] 1987 verließ Franke Tangerine Dream und schuf eine Anzahl von Soloprojekten. 1991 spielte er live im Astoria Theatre in London, das Konzert wurde 1993 als Album veröffentlicht.[12]

1991 eröffnete Franke ein Tonstudio in West Hollywood und komponierte die Musik zu verschiedenen Spielfilmen, unter anderem Universal Soldier (1992), Night of the Running Man (1995) und Tarzan und die verlorene Stadt (1998).[13] Zudem komponierte er Soundtracks für Fernsehserien, darunter Raven, Walker, Texas Ranger und Pacific Blue.[14] Einem größeren Publikum wurde Franke insbesondere als Komponist des Soundtracks zur Science-Fiction-Serie Babylon 5 (1993–1998) und mehreren darauf basierenden Fernsehfilmen bekannt.[15][16] Bis zum Jahr 2026 komponierte Franke Musik für rund 40 Filme und 500 TV-Folgen.

Weitere Projekte

1991 gründete Franke die Plattenfirma Sonic Images, das bis 2003 diverse Veröffentlichungen in den Bereichen Filmmusik, Electronica und Weltmusik unternahm.[17] Bei Sonic Images veröffentlichte er einige seiner Filmsoundtracks, darunter mehrere Alben zu Babylon 5. Zudem brachte Franke in dieser Zeit weitere eigene Alben wie sein Debütalbum Pacific Coast Highway (1991),[18] Klemania (1993) oder Perry Rhodan – Pax Terra (1996) heraus.

Christopher Franke komponierte zusammen mit Konstantin Wecker die Songs des Musicals Ludwig², das 2005 Premiere im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen hatte.[19] Das Musical läuft seither regelmäßig im Sommer am Festspielhaus Neuschwanstein und wurde auch in einigen anderen Spielstätten aufgeführt, 2024 lag die Besucherzahl bei rund 160.000 Personen.[20][21]

Diskografie

Solo[22]

  • 1991: Pacific Coast Highway
  • 1992: Universal Soldier
  • 1992: London Concert
  • 1993: New Music for Films Vol. 1
  • 1993: Klemania
  • 1994: Raven
  • 1995: Night of the Running Man
  • 1995: Babylon 5
  • 1996: Perry Rhodan – Pax Terra
  • 1996: The Celestine Prophecy
  • 1996: Tenchi the Movie: Tenchi Muyo! in Love
  • 1996: Enchanting Nature
  • 1997: Babylon 5, Vol. 2: Messages from Earth
  • 1997: Babylon 5: In the Beginning
  • 1997: Babylon 5: Thirdspace
  • 1997: Pacific Blue
  • 1997: Transformation of Mind
  • 1997: Babylon 5: River of Souls
  • 1999: Epic
  • 2000: Babylon 5: Episodic CDs
  • 2000: New Music for Films Vol. 2
  • 2000: The Calling
  • 2001: The Best of Babylon 5
  • 2003: Music For Films Vol. 3
  • 2004: What the Bleep Do We Know!?
  • 2007: Babylon 5: The Lost Tales
  • 2025: Purple Waves

mit Tangerine Dream[23]

Weitere Informationen Jahr, Titel Musiklabel ...
Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH  UK  US
1971 Alpha Centauri
Ohr
Erstveröffentlichung: 1971
1972 Zeit
Ohr
Erstveröffentlichung: 1972
1973 Atem
Ohr
Erstveröffentlichung: 1973
1974 Phaedra
Virgin Records (EMI)
DE96
(1 Wo.)DE
UK15
(15 Wo.)UK
US196
(2 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1974
1975 Rubycon
Virgin Records (EMI)
UK10
(14 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 1975
1975 Ricochet
Virgin Records (EMI)
UK40
(4 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 1975 (Livealbum)
1976 Stratosfear
Virgin Records (EMI)
UK39
(4 Wo.)UK
US158
(7 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1976
1977 Sorcerer
MCA
UK25
(7 Wo.)UK
US153
(6 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1977 (Soundtrack)
1977 Encore
Virgin Records (EMI)
UK55
(1 Wo.)UK
US178
(2 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1977 (Livealbum)
1978 Cyclone
Virgin Records (EMI)
UK37
(4 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 1978
1979 Force Majeure
Virgin Records (EMI)
UK26
(7 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 1979
1980 Tangram
Virgin Records (EMI)
UK36
(5 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 1980
1980 Quichotte
Virgin Records
Erstveröffentlichung: 1980 (Liveaufnahme, später als „Pergamon“ veröffentlicht)
1981 Thief
Virgin Records
UK43
(3 Wo.)UK
US115
(10 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1981 (Soundtrack)
1981 Exit
Virgin Records (EMI)
UK43
(5 Wo.)UK
US195
(2 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1981
1982 White Eagle
Virgin Records (EMI)
DE42
(7 Wo.)DE
UK57
(5 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 1982
1982 Logos
Virgin Records (EMI)
Erstveröffentlichung: 1982 (Livealbum)
1983 Hyperborea
Virgin Records (EMI)
DE64
(2 Wo.)DE
UK45
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 1983
1984 Poland
Jive Electro (ZLG)
UK90
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 1984 (Livealbum)
1985 Le Parc
Jive Electro (ZLG)
Erstveröffentlichung: 1985
1986 Legend
MCA / Virgin
US96
(7 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1986 (Soundtrack)
1986 Green Desert
Jive Electro (ZLG)
Erstveröffentlichung: 1986 (aufgenommen 1973)
1986 Underwater Sunlight
Jive Electro (ZLG)
UK97
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 1986
1987 Three O’Clock High
Varèse Sarabande
Erstveröffentlichung: 1987 (Soundtrack)
1987 Tyger
Jive Electro (ZLG)
Erstveröffentlichung: 1987
1988 Near Dark
Varèse Sarabande
Erstveröffentlichung: 1988 (Soundtrack)
1988 Shy People
Varèse Sarabande
Erstveröffentlichung: 1988 (Soundtrack)
1988 Livemiles
Jive Electro (ZLG)
Erstveröffentlichung: 1988 (Livealbum)
1991 Canyon Dreams
Miramar / Private Music
Erstveröffentlichung: 1991
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Filmografie (Auswahl)

Mit Tangerine Dream

Solo

  • 1987: Frühstück für Feinde (Fernsehfilm)
  • 1991: Trabbi goes to Hollywood (Driving Me Crazy)
  • 1991: McBain
  • 1992: Raven – Die Rückkehr der schwarzen Drachen (Raven: Return of the Black Dragons, Fernsehfilm)
  • 1992: Der Schatten des Mörders (She Woke Up, Fernsehfilm)
  • 1992: Universal Soldier
  • 1992–1993: Raven (Fernsehserie, 20 Folgen)
  • 1993: Tommyknockers – Das Monstrum (The Tommyknockers, Miniserie)
  • 1993: Geschichten aus der Gruft (Tales from the Crypt, Fernsehserie, 1 Folge)
  • 1993–1996: Walker, Texas Ranger (Fernsehserie, 22 Folgen)
  • 1993–1998: Babylon 5 (Fernsehserie, 111 Folgen)
  • 1994: Kampf einer Mutter (The Yarn Princess, Fernsehfilm)
  • 1994: Von Eifersucht besessen (Beyond Betrayal, Fernsehfilm)
  • 1994: M.A.N.T.I.S. (Fernsehserie, 10 Folgen)
  • 1994–1997: Movie Magic (Fernsehserie, 60 Folgen)
  • 1995: Exquisite Tenderness - Höllische Qualen (Exquisite Tenderness)
  • 1995: In den Fängen der Entführer (Kidnapped: In the Line of Duty, Fernsehfilm)
  • 1996: Hypernauts – The Space Rangers (Hypernauts, Fernsehserie, 3 Folgen)
  • 1996: Schmerzen der Schönheit (A Face to Die For, Fernsehfilm)
  • 1996–2000: Pacific Blue – Die Strandpolizei (Pacific Blue, Fernsehserie, 101 Folgen)
  • 1997: Gegner aus Liebe (Tell Me No Secrets, Fernsehfilm)
  • 1997: Terror im Computer (Menno’s Mind)
  • 1997: Das Geheimnis der Lady Adelon (The Inheritance, Fernsehfilm)
  • 1997: Kalte Küsse (Fernsehfilm)
  • 1997: Emily und der kleine Bär (Ms. Bear, Fernsehfilm)
  • 1997: Jamaica Beat
  • 1998: Babylon 5: Der erste Schritt (Babylon 5: In the Beginning, Fernsehfilm)
  • 1998: Bermuda Dreieck – Das Tor zu einer anderen Welt (Lost in the Bermuda Triangle, Fernsehfilm)
  • 1998: Tarzan und die verlorene Stadt (Tarzan and the Lost City)
  • 1998: Babylon 5: Das Tor zur 3. Dimension (Babylon 5: Thirdspace, Fernsehfilm)
  • 1998: Terror in the Mall (Fernsehfilm)
  • 1999: Babylon 5: Der Fluss der Seelen (Babylon 5: The River of Souls, Fernsehfilm)
  • 2000: Die Festung II: Die Rückkehr (Fortress 2: Re-Entry)
  • 2000: The Calling
  • 2000–2001: Highway to Hell – 18 Räder aus Stahl (18 Wheels of Justice, Fernsehserie, 44 Folgen)
  • 2001: Dinosaurier erobern die Welt (When Dinosaurs Roamed America, Fernsehfilm)
  • 2001: Mord im Orient-Express (Murder on the Orient Express, Fernsehfilm)
  • 2002: Legende der Ranger (Babylon 5: The Legend of the Rangers: To Live and Die in Starlight, Fernsehfilm)
  • 2002: Johnny Flynton
  • 2002: Harvest Moon – Vollmond im September (Dancing at the Harvest Moon)
  • 2002–2026: The Amazing Race (Fernsehserie, 364 Folgen)
  • 2002–2008: Big Brother (Fernsehshow, 171 Folgen)
  • 2003: Footsteps – Die Nacht kennt den Mörder (Footsteps, Fernsehfilm)
  • 2004: What the Bleep do we (k)now!?
  • 2005: Hooligans (Green Street)
  • 2005–2008: Supernanny (Dokuserie, 48 Folgen)
  • 2007: Babylon 5 – Vergessene Legenden: Stimmen aus dem Dunkel (Babylon 5: The Lost Tales, Miniserie)
  • 2007: Unsere wunderbare Erde (Faces of Earth, Miniserie)
  • 2013: Julia

Einzelnachweise

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