Christos C. Zouboulis

deutsch-griechischer Mediziner From Wikipedia, the free encyclopedia

Christos C. Zouboulis (* 14. Juni 1960 in Athen, Griechenland) ist ein deutsch-griechischer Dermatologe und Forscher, der international für seine Arbeiten in der Talgdrüsenbiologie, Akne-Pathophysiologie und Dermato-Endokrinologie anerkannt ist. Er ist ein Spezialist für Hidradenitis suppurativa.

Zouboulis ist Inhaber des Lehrstuhls für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) und cooptierter Professor an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg.[1] Er gehört zu den Top zehn Dermatologen der Welt.[2] Im Jahr 2025 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften berufen.[3]

Leben

Ausbildung

Zouboulis studierte Humanmedizin und Politikwissenschaften an der National- und Kapodistrias-Universität Athen. Als IFMSA-Stipendiat absolvierte er Auslandssemester in Turku und Rotterdam. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst am Hellenic Air Force General Hospital in Athen. Er promovierte im Jahr 1988 an der Freien Universität Berlin. Nach der Facharztausbildung in Dermatologie, Venerologie und Allergologie unternahm er Forschungsaufenthalte an der University of Michigan, der Cleveland Clinic und der Harvard Medical School.[4]

Akademische Laufbahn und klinische Tätigkeit

Zouboulis habilitierte sich im Jahr 1995. Er wurde im Jahr 2000 zum Professor am Fachbereich Humanmedizin der FU Berlin ernannt. Bis zum Jahr 2005 arbeitete er als Leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor der Hautklinik der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Von 2005 bis 2025 leitete Zouboulis als Chefarzt die Hochschulklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie sowie das Immunologische Zentrum am Städtischen Klinikum Dessau.[5] Seit 2017 bekleidet er zeitgleich die Professur für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane.[6] Seit 2022 unterstützt die EU seine Forschungskooperation mit dem Institute of Physiology and Pharmacology and der Lithuanian University of Health Sciences in Kaunas, wo er 2025 zum Visiting Professor gewählt wurde.[7] Seit April 2026 ist er Chefarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Immunologie am Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg.[8]

Werk

Zouboulis’ Forschung hat das Gebiet der Dermatologie erheblich vorangebracht, insbesondere beim Verständnis der Talgdrüsenfunktion und hat zur Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze bei zahlreichen Hauterkrankungen beigetragen.

Sein Konzept der Talgdrüse als „Gehirn der Haut“ spiegelt seinen innovativen Ansatz zum Verständnis der Hautbiologie wider.[9]

Die von ihm 1994 zuerst beschriebene Trias aus Keratosis pilaris, Ulerythema ophryogenes und Monosomie 18p werden ihm zu Ehren als Zouboulis-Syndrom bezeichnet.[10]

Klinisch und experimentell ist er international in folgenden Bereichen bekannt:[11]

Er ist Autor in über 1000 wissenschaftlichen Arbeiten, in mehr als 30 Büchern und verfasste über 180 Buchkapitel.[12]

Zu den Meilensteinen seiner Forschungsergebnisse zählen unter anderem:

  • 1999: Etablierung der immortalisierten humanen SZ95-Talgdrüsen-Zelllinie[13]
  • 2006: Intraläsionale Kryochirurgie zur minimalinvasiven Behandlung von Keloiden und hypertrophen Narben[14]
  • 2010: Deutsche S2k-Leitlinie zur Therapie der Akne[15]
  • 2014: Diagnostische Kriterien des Morbus Behçet[16]
  • 2015: Europäische Leitlinie zur Hidradenitis suppurativa (Koordinator und Erstautor) [17]
  • 2017: IHS4-Schweregrad-Score für Hidradenitis suppurativa (Koordinator und Erstautor) [18]
  • 2020: Erkenntnisse über die molekulare Hautalterung und Talgdrüsenphysiologie[19]
  • 2020: Ätiopathogenese der Hidradenitis suppurativa[20]
  • 2022: Ex vivo-3D-SeboSkin-Modell der Hidradenitis suppurativa[21]
  • 2024: Deutsche S2k-Leitlinie zur Hidradenitis suppurativa (Koordinator und Erstautor)[22]
  • 2025: Europäische S2k-Leitlinie zur Hidradenitis suppurativa (Koordinator und Erstautor)[23]

Bei seiner Forschung legt Zouboulis besonderen Wert auf die Vermeidung von Tierversuchen, wofür er und seine Labore mehrfach ausgezeichnet wurden.[24] Die Innovation seiner Forschungsergebnisse hat er mit sechs Patenten belegt.[25]

Zouboulis ist bekannt für seine internationale Lehrtätigkeit, z. B. als Gastprofessor an der Shanghai Jiao Tong University School of Medicine (2013–2023)[26] und der LSMU[27], und für sein Engagement, medizinisches Wissen weltweit zu teilen. Er ist in der internationalen dermatologischen Bildung und Forschungskooperation aktiv tätig.

Zouboulis bekleidet zahlreiche führende Positionen, u. a.:

  • European Hidradenitis Suppurativa Foundation (EHSF): Präsident[28]
  • European Academy of Dermatology and Venereology (EADV): Mitglied im Vorstand, Editor der (EADV)-News[29], Koordinator der Task Force on Acne, Rosacea, and Hidradenitis Suppurativa[30]
  • European Society of Preventive, Regenerative and Anti-Aging Medicine (ESAAM): Ehrenpräsident[25]
  • European Reference Network for Rare and Complex Skin Diseases (ERN Skin): Vorstandsmitglied[31]
  • Deutsches Register Morbus Adamantiades-Behçet e.V.: Gründer und Vorsitzender[32]
  • International Society for Behçet’s Disease: Vorstandsmitglied[25]
  • International Society of Cryosurgery: Vorstandsmitglied[25]

Auszeichnungen und Ehren

Zouboulis ist Ehrendoktor seiner Alma Mater, der Nationalen und Kapodistria-Universität Athen, Ehrenprofessor (professur honoraire) der Université Franche-Comté in Besançon, Frankreich, Gastprofessor der Shanghai Jiao Tong University School of Medicine in Shanghai und der Lithuanian University of Health Sciences in Kaunas.[33]

Er hat zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten, darunter:

  • 1993: Oskar-Gans-Hauptpreis der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG)[33]
  • 1996: Dermatology Research Fellowship der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV)[33]
  • 2000: Felix-Wankel-Tierschutz-Forschungspreis der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München[34]
  • 2003: Geroulanos Preis der Griechischen Medizinischen Gesellschaft[25]
  • 2005: Paul-Gerson-Unna-Preis der DDG[33]
  • 2007: Springer-Preis für Dermatologie[25]
  • 2009: Deutschland Land der Ideen 2009, Ausgewählter Ort für die Arbeit an den Stammzellen der Haut[35]
  • 2014: “Arzt des Jahres 2013”, Open Health Alliance, Griechenland[35]
  • 2017: Publons Peer Review Award[36]
  • 2017: Medaille der Rappaport Faculty of Medicine, Technion – Israel Institute of Technology, Haifa, Israel[35]
  • 2019: Silberne Medaille der Wroclaw Medizinischen Universität, Wroclaw, Polen[35]
  • 2022: Nékám-Preis der Ungarischen Dermatologischen Gesellschaft[33]

Er ist Ehrenmitglied der nationalen Dermatologischen Gesellschaften in Frankreich, Italien, Portugal, Litauen, Ungarn und Malta.

Privates

Zouboulis ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Veröffentlichungen

  • Adamantiades-Behçet's Disease, Christos C. Zouboulis, ISBN 978-1-4419-3403-1
  • Pathogenesis and Treatment of Acne and Rosacea, Christos C. Zouboulis, Andreas D. Katsambas, Albert M. Kligman, ISBN 978-3-540-69374-1
  • Pigmented Ethnic Skin and Imported Dermatoses, Constantin E. Orfanos, Christos C. Zouboulis, Chalid Assaf, ISBN 978-3-319-69421-4

Einzelnachweise

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