Chromafenozid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Chromafenozid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Benzohydrazide.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Chromafenozid
Allgemeines
Name Chromafenozid
Andere Namen

N′-tert-Butyl-N′-(3,5-dimethylbenzoyl)-5-methylchroman-6-carbohydrazid

Summenformel C24H30N2O3
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 143807-66-3
EG-Nummer (Listennummer) 604-382-5
ECHA-InfoCard 100.114.216
PubChem 10157484
ChemSpider 8332992
Wikidata Q22807314
Eigenschaften
Molare Masse 394,51 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,17 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

189–191 °C[1]

Siedepunkt

205–207 °C (66,7 Pa)[3]

Dampfdruck

8,7·10−6 Pa (75 °C)[3]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[4]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: 413
P: ?
Toxikologische Daten

>5000 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Die Synthese von Chromafenozid geht von 5-Methyl-6-chromancarbonsäure[S 1] aus. Über das Säurechlorid erhält man mit tert-Butylhydrazin das Hydrazid, welches durch Acylierung mit 3,5-Dimethylbenzoylchlorid[S 2] Chromafenozid ergibt.[5]

Eigenschaften

Chromafenozid ist ein farbloser, in technischer Qualität gelblicher Feststoff, der praktisch unlöslich in Wasser ist.[1]

Verwendung

Chromafenozid ist ein von Nippon Kayaku und Sankyo gemeinsam entwickeltes und um 2000 eingeführtes Bisacylhydrazin-Insektizid. Es wird zur Bekämpfung von Lepidopterenlarven, z. B. Apfelwickler, in zahlreichen Kulturen, wie Obst, Wein, Gemüse und Forst, eingesetzt.[1]

Es ist ein Ecdysteroid-Agonist, der an die Rezeptorproteine der Insektenhäutungshormone bindet. Dadurch wird die Chitin-Synthese gehemmt und der Häutungsprozess gestört. Der Entwicklungsprozess wird unterbrochen, die Larven stellen die Fraßaktivität ein und sterben bald ab.[1]

Zulassung

In der Europäischen Union waren Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen. Jedoch waren in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine derartigen Präparate zugelassen. Die Zulassung in der EU lief Ende März 2025 aus.[6]

Sicherheitshinweise

Die Verbindung ist nicht bienengiftig, nicht fischgiftig und nützlingsschonend. Sie wird daher zum Einsatz im integrierten Pflanzenschutz empfohlen. Der Abbau erfolgt vor allem photolytisch. Die Halbwertszeit im Boden beträgt einige Wochen bis einige Monate.[1]

Nachweis

Die Rückstandsbestimmung in Pflanzen und Boden erfolgt mittels HPLC-Methode.[1]

Einzelnachweise

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