Chromeornis

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Chromeornis ist eine ausgestorbene Gattung von Vögeln (im weiteren Sinne) aus der Gruppe der Enantiornithes aus der Unterkreide. Die einzige bekannte Art ist Chromeornis funkyi. Der Fossilfund entstammt der Jiufotang-Formation nahe der Stadt Chaoyang im Nordosten der Volksrepublik China. Der Name setzt sich aus dem Tribut an das kanadisch-amerikanische Electro-Funk-Duo Chromeo[1] und dem griechischen Wort für Vogel („ornis“) zusammen.

Schnelle Fakten Zeitliches Auftreten, Fundorte ...
Chromeornis
Zeitliches Auftreten
Unteres Aptium (Unterkreide)
121 bis 120 Mio. Jahre
Fundorte

Jiufotang-Formation, Volksrepublik China

Systematik
Avialae
Pygostylia
Ornithothoraces
Enantiornithes
Longipterygidae
Chromeornis
Wissenschaftlicher Name
Chromeornis
O’Connor, X. Wang, Clark, Kuo, Davila, Y. Wang, Zheng, Zhou, 2025
Art

Chromeornis funkyi

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Eine Besonderheit des Fossils sind die rund 800 kleinen Steinchen, die das Tier vor seinem Ableben verschlungen haben muss. Es wird vermutet, dass es aufgrund einer Krankheit die Objekte fraß und bei dem Versuch, sie wieder auszuwürgen, erstickte.[2]

Entdeckung

Beidseitige Aufnahme von Chromeornis (STM7-156)

Die US-amerikanische Professorin Jingmai O’Connor entdeckte den Holotyp (STM7-156) in der Sammlung des Shandong Tianyu Museum of Nature.[3] Bei dem Fossil handelt es sich um ein in zwei Teilplatten konserviertes Skelett. Es ist nahezu gänzlich erhalten geblieben. Zudem ist es im Grunde vollständig artikuliert. Hiervon spricht man, wenn sowohl die Körperhaltung zumindest annähernd natürlich, vor allem aber der Zusammenhang der Knochen und anderen Überresten intakt blieb. All dies spricht für eine abrupten Einschluss des Kadavers. Lediglich ein großer Teil des Beckens und die linken Zehen fehlen.

Neben den festen Körperbestandteilen wie Knochen und Wirbeln enthielt der geöffnete Einschluss eine Fülle an Resten von Weichteilen. Die Kontur der Haut erscheint im Hals-, Bein- und Flügelbereich, teilweise ist fossiliertes Weichgewebe nachzuweisen. Entlang des ganzen Oberkörpers finden sich zahlreiche Stellen mit Rückständen von Federn. Ihre schmale Form und die Keratinscheiden deuten darauf hin, dass das Tier in der Mauser war. Muskelabdrücke finden sich vor allem im Bereich der Oberschenkel und der Schwanzspitze (Pygostyl). Die Vermengung des Gewebes lässt jedoch ohne Weiteres keine direkte Identifikation bestimmter Muskeln zu.[3]

CT-Aufnahme verschiedener Ebenen der Steinchen im Magen von Chromeornis funkyi (Bildausschnitt)

Während der Begutachtung fanden die Forscher eine seltsam hohe Ansammlung von Fremdobjekten in der Region um Speiseröhre und Magen. Ein CT identifizierte diese als über 800 winzige Steinchen. Die chemische Analyse ergab, dass das Tier diese tatsächlich zu Lebzeiten verschluckt haben muss. Gastrolithen sind bei modernen Vögeln bekannt und häufig, innerhalb der Familie von Chromeornis würde dieser Fund jedoch, unter inzwischen tausenden an Fossilien, ein Novum bilden.[4] Für Magensteine wäre die Anzahl jedoch absurd hoch. „Wenn Vögel krank sind, fangen sie an, seltsame Dinge zu tun“, so O’Connor. „Deshalb stellten wir die vorläufige Hypothese auf, dass es sich um einen kranken Vogel handelte, der Steine fraß, weil er krank war. Er verschluckte zu viele und versuchte, sie als großen Klumpen wieder hochzuwürgen. Doch der Steinklumpen war zu groß und blieb in der Speiseröhre stecken.“ Die Todesursache sei damit ziemlich sicher das Ersticken im Zuge der Regurgitation. Den Grund für das Ableben eines fossilen Fundes ermitteln zu können sei sehr selten.[2]

Merkmale

Foto und Schema von Chromeornis Schädel und Schnabel

Chromeornis scheint ein in vielerlei Hinsicht typischer Vertreter der Longipterydae zu sein und ähnelte stark Longipteryx. Mit etwa 15 cm Spannweite und geschätzten 33,5 g war er so groß wie ein moderner Haussperling. Gliedmaßen und Rumpf waren sehr schlank, die Beine relativ lang, der Schwanz kurz. Es ist daher davon auszugehen, dass er primär in Bäumen oder Büschen lebte. Sein Schnabel war mit ca. 60 % der Schädellänge familientypisch sehr lang und nur im vorderen Abschnitt mit Zähnen besetzt (distal zahnlos), wobei die genaue Anzahl nicht zuverlässig zu ermitteln ist.

Die Anatomie des Brustbereichs entspricht der aller Enantiornithinen[5], da aber keine Rückstande von Flugfedern vorhanden sind bleiben genauere Informationen zu seiner möglichen Flugmechanik verborgen. Schultergürtel und Gabelbein entsprechen weitgehend der Schwesterart Longipteryx, jedoch sind die Flügel generell kürzer im Verhältnis zu Körpermasse und -größe, was eine leicht veränderte Aerodynamik vermuten lässt.

Systematik

Künstlerische Darstellung der Schwestergattung Longipteryx. Chromeornis mit ähnlicher Morphologie, lediglich kleiner und weniger gestreckt

Fund und Beschreibung von Chromeornis helfen, das Bild früher Vögel weiter zu erschließen. Die Art entspricht in ihrer Größe und Statur im Grunde den Longirostravinae, die anatomischen Merkmale entsprechen jedoch eindeutig der Schwestergattung Longipteryx. Die Gruppe der Enantiornithes scheint mit jedem Fund diverser zu werden, gleichzeitig eine ungeahnte Anpassungsfähigkeit und teilweise konvergente Merkmalsentstehung zu entfalten.
Die systematische Stellung von Chromeornis:

 Enantiornithes 

Basale Enantiornithes (z. B. Elsornis)


 Longipterygidae 
 Longirostravinae 

Longirostravis


   

Shanweiniao


   

Rapaxavis


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 Longipteryginae 

Longipteryx


   

Chromeornis





Weitere Informationen Merkmal, Longipteryginae (z. B. Longipteryx, Chromeornis) ...
Vergleich der Unterfamilien innerhalb der Longipterygidae
Merkmal Longipteryginae

(z. B. Longipteryx, Chromeornis)

Longirostravinae

(z. B. Longirostravis, Rapaxavis)

Zahnform Groß, seitlich abgeflacht, nach hinten gebogen (klingenartig)[6] Zierlich, stift- oder nadelförmig (peg-like)[7]
Zahnschmelz Außergewöhnlich dick (bis zu 50 μm)[8] Deutlich dünnerer Zahnschmelz bekannt[6]
Körpergröße Meist mittelgroß; Chromeornis ist jedoch kleiner Vertreter Durchweg sehr kleinwüchsig[6]
Vordergliedmaßen Krallen an den Fingern vorhanden Krallen an den Fingern der Flügel reduziert oder fehlend[6]
Fußskelett Distales Ende von Metatarsale IV ragt weiter über III hinaus[9] Metatarsalia III und IV meist von annähernd gleicher Länge
Vermutete Lebensweise Räuberisch (z. B. Fischfang) oder Verzehr hartschaliger Nahrung[6] Sondierer (Suche nach Wirbellosen in Schlamm oder Baumrinde)[6]
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Einzelnachweise

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