Citizen Vigilante
Film von Uwe Boll (2026)
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Citizen Vigilante ist ein US-amerikanischer Action-Thriller, der von Uwe Boll geschrieben, produziert und unter seiner Regie realisiert wurde. Die Hauptrollen spielen Armie Hammer und Costas Mandylor. Der Film thematisiert institutionelles Versagen sowie die Ausübung von Selbstjustiz.
| Film | |
| Titel | Citizen Vigilante |
|---|---|
| Produktionsland | Kroatien |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 89 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Uwe Boll |
| Drehbuch | Uwe Boll |
| Produktion |
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| Musik | Rodolfo Matulich |
| Kamera | Mathias Neumann |
| Schnitt | Ethan Maniquis |
| Besetzung | |
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Der Film wurde am 19. Juni 2026 in den USA, in Kanada sowie in ausgewählten Kinos und auf digitalen Vertriebswegen veröffentlicht, erhielt aber von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft kein FSK-Kennzeichen und damit in Deutschland keine Altersfreigabe.[1]
Handlung
Der Film ist in einer nichtlinearen Erzählstruktur aufgebaut. Die folgende Zusammenfassung gibt die Handlung in chronologischer Reihenfolge wieder.
In einer nicht näher benannten europäischen Stadt wird eine junge Mutter vor den Augen ihres Sohnes von einem vorbeigehenden Migranten tödlich in den Hals gestochen. Eine Nachrichtensendung berichtet, dass Eltern Angst haben, ihre Kinder draußen spielen zu lassen, und dass Frauen es vermeiden, nach Einbruch der Dunkelheit das Haus zu verlassen.
Sanders ist ein ehemaliger Offizier der US-Armee, der nach dem Tod seines entfremdeten Vaters nach Europa gezogen ist, um dessen Immobiliengeschäft zu übernehmen. Im Geheimen agiert er als „Vigilante Citizen“, ein kompromissloser Selbstjustizler, der gezielt Personen ins Visier nimmt, die der Justiz entgangen sind. Während ein Teil der Öffentlichkeit seine Handlungen begrüßt, ist die Polizei unter der Leitung des Interpol-Chefs Henry entschlossen, ihn festzunehmen.
Nachdem er eine Gruppe von Schutzgelderpressern getötet hat, stellt sich Sanders mehreren Schwarzfahrern in einem Bus entgegen. Er bezahlt ihre Fahrpreise, damit die Fahrt fortgesetzt werden kann, hält ihnen jedoch eine moralische Belehrung über die Auswirkungen ihres Verhaltens auf die Gesellschaft. Später besucht Sanders im Krankenhaus Elsa, ein Vergewaltigungsopfer, das bei dem Angriff schwer misshandelt wurde. Er bietet ihr die Wahl, den Rechtsweg zu beschreiten, ohne Garantie auf Erfolg, oder seine Intervention zu unterstützen. Sie entscheidet sich dafür, ihn zu unterstützen. Henry trifft Elsa später und bittet sie um eine Beschreibung ihres Besuchers, doch sie gibt bewusst eine Beschreibung an, die nicht auf Sanders zutrifft.
Bei einem Treffen mit seinem Geschäftsmanager ordnet Sanders die Räumung zahlungsunfähiger Mieter an und schwört, sich gegen staatliche Pläne zur Beschlagnahmung leerstehender Immobilien für Unterkünfte von Migranten zu stellen. Danach besucht er eine seiner Immobilien, die als Bordell genutzt wird, und nimmt dort die Dienste einer Prostituierten in Anspruch. Während des Geschlechtsverkehrs fällt Sanders schwarzer Schimmel an der Decke auf, den die Prostituierte damit erklärt, dass sie das Fenster nicht öffne, nachdem Freier dort geduscht haben. Auf ihre Frage hin, warum dies Sanders interessiere, offenbart dieser sich als Besitzer des Gebäudes. Sichtlich verwirrt fragt sie ihn, ob sie dann kein Geld von ihm hätte annehmen sollen. Sanders aber versichert ihr, dass sie nur ihren Job gemacht habe, den sie jetzt auch zu Ende bringen soll. Mit diesen Worten wirft er sie aufs Bett. Während des Geschlechtsverkehrs blickt er immer wieder zur Decke auf den Schimmel. Nach dem Ende des Akts bezahlt er die Prostituierte und ermahnt sie, sich um den Schimmel zu kümmern, sonst würde er wiederkommen.
Misstrauisch geworden, überwacht Henry einen Nachtclub, den Sanders häufig besucht. Dort beobachtet er, wie Sanders die Getränke zweier Männer gegen die zuvor für deren Dates vorgesehenen, mit Drogen versetzten Getränke austauscht. Henry nimmt ein Trinkglas an sich, das Sanders benutzt hat, um dessen DNA zu sichern.
Nachdem die Verbindung zum Vigilanten hergestellt wurde, führt Henry eine SWAT-Einheit an, um ihn festzunehmen. Sanders verbarrikadiert sich in einem gepanzerten Container und warnt die Beamten, sich zurückzuziehen. Als sie das Feuer eröffnen, tötet er sie und flieht; eine Sprengfalle verletzt Henry. Ein anschließender Nachrichtenbericht deutet darauf hin, dass steigende Kriminalität und damit verbundene Kosten eine Neubewertung der Migrationspolitik erforderlich machen könnten.
Später trifft Sanders auf ein jugendliches Vergewaltigungsopfer, dessen sechs Vergewaltiger freigelassen wurden, da der Richter Reinhold sie aufgrund ihrer Integrationsschwierigkeiten als Opfer ihrer Umstände betrachtete. Das Mädchen erklärt, dass ihr die Gerechtigkeit verweigert wurde.
Während er durch einen Park geht, begegnet Sanders denselben Straßenschlägern aus der Bus-Szene, die gerade einen Mann belästigen. Er zerquetscht die Hände der beiden männlichen Angreifer und warnt sie, ihr Verhalten nicht zu wiederholen. Später entführt Sanders Richter Reinhold und schlitzt ihm die Pulsschlagadern auf, sodass er stirbt. Anschließend besucht er das Haus von Yusuf, einem der Vergewaltiger, und nimmt ihn und seine Familie als Geiseln. Während Yusufs Angehörige sein Verhalten rechtfertigen und dem Opfer die Schuld geben, zwingt Sanders ihn, seine Mittäter in die Wohnung zu rufen. Sobald sie eintreffen, tötet Sanders Yusuf, seine Familie und die übrigen Angreifer.
Sanders ruft den im Krankenhaus liegenden Henry an und sagt ihm, er solle der Regierung mitteilen, dass die Öffentlichkeit eine Übernahme durch die „Woke Linke“ und islamistische Extremisten nicht akzeptieren werde, die die Demokratie zerstören würden. Er warnt, dass die Regierung dies stoppen müsse, sonst werde es das Volk selbst tun. Henry organisiert daraufhin eine Presseansprache, falls der Premierminister nicht zuhören würde. Zu Hause erfährt das jugendliche Opfer, dass ihre Angreifer tot sind, und reagiert zufrieden. Eine verschlüsselte Videobotschaft von Sanders wird ausgestrahlt, in der er erklärt, dass seine Arbeit weitergehen werde, bis die Bürger lernen, sich selbst zu verteidigen.[2]
Der Film ist im einsetzenden Abspann den tausenden Opfern von Vergewaltigung und Mord gewidmet, die das europäische Rechtssystem betrogen habe.
Produktion
Im Januar 2025 wurde bekannt gegeben, dass sich ein von Uwe Boll produzierter, geschriebener und inszenierter Thriller mit dem Titel The Dark Knight in der Vorproduktion befand, wobei Armie Hammer für die Hauptrolle besetzt wurde. Die Dreharbeiten begannen am 27. Januar 2025 in Kroatien, mit Mathias Neumann als Kameramann.[3]
Die Dreharbeiten wurden am 3. April 2025 abgeschlossen.[4] Warner Bros. schickte Boll ein Unterlassungsschreiben bezüglich der Verwendung des Titels The Dark Knight.[4] Im April 2025 wurde der Titel in Citizen Vigilante geändert.[5]
Hintergrund
Boll nannte in einem offenen Brief, den die Berliner Zeitung dokumentierte, einen Hamburger Vergewaltigungsfall als Inspirationsquelle: Die Jugendkammer des Landgerichts Hamburg hatte im November 2023 neun zur Tatzeit Jugendliche mit Migrationshintergrund wegen einer Gruppenvergewaltigung einer 15-Jährigen zu Jugendstrafen verurteilt;[6] bei acht von ihnen wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt oder eine Vorbewährung angeordnet, einer der Angeklagten wurde zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.[7][8]
Veröffentlichung
Im Februar 2026 erwarb Quiver Distribution die Vertriebsrechte für den Film. Er wurde am 19. Juni 2026 veröffentlicht.[9][5]
Im Juni 2026 war der Film auf der Plattform X für zwei Tage kostenlos verfügbar.[10][11]
Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft verweigerte dem Film auch in zweiter Instanz eine Altersfreigabe für den deutschen Markt.[12] Laut Uwe Boll werde der Film dadurch faktisch vom regulären Vertrieb in Deutschland ausgeschlossen. Zudem berief er sich auf die Kunstfreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes.[13] Filme ohne eine Freigabe der FSK dürfen einem minderjährigen Publikum nicht gezeigt werden, und sollte eine „schwere Jugendgefährdung“ festgestellt werden, dürfte der Film öffentlich nicht mehr beworben werden.[14] Boll äußerte die Vermutung, hinter der Entscheidung stünden politische Absichten und „Meinungskontrolle“, da der Film Selbstjustiz propagiere.[15][16]
Rezeption
Der Film erhielt bislang nur wenige Rezensionen von führenden Filmkritikern großer Publikationen.[17]
Todd Gilchrist von Variety bezeichnete den Film als „erschreckend schlecht“ und charakterisierte ihn als „brutalen, zusammenhanglosen und moralisch bankrotten Exploitationfilm“. Seiner Ansicht nach verkörpere die Figur von Armie Hammer einen „xenophoben und selbstgefälligen Helden“, der „selbstzufriedene Monologe“ halte. Der Kritiker merkte zudem an, Hammer habe nahezu die gesamte Ausstrahlung verloren, die ihn in seinen früheren Arbeiten ausgezeichnet habe, während Bolls Drehbuch voller voreingenommener Tiraden sei und nach seiner Auffassung den Bemühungen des Schauspielers schade, in das Mainstream-Kino zurückzukehren.[18]
Andreas Busch vom Tagesspiegel nimmt Boll nicht ab, dass „die Monologe seines Protagonisten nur die Rollenprosa einer problematischen Figur sein sollen.“ Dafür sei der einschlägige Jargon „aus dem gärenden Sumpf der sozialen Medien in zu hoher Taktung im Drehbuch verschlagwortet“. In seinen verpixelten Bekennervideos spreche der American Psycho vom „Bevölkerungsaustausch“ und der Gefahr der linken Wokeness. Der generische Nachrichtensender World News verbreitete falsche Kriminalstatistiken.[19]
Sebastian Groß sieht ein inzenatorisches Versagen, sowohl auf visueller, darstellerischer wie dramaturgischer Ebene. „Citizen Viligante“ sei ein Film, „der seine eigene Idee permanent überdehnt und dabei jede filmische Kohärenz verliert“. Boll wolle zuspitzen, provozieren und Haltung zeigen, erreiche „aber lediglich eine Form von Überzeichnung, die sich selbst entwertet“. Je stärker der Film auf Wirkung dränge, desto deutlicher würden seine handwerkliche und erzählerische Leere hervortreten. „Bolls Ansatz, politische Zuspitzung unmittelbar in filmische Form zu übersetzen, führt hier nicht zu Intensität, sondern zu einer merkwürdigen Erstarrung plumpester Provokation und filmischen Unvermögens.“[20]
Positive Kritiken lobten Armie Hammers schauspielerische Leistung sowie die Auseinandersetzung des Films mit den Themen Gerechtigkeit, Rache und moralischer Ambivalenz. Sie bezeichneten ihn als provokanten Thriller, der das Publikum eher herausfordere, als Selbstjustiz zu rechtfertigen, und verglichen ihn mit klassischen Selbstjustizfilmen wie Dirty Harry, Ein Mann sieht rot und Wer Gewalt sät.[21][22][23][24]
