Claudia Poll
costa-ricanische Schwimmerin
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Claudia María Poll Ahrens (* 21. Dezember 1972 in Managua) ist eine ehemalige Schwimmerin aus Costa Rica. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta wurde sie die erste Olympiasiegerin ihres Landes. Sie gewann die Goldmedaille über 200 m Freistil vor Franziska van Almsick und Dagmar Hase. Außerdem wurde sie Weltmeisterin über die gleiche Distanz 1998.
| Claudia Poll | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Persönliche Informationen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Name: | Claudia María Poll Ahrens | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nation: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Schwimmstil(e): | Freistil | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Geburtstag: | 21. Dezember 1972 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Geburtsort: | Managua | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Größe: | 1,91 m | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gewicht: | 76 kg | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Medaillen
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Familie und Sportkarriere
Claudia Poll wuchs als Tochter von Bernard Heinrich Poll und Thea Katharina Ahrens (beides Deutsche) zusammen mit ihrer Schwester Silvia zunächst in Nicaragua auf, ehe die Eltern wegen des Bürgerkriegs nach der Nicaraguanischen Revolution 1979 nach Costa Rica übersiedelten. Im gleichen Jahr begann sie zusammen mit ihrer Schwester das Schwimm-training im Club Cariari in Heredia bei Francisco Rivas. Im Jahr 1989 startete sie ihre internationale Karriere bei den Zentralamerikanischen und Karibik-Meisterschaften in Caracas, bei denen sie sieben Goldmedaillen gewann und erstmals in die Weltrangliste über 200 m Freistil aufgenommen wurde.
1991 trat Claudia bei den Pan-pazifischen Schwimmmeisterschaften in Edmonton an, obwohl sie sich kurz vorher die linke Hand gebrochen hatte. Trotz dieser Verletzung erreichte sie mit einer bandagierten Hand den 8. Platz über 400 m Freistil.[1] 1993 war sie wieder bei den Pan-pazifischen Schwimmmeisterschaften in Kobe am Start und holte dort einen kompletten Medaillensatz. Über 200 m Freistil schlug sie die amtierende Olympiasiegerin Nicole Haislett in 1:58.85 Minuten um 1/10-Sekunde. Über 400 m Freistil gewann sie die Silbermedaille hinter Janet Evans und die Bronzemedaille über 800 m Freistil.[2]
Im Jahr 1994 gewann sie bei den Schwimmweltmeisterschaften in Rom zwei Bronzemedaillen über 200 m und über 400 m Freistil.[3] Außerdem belegte sie noch den 7. Platz über 800 m Freistil. Dies waren die ersten WM-Medaillen für Costa Rica überhaupt. Bei den Goodwill Games im gleichen Jahr in Sankt Petersburg gewann sie die 200 m Freistil und wurde Zweite über 100 m Freistil.[4] Bei den Kurzbahnweltmeisterschaften 1995 in Rio de Janeiro gewann Claudia Poll die WM-Titel über 200 m Freistil und 400 m Freistil. Dabei stellte sie mit 1:55.42 Minuten über 200 m Freistil einen neuen Weltrekord auf, was einer Sportlerin aus Costa Rica damit erstmals gelang.[5]
Den Höhepunkt ihrer Karriere erreichte Poll bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta. Im Finale über 200 m Freistil verwies sie die amtierende Weltmeisterin Franziska van Almsick und die olympische Titelverteidigerin Dagmar Hase auf die Plätze 2 und 3 und gewann somit die erste und bis heute einzige Goldmedaille für Costa Rica.[6] Außerdem belegte sie noch den 5. Platz im Finale über 400 m Freistil. Bei den Pan-pazifischen Schwimmmeisterschaften 1997 in Fukuoka erzielte sie in allen Disziplinen, in denen sie startete, neue persönliche Bestzeiten auf der 50-Meter-Bahn: In 1:57.48 Minuten gewann sie Gold über 200 m Freistil, in 4:06.56 Minuten ebenfalls Gold über 400 m Freistil und in 8:29.05 Minuten Silber über 800 m Freistil.[7] Bei den Kurzbahnweltmeisterschaften im gleichen Jahr in Göteborg gewann sie ebenfalls Gold über 200 m und 400 m Freistil und verbesserte dabei ihren Weltrekord über die kürzere Distanz auf 1:54.17 Minuten. Über 400 m Freistil stellte sie in 4:00.03 Minuten ebenfalls einen neuen Kurzbahn-Weltrekord auf.[8] Im Jahr 1997 wurde sie vom Swimming World Magazine zur Schwimmerin des Jahres gewählt.[9]
Bei den Weltmeisterschaften 1998 in Perth wurde Claudia Poll Weltmeisterin über 200 m Freistil vor Martina Moravcová aus der Slowakei, ebenfalls der erste WM-Sieg einer costa-ricanischen Schwimmerin.[10] Im Jahr 1999 erlitt sie eine Rückenverletzung, deren Bewältigung sie die Saison kostete. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney war sie aber wieder am Start und gewann über 200 m und 400 m Freistil jeweils die Bronzemedaille.[11] Bei den Weltmeisterschaften 2001 in Fukuoka errang sie die Silbermedaille über 400 m Freistil und verpasste über 200 m um wenige 1/100 Sekunden das Siegerpodest.[12]
Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen konnte sich Claudia Poll für keinen Endlauf mehr qualifizieren. Ihren Abschied vom internationalen Schwimmsport gab sie nach den XX. Zentralamerika- und Karibikspielen 2006 in Cartagena, wo sie noch die Goldmedaillen über 200 m und 400 m Freistil sowie die Silbermedaille über 100 m Freistil errang.[13]
Ihre Schwester Silvia gewann bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul die Silbermedaille über 200 m Freistil.
Doping- und Missbrauchsvorwürfe
Im Februar 2002 wurden bei einer Trainingskontrolle bei Claudia Poll erhöhte Nandrolon-Werte festgestellt. Sie wurde vom Weltschwimmverband des Dopings beschuldigt und für vier Jahre gesperrt.[14] Die Athletin beteuerte vehement ihre Unschuld und rief den Internationalen Sportgerichtshof CAS an. Dieser sah im Urteil vom 4. Februar 2003 keine Argumente, um die Sperre aufzuheben.[15] Diese Sperre wurde später vom Weltschwimmverband auf zwei Jahre reduziert.[16][17] Poll war damit ab März 2004 wieder startberechtigt.
Am 15. Juli 2025 erhob Claudia Poll zusammen mit den Schwimmern Marcela Cuesta und Manuel Rojas Missbrauchsvorwürfe gegen ihren jahrzehntelangen Trainer Francisco Rivas. Während Marcela Cuesta, die sich bereits als 16-jährige vom Schwimmsport zurückzog, behauptete, Rivas habe sie einmal „unsittlich berührt“, beschuldigten ihn Poll und Rojas des psychologischen Missbrauchs und der Gewaltübergriffe.[18] Rivas zeigte sich schockiert und bestritt alle Vorwürfe kategorisch.
Privatleben
Claudia Poll hat einen Studienabschluss in Business Administration der Universität San José seit 1998. Am 8. August 2007 brachte sie ihre Tochter Cecilia Poll Ahrens zur Welt,[19] die inzwischen erste Schwimmerfolge im Juniorenbereich erzielte. Im Juli 2024 gewann sie bei ihrer ersten Teilnahme an den Nationalen Sportspielen Costa Ricas fünf Medaillen in ihrer Altersklasse: Gold über 1500 m Freistil, Silber über 400 m Lagen und 200 m Rücken sowie Bronze über 400 m und 800 m Freistil.[20]
Weblinks
- Claudia Poll in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
- Claudia Poll in der Datenbank von Swimrankings.net (englisch)
