Conn Barracks

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Die Conn Barracks waren die größte Kaserne der US-Heeresgarnison Schweinfurt (USAG Schweinfurt). Die Kaserne mit Militärflugplatz wird seit 2014 nicht mehr militärisch genutzt und ist heute interkommunales Gewerbegebiet.

Schnelle Fakten Vereinigte Staaten, Ehemals stationierte Truppenteile ...
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Conn Barracks
Fliegerhorst Schweinfurt (links, weiß markiert).Luftfoto während des US-Angriffs am 14. Oktober 1943 auf Schweinfurt (rechts:  markierte Großindustrie)

Fliegerhorst Schweinfurt (links, weiß markiert).
Luftfoto während des US-Angriffs am 14. Oktober 1943 auf Schweinfurt (rechts: markierte Großindustrie)

Land Deutschland
Gemeinde Geldersheim, Niederwerrn, Schweinfurt
Koordinaten: 50° 3′ 22″ N, 10° 10′ 17″ O
Eröffnet 1936–1937
Ehemals stationierte Truppenteile
Luftwaffe: Flugzeugführerschule 7
United States Air Forces in Europe (USAFE)
United States Constabulary: 6. Regiment
3rd Infantry Division:
1. Brigade
1rd Infantry Division:
2. Brigade
u.v.m.

Deutsches Reich

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Conn Barracks (Bayern)
Conn Barracks (Bayern)

Lage der Conn Barracks in Bayern

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Blue Swan ist der Name für eine KI-Gigafabrik die der Freistaat Bayern auf einer Teilfläche der Conn Barracks für drei bis fünf Milliarden Euro errichten will.[1] Die ersten Bautätigkeiten soll es 2027 geben.[2]

Die Kaserne war ursprünglich von 1937 bis 1945 ein Fliegerhorst der Luftwaffe (Wehrmacht) namens Flugplatz Schweinfurt, auch Fliegerhorst Schweinfurt. 1945 wurde durch die United States Army Air Forces (USAAF) ein Behelfsflugplatz unter der Bezeichnung Advanced Landing Ground ALG R-25 Schweinfurt in Betrieb genommen. Von 1945 bis 1947 war er als Schweinfurt Air Base der United States Air Forces in Europe (USAFE) und der Military Post Wiesbaden unterstellt. Die Start- und Landebahn hatte die Kennung 09/27.[3]

Von 1947 bis 1951 war die Kaserne Teil der United States Constabulary (6th Regiment und 28th Squadron).[4] 1948 wurde die Kaserne offiziell der U.S. Army übergeben[4] und hieß fortan Conn Barracks.

Das Kasernenareal gehört zu den Gemeinden Geldersheim und Niederwerrn im Landkreis Schweinfurt sowie in einem kleinen Bereich zur kreisfreien Stadt Schweinfurt. Als Folgenutzung wird derzeit ein großer Industrie- und Gewerbepark aufgebaut, wofür bereits 2013 der Zweckverband Interkommunaler Gewerbepark Conn Barracks gegründet wurde.

Etymologie

Die Flugplatzkaserne wurde am 22. Dezember 1947 Conn Barracks genannt, zu Ehren von Leutnant Orville B. Conn, Jr., der als erster Angehöriger der Sixth Cavalry Group 1944 bei der Landung in der Normandie gefallen war.[5]

Geografie

Größe

Die Konversionsliegenschaft hat eine Gesamtfläche von 202,25 Hektar, was etwa der Fläche der Münchener Innenstadt entspricht.

Kommunale Aufgliederung

Die Fläche gliedert sich wie folgt auf:

  • Geldersheim: 167,55 Hektar (82,8 %)[6]
  • Niederwerrn: 33,45 Hektar (16,6 %)[6]
  • Schweinfurt: 1,25 Hektar (0,6 %)[6]

Innerhalb der Conn Barracks verläuft die Grenze zwischen Niederwerrn und Geldersheim entlang der historischen Euerbacher Straße, die bis zum Bau des Fliegerhorsts im Jahre 1936 noch als durchgehende Fahrstraße bestand und seitdem unterbrochen ist. Ihr westlicher Teil wurde Hauptzufahrt zur neuen Kaserne (heutige Conn-Straße).[7] Beim Ausbau zur US-Kaserne wurden entlang der historischen Straße interne Straßen angelegt.

Lage

Der Mittelpunkt der Europäischen Union liegt 30 km südwestlich der Conn Barracks, in Gadheim

Die Conn Barracks haben eine sehr zentrale Lage. Sie liegen in der Mitte des deutschen Sprachraums (D-A-CH) und seit der deutschen Wiedervereinigung nahezu in der bundesdeutschen Mitte, am Autobahnknoten Schweinfurt, mit Großlogistik. Seit dem Brexit liegt der Mittelpunkt der Europäischen Union 30 Kilometer südwestlich der Conn Barracks.[8]

Die Conn Barracks liegen 4 km (Luftlinie) nordwestlich vom Schweinfurter Stadtzentrum, auf 240 m ü NN, in einem Bogen der Wern, außerhalb des Überschwemmungsgebietes.[9]

Straße

B 303 an der Anschlussstelle an die A 71 bei den Conn Barracks.
Ein Angehöriger der US-Armee wurde 2009 für die Befreiung eines Unfallopfers ausgezeichnet

Die Conn Barracks liegen an der hier vierstreifigen B 303, die die Schweinfurter Innenstadt mit der A 7 via Kassel, Hannover und Hamburg verbindet. An den Conn Barracks liegt die Anschlussstelle Nr. 30 Schweinfurt-West der A 71 Schweinfurt–Erfurt (Berlin). Von der Anschlussstelle ist in 6 km am Autobahndreieck Werntal die A 70 Schweinfurt–Bayreuth (Nürnberg, München) und in weiteren 5 km am Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck die A 7 via WürzburgUlm (Frankfurt a. M., Stuttgart) erreichbar.

Gleisanschluss

Die Conn Barracks haben einen Gleisanschluss an die Bahnstrecke Schweinfurt–Erfurt.[10] Über sie sind der Containerterminal am Schweinfurter Hauptbahnhof und die Gleise des Hafens Schweinfurt erreichbar.

Bahn

An der Bahnstrecke Schweinfurt–Meiningen/Erfurt liegt 1,5 km nordwestlich der Conn Barracks der Bahnhof Oberwerrn. Dort halten die Linien RB 40 und RB 50 vom Bahnhof Schweinfurt Stadt nach Meiningen und Bad Kissingen/Gemünden am Main.

Vom Bahnhof Oberwerrn ist auch der Hauptbahnhof Schweinfurt erreichbar. Durch zwei kurze Regionalexpress-Anbindungen sind von ihm über zwei ICE-Schnellfahrstrecken Berlin in weniger als dreieinhalb Stunden und München ab zweieinhalb Stunden erreichbar und damit jeweils eine dreiviertel Stunde schneller als von Frankfurt a. M. Hamburg ist ab vier Stunden erreichbar.

Luftverkehr

25 Kilometer östlich der Conn Barracks liegt der Flugplatz Haßfurt-Haßberge (ehemals: Flugplatz Haßfurt-Schweinfurt). Der Verkehrslandeplatz wird auch von größeren Flugzeugen angeflogen.

Der Flughafen Frankfurt Main liegt 115 km westlich der Conn Barracks und ist von ihnen durchgehend über Autobahnen erreichbar. Vom Hauptbahnhof Schweinfurt bestehen direkte Fernbusverbindungen zum ihm und vier weiteren Internationalen Flughäfen in Deutschland.

Siehe auch: Schweinfurt, Neue Zentralität durch deutsche Wiedervereinigung

Zufahrten

Main Gate / Motorpool

Collage aus vier Luftbildern der Conn Barracks (2023). Am oberen Rand: B 303; oben rechts: Niederwerrn; unten links: Geldersheim.
Fotos Bayerische Vermessungsverwaltung, entzerrt, maßstabsgetreu und genordet (Einzelbilder 1 km × 1 km).

An der B 303 (auf der Collage am oberen Rand) liegt die Hauptzufahrt zu den Conn Barracks Main Gate und die Zufahrt zum Motorpool. Beide Zufahrten zweigen an der B 303 an einer Kreuzung ab (auf der Collage im oberen, linken Bild in der oberen, linken Ecke; der Rand des Motorpools ist nördlich der B 303 zu sehen).

Geldersheim Gate

Das Geldersheim Gate am nördlichen Rand Geldersheims, an der Kreisstraße SW 31, wird als südwestliche Zufahrt in den neuen Gewerbepark ausgebaut[11] (sie ist auf der Collage nicht mehr zu sehen). Von dort gelangt man über eine interne Verbindungsstraße (im linken unteren Bild oben links) zum einstigen Flugplatz der Conn Barracks.

Euerbacher Gate

Die einstige US-Zufahrt Euerbacher Gate am Ostrand der Conn Barracks, mit Brücke über die Bahn, wurde bis auf weiteres geschlossen (im oberen, rechten Bild in der unteren Bildmitte: Bitte Bild vergrößern). Die Zufahrt lag am Ende der 1 km langen Verbindung (Euerbacher Straße), die durch den Werngrund zur einstigen amerikanischen Wohnsiedlung Askren Manor führt; heute Bellevue.

Geschichte

Der Fliegerhorst wurde von März 1936[4] bis September 1937[4] an der westlichen Stadtgrenze errichtet. Die Anlage diente zunächst der Flugzeugführerschule 7 als Übungsplatz für Sturzkampfflugzeuge (Stuka) des Typs Junkers Ju 87. Viele Kadetten kamen dabei bei gewagten Luftmanövern ums Leben.[5] Der Geschwaderstab des Sturzkampfgeschwaders 165 wurde am 1. Oktober 1937 im Fliegerhorst gegründet,[12] wo zuvor am 1. April die II. Gruppe des Geschwaders aufgestellt worden war. Die I. Gruppe existierte seit dem 1. April 1936 am Flugplatz Kitzingen.[13] Von 1941 bis 1945 diente der Flugplatz Bombern.[4] Er wurde zur Tarnung zeitweise unter Wasser gesetzt, jedoch zusammen mit der angrenzenden Bahnlinie von den Alliierten stark bombardiert. Die Gegend glich schließlich einer Mondlandschaft. Personenzüge aus Richtung Erfurt und Bad Kissingen konnten oftmals nicht mehr bis zum Hauptbahnhof fahren, sondern mussten bereits am Bahnhof Oberwerrn enden.

Advanced Landing Ground ALG R-25 Schweinfurt (1945)

Am 11. April 1945 marschierte die 42. Division der 7. US-Armee[4] in Schweinfurt ein und besetzte sofort den Fliegerhorst. Nach Abzug der Air Force (USAFE) im Jahre 1947 wurde das Areal des eigentlichen Flugplatzes nur noch als Hubschrauberlandeplatz der 4. Brigade genutzt, einer Heeresfliegerbrigade (Militärhubschrauber). Zudem als Startplatz für Flugabwehrraketen (FlaRak-Stellung Hawk). Die Raketenstellung wurde am Ende des Kalten Kriegs 1992 aufgelöst.

2-1 Aviation Battalion aus den Conn Barracks in Bosnien-Herzegovina 1997

Auf dem großen, nördlichen Freibereich des Flugfeldes erweiterten die Amerikaner sukzessive die Kaserne, am Ende bis auf etwa die doppelte Größe der NS-Zeit. Von 1958 bis 1996 waren in den Conn Barracks die 1. Brigade der 3rd Infantry Division, von 1996 bis 2008 die 2. Brigade der 1st Infantry Division und zudem viele andere Einheiten stationiert.[4] 1991 wurde zudem das 3rd Squadron der 4th Cavalry von den Schweinfurter Ledward Barracks in die Conn Barracks verlegt.[4] Dort waren fortan die Kampftruppen der USAG Schweinfurt konzentriert, während die Ledward Barracks zu einem großen Teil nur noch der Verwaltung, Versorgung und Freizeit dienten. Am Gleisanschluss der Conn Barracks, der Schweinfurt Terminal Station (SFT) der 5th Signal Command, wurden u. a. Panzer für den Irakkrieg (2003) verladen, weshalb die Conn Barracks damals in den Blickpunkt amerikanischer Medien rückten.

Im Jahr 2014 löste die US-Army die US-Heeresgarnison Schweinfurt vollständig auf. Die Conn Barracks wurden am 15./16. Dezember 2014 der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergeben.[14]

Siehe auch: Amerikanische Luftverteidigung in Deutschland

Bestand 2014

Die Conn Barracks verfügten bei Abzug der US-Amerikaner 2014 insgesamt über 280 Gebäude.[15] Auf dem Areal waren zu diesem Zeitpunkt: Wohngebäude,[15] Verwaltungsgebäude,[14] Truppenunterkünfte,[14] Lager- und Wartungshallen,[14] Feuerwehrgebäude,[14] eine Veranstaltungshalle,[15] ein Einkaufszentrum,[14] eine Kirche,[14] ein Sportzentrum,[14] Sportanlagen, ein Gleisanschluss für Bahnverladung,[15] Ver- und Entsorgungseinrichtungen,[15] ein Flugplatz mit 675 m langer, befestigter Start- und Landebahn,[16] ein Hubschrauberlandeplatz,[17] Hangars,[14] ein Tower[14] und ein Startplatz für mobile Flugabwehrraketen, mit diversen Gebäuden und einem Rollbahnsystem.[18]

Ankerzentrum

2018 gingen in Bayern sieben Ankerzentren in Betrieb, eines davon in Schweinfurt. 2019 zog es von den Ledward Barracks in den Geldersheimer Bereich der Conn Barracks um. Es hat eine maximale Kapazität von 1500 Personen, gilt aber bei 80 % Auslastung (1200 Personen) als voll belegt, da aufgrund von Familienstrukturen und Nationalitäten nicht immer alle Zimmer komplett genutzt werden können.[19]

Die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) zogen 2020 ebenfalls von den Ledward Barracks in die Conn Barracks um.[20]

Neuer Gewerbepark

Zweckverband

Im Jahr 2013 wurde ein Interkommunaler Zweckverband (ZV) gegründet.

Der Zweckverband Interkommunaler Gewerbepark Conn Barracks besteht aus den vier Mitgliedern:[10]

  • Gemeinde Geldersheim
  • Gemeinde Niederwerrn
  • Stadt Schweinfurt
  • Landkreis Schweinfurt

Im Zweckverband sind Stimmrechte und Finanzierung paritätisch (gleich stark) auf alle vier Gebietskörperschaften aufgeteilt.[10] Jedes Mitglied erhält somit 25 % der anfallenden Gewerbesteuer. Zur Aufteilung gibt es jedoch eine Ausnahme (siehe: Blue Swan, Gewerbesteuer Blue Swan).

Machbarkeitsstudie

Eine Machbarkeitsstudie von 2017 unter den Gesichtspunkten Lärmemission, Naturschutz und Infrastruktur ergab, dass 100 Hektar gewerblich genutzt werden können. Im nordwestlichen Bereich sei ein Gewerbegebiet und im zentralen Bereich auch ein Industriegebiet denkbar.[21]

Bauleitplanung

Nach dem neu aufgestellten Flächennutzungsplan für die Conn Barracks werden rechtlich 94 Hektar in gewerbliche Bauflächen, 1,6 Hektar in gemischte Bauflächen und 71 Hektar in Flächen für extensive (naturnahe) Landschaftsnutzung umgewandelt.[22]

Der Zweckverband will nicht nur für die geplante KI-Fabrik Baurecht schaffen. Auch für die angrenzende südliche Teilfläche von 40 Hektar zwischen Bahntrasse und ehemaliger Landebahn wurde ein Bebauungsplan aufgestellt.[23]

Umsetzung

Am 28. November 2025 kaufte der Zweckverband von der BImA das 183,5 Hektar große Areal. Der Teilbereich mit der Anker-Einrichtung verbleibt im Eigentum des Bundes.[2]

Der Gewerbepark soll nach einem „Phasenmodell“ entwickelt werden. Zuerst mit der KI-Gigafabrik Blue Swan im wenig bebauten Kasernen-Bereich im Westen und Südwesten, dann das übrige Areal.[23]

Motorpool

Motorpool: Vorführung eines Militär-Roboters vor amerikan. Kindern 2010

Der 3 ha große Motorpool ist ein durch die B 303 abgetrennter Bereich im Norden der Conn Barracks (siehe: Main Gate / Motorpool). In ihm liegen zwei zweigeschossige Hallen, in denen auch die Obergeschosse über Rampen befahrbar sind (Bau 7 & 8). Das kleine Areal erwarb 2017 die Gemeinde Niederwerrn von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Der Motorpool bleibt Bestandteil des Verbandsgebiets des Zweckverbandes, um die angestrebte, einheitliche Gesamtentwicklung der über 200 ha großen Konversionsfläche zu gewährleisten. Einen Teil des Motorpools hat ein gewerblicher Mieter gekauft.[24]

KI-Gigafabrik Blue Swan

Projekt-Visualisierung „Blue Swan“. Midjourney/Paula Breukel/KI-generiert

In den Conn Barracks soll ein Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) für drei bis fünf Mrd. Euro entstehen.[1] Die sogenannten Gigafactories sind Rechenzentren mit einem Strombedarf, der bisherige Anforderungen in Deutschland weit übersteigt.[25] Zwei Module sollen bereits 2028 in Betrieb gehen.[26]

Im Umfeld der Gigafactory könnte in den Conn Barracks ein ganzes „Ökosystem“ an neuen Firmen und Forschungszentren entstehen, die intelligente KI-Lösungen für Unternehmen, Hochschulen, Unikliniken oder den Staat entwickeln und vermarkten.[27]

Siehe auch

Einzelnachweise

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