Constanze Engelbrecht
deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin
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Constanze Engelbrecht (* 6. Januar 1950[1] als Constanze Franz in München; † 20. Juli 2000 ebenda)[2] war eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin.
Leben und Wirken
Die Tochter der Schauspielerin Alice Franz und des Bildhauers Gen Golch-Engelbrecht sammelte bereits als Sechsjährige erste Schauspielerfahrungen und synchronisierte Kinderrollen, u. a. den „Jeff“ in der Fernsehserie Lassie. Nach dem Abitur studierte sie Klavier am Richard-Strauss-Konservatorium in München (Konzertexamen). Daneben nahm sie Gesangsunterricht (Brigitte Fassbaender) und Schauspielunterricht bei Rosemarie Fendel. Als Bühnenschauspielerin trat sie sowohl an Münchener Theaterbühnen als auch am Pariser „Théâtre de la ville“ auf.

Obwohl sie zunächst eine Karriere als Konzertpianistin anstrebte, bildeten später Film und Fernsehen ihren künstlerischen Mittelpunkt. 1980 wurde sie einem breiten Publikum durch den Fernsehmehrteiler Unter der Trikolore und die Lion-Feuchtwanger-Verfilmung Exil bekannt. 1989 spielte sie in der Kinoadaption von Feuchtwangers Drama dieselbe Rolle ein weiteres Mal. Es folgten weitere Fernsehproduktionen wie die Familienserie Diese Drombuschs, Fernsehfilme wie die schwarze Komödie Ruhe sanft, Bruno! (mit Armin Mueller-Stahl), Halali oder Der Schuß ins Brötchen und Literaturadaptionen wie die Verfilmung des Romans Tiefe Wasser von Patricia Highsmith (mit Sven-Eric Bechtolf).[3][4] Daneben absolvierte sie zahlreiche Gastauftritte in Fernsehserien wie Derrick, Der elegante Hund, Die Wiesingers und Die Männer vom K3.[5] Ihre letzte Rolle spielte sie im Jahr 1998 neben Gérard Depardieu in der für das Fernsehen produzierten Dumas-Verfilmung Der Graf von Monte Christo.[6]
Darüber hinaus war Engelbrecht viele Jahre als Synchronsprecherin tätig und lieh ihre Stimme unter anderem Isabelle Adjani (Quartett), Nancy Allen (Carrie), Jane Birkin (Privat-Vorstellung, Ticky), Jamie Lee Curtis (Halloween – Die Nacht des Grauens), Sondra Locke (Der Texaner, Der Mann aus San Fernando), Ornella Muti (Der Fall Serrano), Theresa Russell (Stunde der Bewährung) und Adriana Tarábková (König Drosselbart).[7]
Ab 1980 lebte Constanze Engelbrecht mit ihrem späteren Ehemann dem Autor, Regisseur und Schauspieler François Nocher (* 1944) und ihrer Tochter Julie Engelbrecht vorwiegend in Paris und im Chiemgau bei Wasserburg.
Im Jahr 1998 wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Zuletzt hatten sich bei ihr auch Metastasen in der Leber und im Gehirn gebildet. Im Juli 2000 erlag sie im Alter von 50 Jahren ihrer Erkrankung.[8] Constanze Engelbrecht wurde auf dem Nordfriedhof in München beigesetzt.
Filmografie (Auswahl)
- 1960: Der Gauner und der liebe Gott
- 1965: Und nicht mehr Jessica
- 1971: Winterreise (Kurzfilm, Regie: Stephan Kayser)
- 1973: Ein Haus voll Zeit
- 1975: Verbrechen nach Schulschluß
- 1977: Tatort: Finderlohn (Fernsehreihe)
- 1977–1991: Der Alte (Fernsehserie, 4 Folgen, verschiedene Rollen)
- 1977: Tatort: Schüsse in der Schonzeit (Fernsehreihe)
- 1979: Heinrich der gute König (TV-Sechsteiler)
- 1980: Wochenendgeschichten
- 1980: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1981: Unter der Trikolore
- 1982: Mozart
- 1983: Viadukt
- 1983: Tiefe Wasser
- 1983: Ruhe sanft, Bruno
- 1983: Der Mann von Suez
- 1984: Is was, Kanzler?
- 1984: Wenn ich mich fürchte
- 1984: Vor dem Sturm
- 1984: Die Wiesingers (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1985–1993: Derrick (Fernsehreihe, 3 Folgen, verschiedene Rollen)
- 1986: Retuorn
- 1987: Sierra Leone
- 1987–1989: Diese Drombuschs (Fernsehserie, 8 Folgen)
- 1988: Der Fahnder (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1989: Karambolage
- 1989: Die Männer vom K3 (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1989: Exil
- 1990: Die Neue
- 1990: Eurocops (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1990: Der Eindringling
- 1990: Marco – Über Meere und Berge
- 1991: Kommissar Navarro (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1992: Ein Fall für zwei (Fernsehreihe, Folge: Lebenszeichen)
- 1992: Wiedersehen in Kanada
- 1992: Wie ein Licht in dunkler Nacht
- 1993: Durchreise – Die Geschichte einer Firma
- 1993: Freunde fürs Leben (Fernsehserie, 4 Folgen)
- 1994: Praxis Bülowbogen (Fernsehserie, 2 Folgen)
- 1994: Halali oder Der Schuß ins Brötchen
- 1995: Der Mann auf der Bettkante
- 1996: Der Schattenmann
- 1996: Peter Strohm (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1996: Dein tödliches Lächeln
- 1996: Adieu, mon ami
- 1997: Der Prinzgemahl
- 1997: Seitensprung in den Tod
- 1997: Küstenwache (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1997: Schlosshotel Orth (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1998: SOKO München (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1998: Die Beischlafdiebin
- 1998: Der Graf von Monte Christo
Literatur
- Constanze Engelbrecht in: Internationales Biographisches Archiv 47/2000 vom 13. November 2000, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
- Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 220.