Constanze Oehlrich
deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen)
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Constanze Oehlrich (* 11. Juni 1975 in Bonn) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Sie ist seit 2021 Mitglied des Landtags Mecklenburg-Vorpommern und war von 2024 bis 2026 Vorsitzende der dortigen Grünen-Fraktion.

Leben
Oehlrich studierte Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft in Bonn, Paris und Berlin. In Kambodscha arbeitete sie am internationalen Rote-Khmer-Tribunal. Ab 2012 war sie in Schwerin für die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Mecklenburg-Vorpommern als Referentin für Innen-, Europa- und Rechtspolitik tätig.[1] 2016 bis 2021 war sie Referentin für europäischen und internationalen Datenschutz beim Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit.[2]
Politik
Constanze Oehlrich ist seit dem Jahr 2013 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen.[1]
Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2021 trat sie im Landtagswahlkreis Schwerin I als Direktkandidatin an. Sie verpasste das Direktmandat bei einem Ergebnis von 8,2 % der Erststimmen, zog aber über Platz 3 der Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen in den 8. Landtag Mecklenburg-Vorpommern ein.[3]
Seit April 2024 ist Oehrlich Fraktionsvorsitzende.[4] Zuvor war sie Parlamentarische Geschäftsführerin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.[5] Oehrlich ist fachpolitische Sprecherin für Justiz, Innenpolitik und Sicherheit, Rechtsextremismus, Verwaltung und Öffentlicher Dienst, Datenschutz und Netzpolitik, Bürger*innenbeteiligung und demokratische Teilhabe sowie Verbraucher*innenschutz.[6]
Oehlrich war ursprünglich als Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Landtagswahl 2026 nominiert.[7] Im Januar 2026 wurde die Landesliste nach parteiinternen Auseinandersetzungen neu gewählt; Claudia Müller übernahm die Spitzenkandidatur.[8][9] Ihr Amt als Fraktionsvorsitzende im Landtag behielt Oehlrich jedoch bei, bis sie am 17. August 2026 nach Belästigungsvorwürfen vom Fraktionsvorsitz zurücktrat.[10]
Oehlrich ist Mitglied im Landtagsausschuss für Justiz, Gleichstellung, Verbraucherschutz und Verfassung sowie im Ausschuss für Innen, Bau und Digitalisierung. Des Weiteren ist sie Mitglied im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss „NSU II/Rechtsextremismus“ und stellvertretendes Mitglied im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Nord Stream 2/Klimastiftung“.[11]
Kontroversen
Die Amtszeit von Oehlrich als Fraktionsvorsitzende wurde ab Herbst 2025 von anhaltenden parteiinternen Konflikten und Belästigungsvorwürfen überschattet.[12] Hintergrund waren Beschwerden über den Umgang der Fraktionsspitze mit einem Mitarbeiter.[12] Oehlrich wies den Vorwurf der verbalen sexuellen Belästigung entschieden zurück und erklärte, geäußerte Hinweise zur Kleidung hätten sich ausschließlich auf ein angemessenes Auftreten bei Dienstterminen bezogen.[10] Diese Auseinandersetzungen führten zu tiefen Brüchen innerhalb der Fraktion. Der Abgeordnete Hannes Damm, welcher das Vorgehen der Fraktionsspitze in dem Fall intern mehrfach scharf kritisiert hatte, wurde im Dezember 2025 wegen eines zerrütteten Vertrauensverhältnisses aus der Fraktion ausgeschlossen.[10] Nachdem eine externe arbeitsrechtliche Prüfung die Vorwürfe zunächst als unbegründet zurückgewiesen hatte, flammte der Konflikt im August 2026 durch das Bekanntwerden eines gemeinsamen Brandbriefes einer Greifswalder Antidiskriminierungsstelle sowie einer Stralsunder Beratungsstelle für Arbeitsplatzkonflikte erneut auf.[13][10] In diesem Schreiben wurde Oehlrich vorgeworfen, ein bestehendes Machtungleichgewicht gegenüber einem nachgeordneten Fraktionsmitarbeiter ausgenutzt zu haben.[10] Oehlrich trat daraufhin am 17. August 2026 vom Fraktionsvorsitz zurück.[14]
Weblinks
- Biographie auf der Website des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern