Tenero-Contra

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Tenero-Contra [ˈteːnero ˈkontra] ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Tessin. Sie gehört zum Kreis Navegna und zum Bezirk Locarno.

Schnelle Fakten Lage der Gemeinde ...
Tenero-Contra
Wappen von Tenero-Contra
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Navegna
BFS-Nr.: 5131i1f3f4
Postleitzahl: 6598
UN/LOCODE: CH TEN (Tenero)
Koordinaten: 708344 / 115933
Höhe: 209 m ü. M.
Höhenbereich: 193–1045 m ü. M.[1]
Fläche: 3,70 km²[2]
Einwohner: 3393 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 917 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
26,3 %
(31. Dezember 2024)[4]
Gemeindepräsident: Graziano Crugnola (FDP)
Website: www.tenero-contra.ch
Tenero-Contra
Tenero-Contra
Lage der Gemeinde
Karte von Tenero-ContraVerzasca
Karte von Tenero-Contra
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Tenero-Contra mit Verzascatal im Hintergrund

Geographie

Tenero-Contra liegt am Ufer des Lago Maggiore. Oberhalb von Tenero im Verzascatal liegt der Lago di Vogorno. Die Verzasca fliesst auch durch das Dorf.

Durch die Lage am Übergang von der Magadinoebene in den Lago Maggiore hat sich hier entlang des Sees ein Camping-Zentrum mit sieben Campingplätzen entwickelt. Daneben befindet sich das Centro sportivo nazionale della gioventù (kurz: Centro sportive Tenero, CST), ein Sport- und Ausbildungszentrum des Bundesamts für Sport. Dieses Sportzentrum wurde von der deutschen Fussballnationalmannschaft als Trainingsstätte während der Fussball-Europameisterschaft 2008 genutzt.

Auf dem Schienenweg wird die Gemeinde durch den Bahnhof Tenero an der Bahnstrecke Giubiasco–Locarno der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) erschlossen. Dazu kommen die Busverbindung Bellinzona-Locarno sowie der Lokalbus Tenero-Locarno.

Geschichte

Der Ort ist im Jahr 1235 als Tendero Contra erwähnt. Hier wurden Gräber aus der Bronze- und Eisenzeit sowie verschiedene Gräberfelder aus der Römerzeit mit zahlreichen Beigaben und römischen Münzen von Augustus bis Commodus aufgedeckt und Schalensteine gefunden. Andere Funde wurden 1887 gemacht.

Die Adelsfamilien Magoria und die Orelli besassen 1260 und noch 1420 in Tenero Grundrechte. Tenero gehörte 1397 und 1497 zur Grafschaft Stazzona oder Angera. Die Brücke von Tenero wird 1335 erwähnt. Von den Höhen von Tenero bis zum Lago Maggiore erstreckte sich die Fraccia genannte, schon 1431 sowie 1503 erwähnte Festungsmauer von Locarno. Sie wurde von den Visconti gebaut. Am 18. März 1503 fand um diese Befestigungsanlage ein heftiger Kampf zwischen Schweizern und Franzosen statt. Als die Schweizer den Durchzug nicht erzwingen konnten, umgingen sie das Hindernis über die Berge des Verzasca- und des Maggiatals; es gelang ihnen, sich Locarnos zu bemächtigen und die Franzosen zum Rückzug nach Arona zu zwingen. Ein „dei Marcacci“ genannter Turm wurde 1614 von Filippo Marcaccio bei der Fraccia gebaut.

Tenero hat eine interessante kirchliche Geschichte. Die 1419 erwähnte, 1585 wiederaufgebaute, 1744 vergrösserte Kirche San Vincenzo war die Pfarrkirche von Gordola; politisch gehörte das Dorf zu Contra, kirchlich dagegen zu Gordola. Die vicini von Tenero unterstanden 1641 der Gerichtsbarkeit des Pfarrers von Contra, die Fremden aber derjenigen des Pfarrers von Gordola; tatsächlich übte dieser aber die Gerichtsbarkeit über die gesamte Bevölkerung aus, was durch einen Schiedsspruch von 1719 bestätigt wurde. Bis 1903 blieben die Verhältnisse unabgeklärt; 1898 ging der Sitz der Kirchgemeinde nach Gordola über; die Kirche San Vincenzo wurde zweite Pfarrkirche. Der Pfarrer von Contra erhielt 1903 die Jurisdiktion über das ganze Gemeindegebiet. Tenero erwarb 1921 von der Kirchgemeinde Gordola die Kirche von San Vincenzo. Am 28. März 1923 wurde die Kirchgemeinde Tenero-Contra kanonisch errichtet; sie umfasst das ganze Gebiet der Gemeinde sowie die Weiden von Mappo und Mondacce, die zur politischen Gemeinde Minusio gehören. Die Kirche von Contra wurde nun zweite Pfarrkirche von Tenero.

Contra bildet nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.[5]

Bevölkerung

Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten[6][7]

Marino Marini, Foto von Paolo Monti, 1958 (Fondo Paolo Monti, BEIC)
John Carew Eccles

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Santi Pietro und Vincenzo im Ortsteil Tenero[8]
  • Pfarrkirche San Bernardo im Ortsteil Contra[8]
  • Oratorium Beata Vergine della Fraccia (1649–1644)[9][8]
  • Zeichenstein genannt Sass di cent cros an der Grenze der Gemeinden Mergoscia und Brione sopra Minusio im Val Resa (300 m nach Viona)[10]
  • Castello Tenero, ein Herrschaftshaus an der Piazza Canevascini

Kultur

  • Galleria Matasci (Tenero-Contra)
  • Museo del vino[11]
  • Mostra Mario Giacomelli – Quarant’Anni di Fotografia 1954–1994 (1994)[12]
  • Mostra di Cesare Lucchini (1996)[13]
  • Mostra di Selim Abdullah (1997)[14]

Persönlichkeiten

Sport

  • Associazione Calcio Tenero-Contra[22]

Literatur

  • Piero Bianconi: Tenero-Conta. In: I dipinti murali della Verzasca. Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1934, S. 62.
  • Mario Canevascini: Tenero-Contra. Nomi di luogo tra storia e territorio. Tenero-Contra 2012.
  • Simona Canevascini (Hrsg.): Un comune dai vigneti alle sponde del Verbano. Tenero-Contra 2010.
  • Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967 (Tenero S. 367, 378), 567/568, Contra S. 306; ders.: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino, volume III: L’alto Verbano II. I circoli del Gambarogno e della Navegna (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 73). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1983, ISBN 3-7643-1500-8 (Contra, S. 128–138), Tenero, S. 267–290.
  • Giovanni Lombardi: Gli impianti idroelettrici in Ticino. In: Il Ticino dell’acqua. Dalla formazione geologica del Cantone alle attività economiche (= Arte&Storia. Band 12, Nummer 54). Lugano 2012.
  • Flavio Maggi: Patriziati e patrizi ticinesi. Pramo Edizioni, Viganello 1997.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d'arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 163–164.
  • Giuseppe Mondada: Tenero-Contra. In: Catalogo delle pitture murali fino alla metà dell’Ottocento. Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1934, S. 95–96: ders.: Tenero-Contra. Appunti di storia. Edizioni Pedrazzini, Locarno 1968.
  • Daniela Pauli Falconi: Tenero-Contra. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 4. Dezember 2023.
  • Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, (La Fraccia) S. 163.
  • Celestino Trezzini: Tenero. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 6: Saint Gelin – Tingry. Attinger, Neuenburg 1931, S. 657 f. (Digitalisat); ders.: Contra. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach. Attinger, Neuenburg 1924, S. 618 (Digitalisat).

Bilder

Einzelnachweise

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