Cornelia van der Gon

niederländische Kunstsammlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Cornelia van der Gon (* 23. November 1644 in Haarlem; † 25. Januar 1701 in Amsterdam) war eine niederländische Kunstsammlerin und Herstellerin von Puppenhäusern.

Leben

Cornelia van der Gon wurde am 23. November 1644 in Haarlem geboren. Ihr Vater war der Gastwirt Evert Claesz. van der Gon (1607?–1667) und ihre Mutter Cornelia van Deijl (1607?–1662). Sie war das jüngste Kind der Familie und hatte fünf Brüder und eine Schwester. Nach dem Tod des Vaters, der in Haarlem die wenig einträgliche Gaststätte „Oude Doelen“ besaß, zog Cornelia van der Gon nach Amsterdam. Dort wurde sie die Haushälterin des Architekten Adriaan Dortsman (ca. 1636–1682). Dieser hatte unter anderem die lutherische Kirche und das ehemalige Hospiz Wallon an der Singel entworfen. Vermutlich um 1680 fing Cornelia van der Gon an, Puppenhäuser zu bauen. Auch Dortsmann trug zu den Puppenhäusern bei, so zeigen einige erhaltene Details seine stilistische Handschrift.[1]

Dortsman starb 1682 und anderthalb Jahre später, am 26. März 1684, heiratete Cornelia van der Gon in Diemen den drei Jahre jüngeren Porträtmaler David van der Plaes. Er porträtierte unter anderem Joanna Koerten und Adriaan Dortsman. Bei ihrer Heirat gab Cornelia ihr Alter, vielleicht versehentlich, mit 38 Jahren an, also ein Jahr jünger, als sie eigentlich war. Das Paar, das nicht in Gütergemeinschaft verheiratet war, zog in ihr Haus an der Amstel. David van der Plaes trug auch zu den Puppenhäusern bei. Er war für die dekorative Malerei verantwortlich, während der Landschaftsmaler Jan Wijnants einige Wandgemälde schuf.[1]

Im Alter von 56 Jahren starb Cornelia van der Gon am 25. Januar 1701 in Amsterdam. Sie wurde in der Oosterkerk begraben, in einem Grab, welches Adriaan Dortsman, der das Innere der Kirche entworfen hatte, für sich und seine Erben gekauft hatte.[1]

Puppenhäuser

Puppenhaus von Sara Rothé, mit Teilen aus dem Puppenhaus von Cornelia van der Gon
Ein Zimmer im Puppenhaus des Frans Hals Museums

Nachdem ihr Mann David van der Plaes im Jahr 1704 gestorben war, wurden ihre Puppenhäuser versteigert. Bereits zuvor waren sie 1700 und 1703 erfolglos zum Verkauf angeboten worden. Für den Versuch des Verkaufs hatte David van der Plaes am 23. August 1703 im Amsterdamse Courant eine Anzeige aufgegeben, in der die Puppenhäuser als die „seit vielen Jahren bekannten Kabinette“ bezeichnet und wie folgt beschrieben wurden: „elf gut möblierte Räume, wie sie in einem fürstlichen Haus vorhanden sind. Unterteilt in Diele, Neben-, Entbindungs- und Gesellschaftszimmer; dann Porzellan- und Prunkzimmer, Küche, Dachboden und andere Räume, alle nach Bedarf reich möbliert und in Einrichtung, Wohlstand und auch sonst verbessert und jetzt so kunstvoll und natürlich, wie es jemals auf der Welt zu sehen war“.[1]

Die Puppenhäuser gelangten bei der Versteigerung im September 1704 in den Besitz des Lederhändlers Johannes Wijmershoff und seiner Frau Rachel van Dantsich. Ihre Erben ließen sie im April 1743 erneut versteigern. In einer Anzeige im Amsterdamse Courant vom 2. April hieß es, zwei der drei zur Versteigerung stehenden Puppenhäuser seien „unter der Aufsicht und Leitung des Malers David van der Ruimte hergestellt“ worden. Sara Rothé, die Frau eines wohlhabenden Amsterdamer Kaufmanns, erwarb die Häuser bei dieser Auktion. Sie bewahrte sie jedoch nicht in der bisherigen Form, sondern baute sie ab, um aus den Teilen ihre eigenen Puppenhäuser zu bauen. Anhand eines vorhandenen Notizbuchs lässt sich ermitteln, welche Gegenstände und Räume Sara Rothé in ihr erstes Puppenhaus eingebaut hat. Für jedes Original-Puppenhaus wurde eine eigene Liste aller Puppenwaren erstellt. So scheinen beispielsweise die Wandgemälde, das Silber und der Spiegel im Musikzimmer und fast das gesamte Entbindungszimmer in Sara Rothés erstem Puppenhaus von Cornelia van der Gon zu stammen.[1]

Das erste Puppenhaus von Sara Rothé ist im Haags Gemeentemuseum ausgestellt. Auch das zweite Puppenhaus enthält Teile aus den Puppenhäusern von Cornelia van der Gon, etwa die Diele und einen Schrank im Arztzimmer. Es ist im Frans Hals Museum in Haarlem ausgestellt. Trotz der Fülle an Informationen können die ursprünglichen Puppenhäuser von Cornelia van der Gon nicht mehr rekonstruiert werden.[1]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI