Cornelis Troost
niederländischer Maler (1696-1750)
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Cornelis Troost (* 8. Oktober 1696 in Amsterdam; † 7. März 1750 ebenda), auch Cornille Troost genannt, war ein niederländischer Maler, Zeichner, Pastellist, Aquarellist, Radierer sowie Kupfer- und Mezzotinto-Stecher. Er gilt als einer der bedeutendsten niederländischen Künstler des 18. Jahrhunderts und war insbesondere als Porträtist, Genre- und Theatermaler bekannt. Cornelis Troost war der Vater der Malerin Sara Troost, der Neffe des Malers Wilhelmus Troost sowie der Schwiegervater des Kunstsammlers und Grafikers Cornelis Ploos van Amstel.[1]

Leben
Cornelis Troost wurde am 8. Oktober 1696 in Amsterdam als Sohn von Barbara Meebeecq und dem Goldschmied und Juwelenhändler Johannes (Jan) Troost geboren. Ein Onkel mütterlicherseits, der bereits vor seiner Geburt verstorben war, war der Maler Cornelis Meebeecq. Der väterliche Onkel Wilhelmus Troost begann 1712 eine erfolgreiche Karriere als Hofmaler in Deutschland. Gemäß dem Kunstschriftsteller Johan van Gool, der seine Informationen direkt von Troost bezog, absolvierte dieser eine zweieinhalbjährige Ausbildung bei Arnold Boonen, der um 1700 als der bedeutendste Porträtmaler Amsterdams galt.[1]
1720 heiratete Cornelis Troost in Zwolle Susanna Maria van Duyn, deren Mutter Schauspielerin war und deren Stiefvater seit 1709 der Maler Louis Chalon (geboren 1687) war. Troost lernte seine künftige Ehefrau wahrscheinlich im Theatermilieu der Amsterdamer Schouwburg kennen, in der er selbst bis 1724 als Schauspieler tätig war. Ab Mitte der 1720er Jahre konzentrierte er sich vollständig auf seine künstlerische Karriere. Das Ehepaar hatte acht Kinder, darunter sechs Töchter, von denen vier den Vater überlebten. Die Tochter Sara trat als Malerin in die Fußstapfen ihres Vaters. Die Tochter Elisabeth heiratete Cornelis Ploos van Amstel. Troosts letztes datiertes Werk stammt aus dem Jahr 1747, er starb am 7. März 1750 in Amsterdam.[1]
Werk

Cornelis Troost war ein äußerst vielseitiger bildender Künstler. Er schuf Ölgemälde, Pastelle, Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen, Kupferstiche und Mezzotintoblätter. Zwar wurde er vor allem durch seine Darstellungen von Theaterszenen und Genrestücken bekannt, doch war er ein gefragter Porträtist. Ein früher Auftrag war das große Gruppenporträt der Amsterdamer Inspektoren des Collegium Medicum aus dem Jahr 1724, das sich heute im Rijksmuseum Amsterdam befindet. Wenige Jahre später entstand das ebenfalls monumentale Gruppenbildnis mit den Regenten des Amsterdamer Waisenhauses (1729, 424 × 417 cm, ebenfalls im Rijksmuseum Amsterdam).[2]
Cornelis Troost war durch seine Frau und seine eigene Schauspielkarriere eng mit der Welt des Theaters verbunden. Bemerkenswert ist, dass er erst nach Beendigung seiner eigenen Schauspielkarriere damit begann, Theaterszenen zu malen. Sein erstes Werk in diesem Bereich ist das Triptychon Beslikte Swaantje (1727, Amsterdam Museum), das auf dem Drama von Abraham Alewijn basiert. In seinen Genrestücken folgte Troost den Traditionen des 17. Jahrhunderts und ließ sich insbesondere von Jan Steen inspirieren. Aber auch die Einflüsse der großen französischen Maler seiner Zeit, darunter Nicolas Lancret, François Boucher und Charles-Antoine Coypel, sind sichtbar.[2]
Werke von Cornelis Troost befinden sich unter anderem in folgenden Sammlungen: Amsterdam Museum, Rijksmuseum Amsterdam, Collectie Six Amsterdam, Mauritshuis Den Haag, National Gallery of Ireland Dublin, Kunstmuseum Düsseldorf, Städel Frankfurt am Main, Fondation Custodia Paris, Louvre Paris, Museum Boijmans Van Beuningen Rotterdam, Staatliches Museum Schwerin und Eremitage Sankt Petersburg.[1]
Werke (Auswahl)
- Het blindemanspel (Blindekuhspiel), um 1740. Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam
- Gesimuleerde deugd ontmaskerd (Vorgetäuschte Tugend entlarvt), Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed
- Eine Frau zeigt einem weinenden Jungen seinen Schuh voller Ruten (Statt Geschenke und Süßigkeiten findet ein unzufriedener Junge Ruten in seinen Schuhen), J. Paul Getty Museum, Malibu, Kalifornien
- Triptychon, das das Bauerngericht aus der Komödie „Beslikte Swaantje“ darstellt (Das Plädoyer von Rechtsanwalt Carel), 1724. Amsterdam Museum
- Harlekin, Zauberer und Barbier: die getäuschten Rivalen (Aquarell und Gouache). Ex-Sotheby's, New York[3]
Literatur
- Johan van Gool: De nieuwe Schouburg der Nederlantsche kunstschilders en schilderessen. 2 Bände, Den Haag 1750–1751.
- Alexander Ver Huell: Cornelis Troost en zijn werken. Arnhem 1873.
- Abraham Bredius (Hrsg.): Künstler-Inventare. Band 1, Den Haag 1915.
- Jan Knoef: Cornelis Troost. Amsterdam 1947.
- J. W. Niemeijer: Cornelis Troost. Assen 1973 (Dissertation Groningen 1973).
- Edwin Buijsen: Cornelis Troost en het theatre. Den Haag 1993.
- F. Grijzenhout: Cornelis Troost. Bloemendaal 1993.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 13: Sommer – Valverane. Paris, 2006.
- Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. De Gruyter, 2009.